Segel-Bundesliga

Relegation mit Thriller-Finale

Fünf weitere Vereine dürfen sich jetzt Erstligisten nennen, haben sich vor Glücksburg durchgesetzt. 18 weitere Clubs bilden die neue 2. Liga

Tatjana Pokorny am 06.04.2014
Deutsche Segel-Bundesliga Relegation 2014

Gewinner der Relegation zur 1. und 2. Segel-Bundesliga: Der Kieler Yacht-Club

Erster Sieger war an diesem Relegations-Wochenende der deutsche Segelsport. Entflammt für die Liga-Idee, hatten sich 61 Vereinsmannschaften aus der ganzen Republik um die letzten fünf freien Plätze in der 2013 gegründeten 1. Segel-Bundesliga und 18 Plätze in der in diesem Jahr neu gegründeten 2. Segel-Bundesliga beworben.

In insgesamt 86 Fleetraces und nach einem ausgeklügelten Wechsel-System ermittelten die 244 Seglerinnen und Segler drei Tage lang ihre Besten auf Booten vom Typ J 70 und J 80, die die Mittelmann's Werft als Partner für das Regatta-Spektakel auf der Flensburger Förde gestellt hatte. Drei Tage lang rangen die vierköpfigen Crews um Liga-Plätze, Ruhm und Ehre für ihre Clubs. In Sturm, Flaute und fast perfekten Segelbedingungen am Finaltag mussten die Crews ihr ganzes Können abrufen. Es war ein denkwürdiges Segelwochenende mit historischer Note und bemerkenswert hohem Segelsportspaßfaktor.

Deutsche Segel-Bundesliga Relegation 2014

Zwei Tage stark, vier Tagessiege eingefahren und doch den Sprung in die 1. Segel-Bundesliga knapp verpasst: Der Hamburger Segel-Club muss über die 2. Segel-Bundesliga einen neuen Anlauf in Richtung Oberhaus nehmen

Der Sprung in die 1. Segel-Bundesliga gelang dem Kieler Yacht-Club als Relegationssieger, dem Zweitplatzierten Bodensee-Yacht-Club Überlingen, der Seglervereinigung Itzehoe, der Segelkameradschaft "Das Wappen von Bremen" und dem Düsseldorfer Yachtclub. Der bis zur letzten Wettfahrt souverän in den Top Fünf platzierte Hamburger Segel-Club (HSC) verpasste die Erstliga-Qualifikation auf Platz sieben ebenso wie der Segelklub Bayer Uerdingen (SKBUe) auf Platz sechs. HSC-Steuermann Max Gurgel ärgerte sich über die entglittene Chance: "Wir haben auch in der letzten Wettfahrt bis zur Luvtonne geführt und hätten diese Regatta sogar gewinnen können. Doch dann hatten wir einen Kinken in der Genuaschot und sie sind rechts und links an uns vorbeigesegelt." Nun müssen die Hamburger in der 2. Segel-Bundesliga angreifen. "Da starten wir jetzt aber schon mit einem zweiten Platz in der ersten von drei Regatten, nehmen also ein gutes Ergebnis mit und werden dann eben im kommenden Jahr um den Aufstieg in die erste Liga kämpfen."

Dass der Segelsport ein Erfahrungssport ist, zeigte sich an diesem Wochenende auf der Flensburger Förde deutlich. Die Crews der künftigen Erstligisten brachten davon jede Menge mit. So das Team um KYC-Steuermann Martin Menzner mit 49er-Ass Julian Ramm im Boot. Menzner ist regelmäßiger Gewinner nationaler J-Regatten und beherrschte die Bundesliga-Boote mit seiner Crew erstklassig.

Auch die Überlinger mit Andreas Buchert, Klaus-Peter Stengele, Jörg Munck und Joseph Pochhammer hatten seit Ende 2013 für das Relegationswochenende trainiert und zwei zielgerichtete Intensiv-Einheiten auf dem Gardasee mit clubeigenen und gecharterten Booten vom Typ J 70 und J 80 absolviert. Mit dieser Botschaft hatte der Verein sein Überlinger Dream Team nach Glücksburg geschickt: "Der ganze Club drückt die Daumen und wünscht viel Erfolg! Trotz aller Vorbereitung wird es nicht einfach werden, bei den teilnehmenden 61 Clubmannschaften unter die besten 23 (2. Bundesliga) zu kommen. EIne Top-Fünf-Platzierung wäre genial, ist aber bei dieser als ‘Kleine Deutsche Meisterschaft‘ zu sehenden Relegation und mindestens zehn Profimannschaften als noch nicht realistisch einzustufen." Ach, wirklich? Oh, doch! Die Überlinger wurden für ihre akribische Vorbereitung sogar mit einem der fünf Erstligaplätze belohnt und durften jubeln. Ebenso wie X99-Weltmeister und Steuermann Christian Syka von der Seglervereinigung Itzehoe mit seiner Mannschaft und auch die mit allen Wassern gewaschenen Teams der Segelkameradschaft "Das Wappen von Bremen" und des Düsseldorfer Yacht-Clubs.

Über die vielen Sieger dieses Segelfestivals in Glücksburg – der Name war auf dem Wasser und an Land dank gelungener Organisation, engagierter Partner, dem bemerkenswert gastfreundlichen DHH und der souveränen Wettfahrtleitung vom Flensburger Segel-Club Programm – berichten wir in YACHT 10 ausführlich.

Die 1. Segel-Bundesliga startet vom 16. bis 18. Mai auf dem Starnberger See durch. Der Kampf um die Vereinsmeisterschaft im deutschen Segelsport wird sein Finale nach vier weiteren Erstliga-Regatten in der Lübecker Bucht, auf dem Berliner Wannsee und auf der Kieler Innenförde in Hamburg auf der Außenalster erleben. Die neue 2. Bundesliga wird in ihrem Auftaktjahr nach der ersten Punktregatta auf der Förde (die Relegation geht für die Zweitligisten in die Wertung ein) mit zwei weiteren Regatten auf dem Starnberger See und auf dem Bodensee fortgesetzt.

Deutsche Segel-Bundesliga Relegation 2014

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Tatjana Pokorny am 06.04.2014

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