Segeln olympisch

Skiffsegler überzeugen mit Weltcup-Bronze im Olympia-Revier

Tim Fischer und Fabian Graf haben in Japan das beste deutsche Weltcup-Ergebnis gesichert – und viel Motivation für die nationale Ausscheidung getankt

Tatjana Pokorny am 31.08.2019
Segel-Weltcup
World Sailing / Sailing Energy

Ein Jahr vor Olympia: Tim Fischer und Fabian Graf zeigen mit Weltcup-Bronze ihr Potenzial

Die Skiffsegler Tim Fischer und Fabian Graf haben beim Segel-Weltcup im Olympiarevier von Enoshima mit Platz drei das beste deutsche Ergebnis erzielt. Der 49er-Steuermann vom Norddeutschen Regatta Verein in Hamburg und sein Berliner Vorschoter vom Verein Seglerhaus am Wannsee waren am Samstag als Führende ins Finale gestartet, kenterten aber und kamen erst als Zehnte und Letzte ins Ziel. Zum Gesamtsieg segelten im 49er die Briten James Peters und Fynn Sterritt vor den Österreichern Benjamin Bildstein und David Hussl.

Sailing World Cup Enoshima

Segelten beim Weltcup vor Enoshima auf Platz zwei: die Österreicher Benjamin Bildstein und Davin Hussl

Segel-Weltcup

Dritte beim Weltcup vor Enoshimai: Tim Fischer und Fabian Graf (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee)

Die Kenterung unterlief dem deutschen Duo beim Gennakersetzen. Das Malheur in einer der heftigen Böen von deutlich über 20 Knoten Wind und hohen Wellen schmälert die insgesamt herausragende Leistung von Fischer und Graf nicht, die schon 2018 im dänischen Revier von Aarhus bei der Weltmeisterschaft mit Bronze beeindruckt hatten. „Wir haben gezeigt, dass wir Medaillenkandidaten sind, wenn wir zu den Spielen geschickt werden. Die Bedingungen liegen uns sehr gut. Die Wellen sind technisch anspruchsvoll. Bei leichtem Wind sind wir die Spitze. Bei viel Wind können wir trotz der wenigen Erfahrung ,überraschend‘ in der Spitze mitfahren“, sagte Fischer, dessen Team zu den Aushängeschildern in der deutschen Paradedisziplin 49er gehört.

Fischer/Graf zählen wie die studienbedingt immer noch pausierenden Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil/Thomas Plößel vom Norddeutschen Regatta Verein und die Kieler Justus Schmidt/Max Boehme zu den stärksten deutschen 49er-Crews, von denen aber nur eine die Olympia-Fahrkarte lösen kann. Schmidt/Boehme waren zuvor bei der olympischen Testregatta auf Platz fünf gesegelt, mussten sich aber bei der Weltcup-Regatta mit Platz 20 arrangieren. Die nationale Ausscheidung im Kampf um das Enoshima-Ticket für die Skiffsegler beginnt mit der 49er-Weltmeisterschaft in der ersten Dezember-Woche in Auckland, wird im Februar bei der WM 2020 im australischen Revier von Geelong fortgesetzt und endet Anfang Mai mit dem Regatta-Klassiker Trofeo Princesa Sofía vor Mallorca.

Nicht zufrieden war Philipp Buhl in Enoshima mit seinem 14. Platz bei diesem Weltcup-Einsatz. Der Sonthofener hatte zuvor im selben Revier bei der olympischen Testregatta mit Platz sieben einmal mehr seine Zugehörigkeit zur Weltspitze unter Beweis gestellt, will aber mehr. Das Medaillenrennen der Lasersegler findet am Sonntag ohne den Allgäuer statt. Bundestrainer Alex Schlonski sagte in Japan: „Philipps Starts waren viel besser als zuletzt. Trotzdem ist er mehrmals für die Wahl einer Seite hart bestraft worden. Da war viel Pech dabei, aber vielleicht auch ein bisschen zu viel Risiko für die gegebenen Bedingungen. Das werden wir jetzt gründlich analysieren. Dazu kamen kleine individuelle Fehler, die auch immer einige Plätze kosten. Wir sind natürlich mit dem Gesamtergebnis nicht zufrieden, aber am Ende positiv aus dem Event gegangen.“

Sailing World Cup Enoshima

Konnte im kommenden Olympiarevier einen Rennsieg einfahren, fand aber noch nicht zur gewünschten Form: Laser-Steuermann Philipp Buhl

Im Nacra 17 beendeten Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer den Weltcup mit Rang drei im Finale als Gesamt-Achte. Mit einer Kenterung am Donnerstag hatte sich das Mixed-Katamaran-Duo vom Kieler Yacht-Club um eine noch bessere Platzierung gebracht. „Wir können Medaillen gewinnen, wenn wir nicht nur okay segeln, sondern eine gute Leistung abliefern. Das Gesamtpaket ist noch nicht ganz rund. Also arbeiten wir weiter hart an dem Ziel, in diesem Jahr jede Regatta in den Top Acht zu beenden.“

Sailing World Cup Enoshima

Nach der gelungenen olympischen Testregatta segelten Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer auch bei der Weltcup-Regatta im selben Revier wieder souverän in die Top Ten. Nur eine Kenterung kostete ein noch deutlich besseres Resultat als Platz acht

Sailing World Cup Enoshima

Konnten bei der Weltcup-Regatta überraschend die italienischen Dauer-Sieger Tita/Banti im Finalduell niederringen und die Serie im Nacra 17 gewinnen: Quentin Delapierre und Manon Audinet aus Frankreich

Die Medaillenrennen der 470er-Frauen und der Männer finden am Sonntag mit deutscher Beteiligung statt. Simon Diesch und Philipp Autenrieht greifen als Sechste nach zehn Rennen an, können das Podium aber trotz starken Leistungen rechnerisch nicht mehr erreichen. Die theoretische Möglichkeit zu einem Top-Drei-Ergebnis wahrten Frederike Loewe und Anna Markfort, die ebenfalls als Sechste ins Medaillenrennen einzogen. Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger beendete die Weltcup-Regatta im kommenden Olympiarevier auf Platz 16.

Hier geht es zu den Endergebnissen und zu den Zwischenständen in den Disziplinen, die ihre Weltcup-Regatta erst am Sonntag beenden.

Sailing World Cup Enoshima

Können sich im Finale am Sonntag als Sechste nach zehn Wettfahrten noch verbessern: Frederike Loewe und Anna Markfort

Sailing World Cup Enoshima

Starten am Sonntag als Sechste ins doppelt gewertete Medaillenrennen der besten zehn 470er-Crews: Simon Diesch udn Philipp Autenrieth

Tatjana Pokorny am 31.08.2019

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