Segeln olympisch
"Und dann kam der schwarze Donnerstag"

Vize-Weltmeister Philipp Buhl ist bei der Laser-Europameisterschaft im Klassement abgestürzt. Doch noch ist nicht alles verloren

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 04.03.2016

Alberto Sanchez/Laser EM Gran Canaria Philipp Buhl bei der Laser-EM vor Gran Canaria 2016

Ganz souverän hatte sich Philipp Buhl in der Qualifikationsrunde der Laser-Europameisterschaft auf einem Medaillenrang positioniert. Als Dritter und mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter war der Sonthofener hoffnungsfroh und mit einer Medaille im Visier in den ersten der auf zwei Tage verkürzten Hauptrunde gestartet. Es sollte nicht sein Tag werden. "Und dann kam der schwarze Donnerstag", zog Buhl-Coach Thomas Piesker Bilanz. Mit den Rängen 34, 22, 43 rutschte sein Schützling von Platz drei auf Platz zehn des Klassements ab. "Er ist nicht so gut aus den Starts gekommen und hat danach – anders als in der Vorrunde – keine Überholspuren im enger werdenden Feld der Hauptrunde gefunden", sagte Piesker. "Wir hätten an diesem Tag noch fünf Rennen segeln können, und es hätte vermutlich nicht anders ausgesehen. Es war ein Tag wie im Fußball, in dem ein Team auch in zusätzlichen 90 Minuten den Ball einfach nicht in den Kasten bekommen hätte."

Alberto Sanchez/Laser EM Gran Canaria An den ersten EM-Tagen kam Buhl mit den "Rodeo"-Bedingungen vor Gran Canaria im Qualifikationsfeld bestens zurecht. In den leichten Winden am Vorschlusstag suchte er vergeblich nach seiner Optimallinie

"ich bin f*** wütend über mich selbst", sagte Buhl nach dem verpatzten Renntag. "Nachdem so viel schiefgegangen ist und ich aber trotzdem noch in den Top Ten bin, ist allerdings nicht alles ganz schlimm." Piesker konnte dem rabenschwarzen Tag seines Schützlings aber auch gute Seiten abgewinnen. "So ein Tag kann auf dem Weg zu den Olympischen Spielen auch heilsam sein. Man kann lernen, mit Niederlagen umzugehen und sich darüber wieder auf einige grundlegende Ansätze zu besinnen." Mit 78 Zählern auf dem Konto startet Buhl immer noch mit einer hauchdünnen Medaillenchance in den Finaltag, könnte sich wieder in Richtung Podest vorarbeiten. Sollten alle drei geplanten Rennen stattfinden, ist für den Aktivensprecher der deutschen Segelnationalmannschaft und Vizeeuropameister von 2015 noch einiges drin.

Alberto Sanchez/Laser EM Gran Canaria Fand am Donnerstag seine EM-Erfolgswelle nicht wieder: Philipp Buhl vor Gran Canaria

Zu Platz drei fehlen ihm zwar 25 Punkte, doch ein Blick auf die Ergebnisse am Vorschlusstag verrät, dass auch die anderen Favoriten mit Aussetzern zu kämpfen haben. Etwa der britische Weltmeister Nick Thompson, der das Klassement nach der Qualifikationsrunde souverän angeführt hatte, seine Titelchancen aber am Donnerstag mit drei missratenen Rennen (29, 30, 30) verspielte und heute als 15. auf ein versöhnliches Finale hofft. Der Startschuss für die drei letzten EM-Rennen fällt heute vor Gran Canaria um 12 Uhr mittags (13 Uhr deutscher Zeit). Buhl hat bei der WM im vergangenen Jahr schon einmal seine kämpferischen Qualitäten unter Beweis gestellt und will die Titelkämpfe unbedingt mit einem guten Ergebnis beenden.

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Themen: EuropameisterschaftGran CanariaLaserNick ThompsonPhilipp Buhl

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