Segeln olympisch
Neue Olympia-Chance für Nacra-17-Crews

Anfang Mai waren Deutschlands junge Nacra-17-Teams an der letzten Quali-Hürde für Olympia gescheitert. Jetzt dürfen sie wieder hoffen

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 09.05.2016

Pedro Martinez/Sailing Energy/Hyères Wird der DOSB dem Vorschlag des DSV folgen und den Nacra-17-Seglern (hier: Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann) eine weitere Chance zur Erbringung eines Leistungsnachweises geben?

Vor einer Woche waren Deutschlands Nacra-17-Teams beim Weltcup vor Hyères an der Olympia-Fahrkarte vorbeigesegelt. Zwar konnten sich mit Paul Kohlhoff und Carolina Werner die WM-Fünften von 2015 aus Kiel im nationalen Ausscheidungsduell gegen die Flensburger Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann durchsetze, sie hatten zuvor auch den deutschen Nationenstartplatz für die olympische Regatta in der neuen olympischen Mixed-Katamaran-Klasse gesichert. Doch eine Hürde war zu hoch: Keines der beiden deutschen Teams konnte Stufe zwei des Qualifikationsmodus erfüllen. Es fehlt in der Gesamtwertung nach drei vorab festgelegten Ausscheidungsregatten die deutsche Platzierung unter den besten zehn Nationen. Hier reichte es nur zu Platz zwölf. Der Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen schien geplatzt. Doch nun gibt es eine neue Chance – für beide Mannschaften.

Jesus Renedo/Sailing Energy/Weltcup Hyères Sie sind das Maß der Dinge im Nacra 17: Die französischen Weltmeister Billy Besson und Marie Riou

Auf Empfehlung des Olympia-Segelausschuss (OSA) hat das Präsidium des Deutschen Seglerverbandes beschlossen, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) neben den sechs bereits für die Spiele qualifizierten Teams auch vorzuschlagen, den jungen Nacra-Mannschaften die Chance zu geben, bei einem weiteren Wettkampf eine Top-Leistung zu erbringen. In Frage kommt der Weltcup vor Weymouth Anfang Juni. Paul Kohlhoff und Carolina Werner würden ihre drei Punkte Vorsprung (16:13) ins deutsch-deutsche Ausscheidungs-Duell mitnehmen. Gefordert wäre dann aber nicht nur der Duell-Sieg, sondern auch eine Top-Ten-Platzierung im voraussichtlich weltmeisterlich besetzten Weltcup-Feld.

Pedro Martinez/Sailing Energy/Hyères Beim Weltcup vor Hyères mussten Kohlhoff/Werner eine Kenterung wegstecken und konnten die Qualifikationshürde in der Folge nicht mehr nehmen

Die endgültige Entscheidung, ob es diese Chance geben wird, liegt nun beim DOSB, der in seiner ersten Nominierungsrunde am 31. Mai auf Vorschlag des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) voraussichtlich erst einmal jene sechs Segel-Teams bekanntgeben wird, die sich klar qualifizieren konnten: Philipp Buhl (Laser), Toni Wilhelm (RS:X Surfen), Erik Heil/Thomas Plößel (49er), Victoria Jurczok/Anika Lorenz (49erFX), Ferdinand Gerz/Oliver Szymanski (470er Männer), Annika Bochmann/Marlene Steinherr (470er Frauen). Weitere Sportlerinnen und Sportler können vom DOSB auch am 25. Juni und am 4. Juli noch nominiert werden.

Pedro Martinez/Sailing Energy/Hyères Dem DOSB zur Nominierung vorgeschlagen: Vize-Weltmeister und Weltcup-Sieger Philipp Buhl im Laser


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Themen: Carolina WernerJan Hauke ErichsenLea SpitzmannNacra 17Olympische SpielePaul Kohlhoff

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