Star Sailors League
Drei deutsche Segler beim Showdown vor Nassau im Spiel

Frithjof Kleen, Philipp Buhl und Markus Koy haben den Cut beim Finale der Star Sailors League vor Nassau überstanden. Am Samstag geht es um viel Preisgeld

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 09.12.2017
Unterwasserwelt: Das Starboot von Philipp Buhl und Markus Koy aus ungewöhnlicher Perspektive Unterwasserwelt: Das Starboot von Philipp Buhl und Markus Koy aus ungewöhnlicher Perspektive Unterwasserwelt: Das Starboot von Philipp Buhl und Markus Koy aus ungewöhnlicher Perspektive

Gilles Morelle/SSL Unterwasserwelt: Das Starboot von Philipp Buhl und Markus Koy aus ungewöhnlicher Perspektive

Es wird spannend am Samstag: Ab 11 Uhr Ortszeit (17 Uhr deutscher Zeit) beginnt der Showdown beim Finale der Star Sailors League vor Nassau. Qualifiziert haben sich nach vier hochspannenden Wettfahrttagen die zehn besten der 25 Weltklasse-Teams bei der Starparade im Traumrevier der Bahamas. Darunter auch drei deutsche Segler: Der Berliner Starboot-Weltmeister Frithjof Kleen und sein Neu-Starboot-Steuermann Paul Goodison erreichten das Viertelfinale nach eindrucksvollem Schlusssprint als Fünfte. Philipp Buhl und Markus Koy konnten zwar am Freitag in stark variierenden Winden nicht an die Glanzleistungen der Vortage anknüpfen, doch die herausragende Vorarbeit ließ sie dennoch als Siebte souverän ins Viertelfinale einziehen, in dem die acht Mannschaften auf der Qualifikationsplätzen 3 bis 10 um einen Platz im Halbfinale kämpfen.

SSL/Gilles Morelle Bester Verlierer aller Zeiten: Offshore-Legende Loick Peyron. Er schloss seinen ersten Starboot-Einsatz mit Pascal Rambeau als 24. ab und war trotzdem der best gelaunteste Segler der Starflotte vor Nassau. Peyron kommentiert am Samstag das Viertelfinale als Gast-Experte – und lachte sogar darüber: "Ich und Experte?" Zuschauer der Live-Übertragung dürfen sich auf eine äußerst unterhaltsame Übertragung freuen...

Gesetzt für das Halbfinale ist Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt mit Henry Boening. Die Brasilianer hatten die Qualifikation mit Platz 2 beendet und dürfen zur Belohnung das Viertelfinale auslassen. Sie treffen in der Vorschlussrunde auf die besten fünf Viertelfinalisten. Für das Finale, in das die amerikanischen Titelverteidiger Mark Mendelblatt und Brian Fatih als Vorrundensieger direkt segelten, qualifizieren sich die besten drei Semifinalisten. Alle drei Finalrunden werden im K.o.-Modus ausgesegelt. Jeweils nur ein Rennen entscheidet über Ausscheiden oder Fortkommen.

Für Philipp Buhl und Markus Koy bedeutet das Erreichen der Finalrunde einen großen Erfolg. Buhl, der vor seinem Einsatz in der mit 2 America's-Cup-Triumphen, 7 olympischen Goldmedaillen, 28 Starboot-Weltmeistertiteln, 16 WM-Titeln in olympischen Klassen und 3 Volvo-Ocean-Race-Siegern hochdekorierten Flotte noch nie eine Starboot-Regatta bestritten hatte, beeindruckte Konkurrenz und Beobachter im Zusammenspiel mit seinem erfahrenen Vorschoter Markus Koy. Beobachter und Gast-Kommentator Jochen Schümann sagte: "Ich drücke Buhli für morgen die Daumen! Philipp ist eines der herausragenden Talente, das der deutsche olympische Segelsport hat. Ich bin sehr beeindruckt, ihn in den Top Ten zu sehen. Ich hoffe, dass er dranbleiben kann. Auch über die erste K.o.-Runde hinaus. Er segelt jetzt auf einem Niveau, auf dem er bei den nächsten Olympischen Spielen eine Medaille gewinnen kann."

G. Morelle/SSL Philipp Buhl und Markus Koy am vierten Qualifikationstag in der Montagu Bucht vor Nassau im Revier der Bahamas: es war mit den Rängen 17, 18 und 15 ihr schwächster Tag. Dennoch durften sie sich freuen, denn mit Platz sieben sind sie beim Showdown am Samstag dabei

Dass Buhl und Koy mit den Rängen 17, 18 und 15 am weniger gut gelungenen Vorschlusstag bei einer Tonnenrundung auch noch eine Kollision mit dem polnischen Finn-Olympiasieger Mateausz Kusznierewicz und Dominik Zycki hinzunehmen hatten, über deren Verursacher die Segler sich nicht einig waren, dürfte ihr Leistungsvermögen am Samstag nicht schmälern. Das Boot wird über Nacht repariert. "Dann sollte es passen", sagte Markus Koy.

Eine ähnliche Aufgabe hatten einen Tag zuvor Paul Goodison und Frithjof Kleen zu lösen. Den zweimaligen Motten-Weltmeister und Olympisieger aus Großbritannien und seinen Berliner Vorschoter hatte ein Loch im Rumpf nicht auf höchstem Niveau segeln lassen. Die daraus resultierenden Rückschläge machten sie am Freitag mit über Nacht von Shore-Crew Kilian Weise in einer Nachtschicht repariertem Boot und starken Ergebnissen mehr als gut. Kleen, der als einer der besten Vorschoter der internationalen Starboot-Szene gilt, sagte: "Ich weiß, dass mein Steuermann neu ist im Starboot. Aber er kann mit Druck umgehen. Er war derjenige, der die Siegesserie von 49er-Olympiasieger und America's-Cup-Gewinner Peter Burling gestoppt hat." Mit dem ihm eigenen Lächeln fügte der in der Starbootszene als beliebter Entertainer geltende Kleen hinzu: "Wir planen fürs Finale."

G. Morelle/SSL Olympiasieger Paul Goodison und Starboot-Weltmeister Frithjof Kleen auf Erfolgkurs: Das britisch-deutsche Duo segelte mit Platz fünf nach der Qualifikation am Ende souverän ins Finale

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