Segel-Bundesliga
"Die Jugend brennt wieder lichterloh"

Der deutsche Segelsport feiert vor Glücksburg seine neuen Bundesligen: 61 Vereinsmannschaften und 244 Aktive kämpfen um den Liga-Einzug

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 05.04.2014

Lars Wehrmann / DSBL Das Startschiff "Alpha Tauri" vom ausrichtenden Flensburger Segel-Club (FSC) im Hintergrund: Bei der Bundesliga-Relegation ging es schon am Start zur Sache

Es begann am Freitag im Sturm mit zwei zerborstenen J80-Masten und ging in sanfter Brise mit dem Durchmarsch der Favoriten weiter: Die Relegation zur Segel-Bundesliga hatte 61 Vereinsmannschaften und 244 Aktive aus ganz Deutschland in den Norden der Republik gelockt. Die dreitägige Regatta mit insgesamt 87 Wettfahrten begann furios. Für die 19 Seglerinnen und 225 Segler geht es in maximal jeweils zehn Gruppenwettfahrten um nicht weniger als fünf noch freie Plätze in der 1. Bundesliga und alle 18 freien Plätze in der neu gegründeten 2. Bundesliga.

Damit war für einige der größeren Vereine das Ziel klar definiert: Ein Platz in den Top Fünf muss her, wenn der Traum vom Erstligastart Realität werden soll. Auf gutem Weg dahin sind nach den ersten beiden Tagen und jeweils sechs Wettfahrten (12 der 61 Crews hatten am Samstagabend bereits sieben Rennen absolviert) der führende Kieler Yacht-Club (KYC), der Bodensee-Yacht-Club Überlingen (Andreas Buchert, Klaus-Peter Stengele, Jörg Munck, Joseph Pochhammer), die Seglervereinigung Itzehoe (Christian Soyka, Stefan Schimkowski, Sören Petersen, Hinnerk Müller), der Hamburger Segel-Club (Max Gurgel, Karl Martin Gurgel, Thorben Strube, Daniel Zenker) und der Düsseldorfer Yachtclub (Jan-Philipp Hoffmann, Julius Schrader, Patrik Treichel, Nils Henning Hofmann).

Lars Wehrmann / DSBL Segelte am Freitag und am Samstag auf Erstliga-Kurs: Steuermann Max Gurgel und die HSC-Crew

Nach etwas wackligem Auftakt schockten die co-favorisierten Kieler mit Steuermann Martin Menzner, Mikael Rolfs, Frank Lichte und 49er-Ass Julian Ramm die Konkurrenz am Samstag in Leichtwindbedingungen mit vier Tagessiegen in Folge. Auf bislang drei Tagessiege brachten es die Überlinger mit Steuermann Steffen Hessberger. Jeweils zwei Tagessiege sicherten sich die SVI, HSC und DYC.

Hinter dem führenden Quintett lauerte vor dem Finale am Sonntag jedoch eine Armada von weiteren starken Vereinen, die ihre Hoffnungen auf den Sprung in die erste Liga noch nicht aufgegeben haben. Darunter große und namhafte wie der Segelklub Bayer-Uerdingen (7.) und die Segelkameradschaft "Das Wappen von Bremen" (12.). Aber auch kleinere wie der Akademische Segel-Verein Warnemünde (8.) oder der Plöner Segler-Verein von 1908 (10.).

Für den Showdown auf den Yachten vom Typ J 70 und J 80 sind Winde um zehn Knoten, in Böen bis zu 17 Knoten vorhergesagt. 34 Rennen stehen noch auf dem Programm, bis die Entscheidung über die Besetzung der 1. und 2. Bundesliga endgültig fällt. DSV-Präsident Andreas Lochbrunner, der die Veranstaltung am Samstag unter Segeln besuchte, sagte: "Es gefällt mir hier unter den vielen Seglern sehr, sehr gut. Die Organisation stimmt, die Idee wird angenommen."

Unter den teilnehmenden Crews herrschte tagsüber und auch am Abend beim gemeinsamen Feiern mit dem DHH als Logistik-Partner ausgelassene Stimmung. Joachim Hellmich, Projektleiter der DSBL GmbH und Relegations-Steuermann für den Westfälischen Yachtclub Delecke, sagte: "Das Niveau reicht hier von sichtbar sehr gut bis zu Respekt dafür, dass sie sich am Freitag alle tapfer in den Sturm gestellt haben. Bei uns im Verein haben wir den 20er-Kader für die Bundesliga spielend leicht zusammen bekommen. Wir konnten mit dem Projekt sogar verlorene Jugendliche wieder einfangen. Die Jugend brennt jetzt wieder lichterloh."

Lars Wehrmann / DSBL Bundesliga-Relegation 2014: Der Münchner Yacht-Club liegt nach den ersten beiden Tagen auf Platz 22


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