Segeln olympisch
Zum Geburtstag viel Glück – und Können dazu

Die deutschen 49er-Crews segeln bei der Europameisterschaft weiter auf der Erfolgswelle. Steuermann Justus Schmidt feierte seinen 27. Geburtstag in Bestlaune

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 15.05.2019
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Lloyd Images / EM Weymouth 49er, 49erFX, Nacra 17 EM Weymouth 49er, 49erFX, Nacra 17

Lars Wehrmann/German Sailing Team Die 49er-Segler Justus Schmidt, der am Mittwoch Geburtstag feierte, und Max Boehme

Justus Schmidt hat sich selbst einen schönen 27. Geburtstag beschert. Bei der kombinierten Europameisterschaft der Olympia-Klassen 49er, 49erFX und Nacra 17 im ehemaligen britischen Olympiarevier von Weymouth liegen der 49er-Steuermann und sein Vorschoter Max Boehme nach bislang zehn Wettfahrten zum Ende der Qualifikation auf Platz vier. Die gute Ausgangslage haben sich Schmidt/Boehme mit auffallend kontinuierlicher Serie, zwei Rennsiegen und ausschließlich einstelligen Ergebnissen zwischen den Rängen eins und sieben erarbeitet.

Lars Wehrmann/German Sailing Team Segeln bei der EM vor Weymouth konsequent und erfolgreich: Justus Schmidt und Max Boehme

"Das war eine bislang solide Performance", sagt auch Justus Schmidt selbst, "so macht es richtig Spaß. Und das, obwohl wir heute sogar noch ein paar Punkte haben liegen lassen." Die Top-Crew vom Kieler Yacht-Club ist aktuell in der starken deutschen 49er-Gruppe der heißeste Anwärter auf den Startplatz bei den Pre-Olympics. "Wir haben einen komfortablen Vorsprung, da schwebt zumindest kein Damoklesschwert direkt über uns", so Schmidt lächelnd, der aber trotz der jüngsten Erfolge seiner Crew zur Zurückhaltung mahnt. "Wir halten weiter den Ball flach und konzentrieren uns. Im Finale wird hier bei der EM ein anderer Wind wehen. Es wird sicher spannend, und wir freuen uns sehr aufs Racen!"

Lloyd Images / EM Weymouth 49er, 49erFX, Nacra 17 Tolle 49er-Studie von Lloyd Images

Mit den Kielern tun das auch ihre erfahrenen Trainingspartner und Freunde Erik Heil und Thomas Plößel. Die Berliner Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2016, die noch bis Sommer ohne intensives Training auskommen müssen, weil sie sich auf ihre Studien konzentrieren und erst im September mit Master (Plößel) und Physikum (Heil) durch sein werden, glänzen vor Weymouth trotzdem mit bislang mit drei Tagessiegen, fingen sich aber auch drei zweistellige Qualifikations-Ergebnisse ein. "Wir sind einfach noch zu unfit, und dann reichen die Kräfte bei drei, vier Wettfahrten an einem Tag nicht aus", erklärt Erik Heil. "So kam es beispielsweise gestern zur Kenterung, als wir vorn lagen. Wir wissen, woran es liegt. Insgesamt ist also alles in Ordnung, unser Speed ist gut." Eine Chance auf die Teilnahme an den Pre-Olympics hatten Heil und Plößel ohnehin nie. Nicht, weil es seglerisch dazu nicht reicht, sondern weil ihre wichtigen Prüfungen in dem Zeitraum liegen, in dem die olympische Testregatta vor Enoshima ausgetragen wird. Tim Fischer und Fabian Graf, die Dritten der Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in Aarhus, greifen in der Hauptrunde ab Donnerstag von Platz 17 aus an.

wecamz Erik Heil und Thomas Plößel im Training: Die Crew vom Norddeutschen Regatta Verein segelt trotz Trainingsrückstand vor Weymouth in den Top Ten

Dominiert wird die 49er-Flotte in britischen EM-Gewässern von den neuseeländischen Ausnahmeseglern Peter Burling und Blair Tuke. Die Olympiasieger hatten sich nach ihrem Rio-Triumph 2016 eine lange Auszeit für ihre Teilnahme am Volvo Ocean Race genommen und waren erst in diesem Jahr in die 49er-Flotte zurückgekehrt. Lange haben sie nicht gebraucht, um ihre alte Position der Klassenkönige zurückzuerobern. Nach zehn Rennen und fünf Siegen hat das Kiwi-Duo nur 17 Zähler auf dem Konto. Ohne Schwächen aber sind die neuseeländischen America's-Cup-Sieger nicht: "In leichteren Winden wie heute sind sie schlagbar", hat nicht nur Erik Heil beobachtet. Bevor die deutschen 49er-Segler ihre EM-Medaillenjagd am Donnerstag fortsetzen, werden sie sich am Mittwochabend zum Geburtstagsessen mit Justus Schmidt treffen.

Bei der parallel ausgetragenen Nacra-17-Europameisterschaft liegen Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer vom Kieler Yacht-Club nach neun Rennen zur Halbzeit auf Platz 11, Johannes Polgar und Carolina Werner auf Platz 26. Im 49erFX sind Tina Lutz und Susann Beucke nach neun Rennen 13., Vicky Jurczok und Anika Lorenz fielen auf Platz 21 zurück.

Hier geht es zu den EM-Zwischenständen.


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Themen: 49er49er FXEuropameisterschaftNacra 17Weymouth

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