Sailing World Cup Hyères

Schwere Tage in leichten Winden

Und es geht doch: Philipp Buhl hat bei der ungewöhnlich leichtwindigen Weltcup-Regatta vor Hyères nach Erkrankung und Rückschlägen zu seiner Form gefunden

Tatjana Pokorny am 28.04.2018
Sailing World Cup Hyères 2018
Jesus Renedo/Sailing Energy/Sailing World Cup Hyères

Sailing World Cup Hyères 2018: Laser-Steuermann Philipp Buhl nach harten Tagen wieder im Aufwind

Die Weltcup-Regatta in Hyères wird nicht als Glanzwoche in die Geschichte des German Sailing Teams eingehen. Die deutsche Segel-Mannschaft tut sich nach einer ganzen Reihe von Erfolgen zum Saison-Auftakt in Frankreich schwerer als erwartet. Was an einer Reihe Erkrankungen und auch an den ungewöhnlich leichten Winden im sonst so formidablen Segelrevier vor Hyères liegt, das erst am Donnerstag erstmals mit konstanteren Bedingungen aufwartete. Der heftig erkältete Philipp Buhl hatte sein Können in den instabilen Winden der ersten drei Tage nicht abrufen können. Erst am vierten Wettkampftag gelang dem Weltranglisten-Fünften aus Sonthofen mit einem fulminanten Rennsieg und einem 7. Rang der Befreiungsschlag.

Damit rückte der 28-Jährige zwei Rennen vor dem Laser-Medaillenrennen am Sonntag aus den Niederungen des Klassements auf Platz 10 vor. "Das ist schon besser", freute sich der Aktivensprecher des German Sailing Teams, der tagelang mit Hals- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und dichter Nase zu kämpfen hatte, sich nun aber zunehmend besser fühlt. Wie schwer die leichten Winde in Frankreich die Athleten in allen zehn Olympia-Disziplinen bislang forderten, zeigt beispielsweise auch die Zwischenbilanz von Laser-Doppelweltmeister Nick Thompson. Der Brite hat als Siebzehnter nach acht von zehn Wettfahrten kaum noch eine Chance, das Sonntagsfinale zu erreichen.

Bereits verpasst haben ihr Finale die sonst so leistungsstarken deutschen 49erFX-Crews. Sowohl Victoria Jurczok und Anika Lorenz als auch Tina Lutz und Susann Beucke hatten sich kurz vor Beginn der Weltcup-Regatta in einem Whirlpool denselben Virus eingefangen. Derart physisch gehandicapt, reichte es für die Weltranglisten-Ersten aus Berlin und die Europameisterinnen Lutz/Beucke nicht zur Qualifikation für das in ihrer Disziplin bereits heute stattfindende Medaillenrennen.

Sailing World Cup Hyères 2018

Auch die Weltranglisten-Ersten Vicky Jurczok und Anika Lorenz hatten mit einem Virus zu kämpfen und fanden in den wankelmütigen leichten WInden nicht zu ihrer Top-Form 

Sailing World Cup Hyères 2018

Ihnen verdarb ein Virus die Weltcup-Regatta gleich zum Auftakt: Tina Lutz und Susann Beucke im 49erFX

Während in den beiden Surf-Disziplinen, im Finn Dinghi, im Nacra17 und in der paralympischen Klasse 2.4 Norlin OD vor Hyères keine deutschen Starter im Einsatz sind, sorgten bislang die 470er-Seglerinnen Frederike Loewe und Anna Markfort für das beste DSV-Zwischenergebnis. Die Berlinerinnen vom Verein Seglerhaus am Wannsee und vom Joersfelder Segel-Club liegen nach sieben Wettfahrten auf Platz 4 und haben einen Tag vor dem Finale alle Chancen, sogar in den Kampf um die Podiumsplätze einzugreifen. Mit staren Einzelergebnissen haben im Feld der 470er-Frauen auch die erst 22 Jahre alte NRV-Steuerfrau Fabienne Oster und Anastasiya Winkel auf sich aufmerksam gemacht, die zwischenzeitlich im Weltklassefeld auf Rang vier lagen und heute als Fünfzehnte um den Einzug ins Sonntagsfinale kämpfen.

Sailing World Cup Hyères 2018

Haben mit starken Einzelergebnisse auf sich aufmerksam gemacht: die jungen 470er-Seglerinnen Fabienne Oster und Anastasiya Winkel

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Vor dem finalen Wochenende beste deutsche Crew vor Hyères: die 470er-Seglerinnen Frederike Loewe und Anna Markfort

Für die deutschen 470er-Männer dagegen ist der Weg ins Finale weit geworden. Einen Tag und bis zu drei Rennen vor den Medaillenfinale lagen Simon Diesch und Philipp Autenrieth am Samstagmorgen auf Platz 15, ihre Teamkameraden Malte Winkel und Matti Cipra waren Neuzehnte. In Abwesenheit der deutschen 49er-Top-Crews Erik Heil/Thomas Plößel und Justus Schmidt/Max Boehme findet das 49er-Medaillenrennen heute ohne deutsche Beteiligung statt. Besser zurecht kam Laser-Radial-Steuerfrau Svneja Weger mit den überwiegend leichten Winden. Die erfahrene Europameisterin von 2014 vom Potsdamer Yacht-Club lag zwei Rennen vor dem Medaillenrennen auf Platz 10 und wahrte damit ihre Chancen auf den Finaleinzug.

Hier geht es zu den Ergebnissen.

Gezeigt werden vor allem die Favoriten für die Medaillenrennen am heutigen Samstag in den Disziplinen Nacra17, 49erFX, 49er, Finn und 2.4 Norlin OD

Tatjana Pokorny am 28.04.2018

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