Segeln olympisch
Mit "Matilda" siegreich in die zweite Olympia-Kampagne

Vicky Jurczok und Anika Lorenz sind nach der Winterpause und einem erfolgreichen Trainingsblock vor Mallorca siegreich in Olympia-Kampagne Nummer zwei gestartet

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 01.04.2017
Weltcup Hyères 2017 (1. Finaltag): Jurczok/Lorenz gewinnen Silber! Weltcup Hyères 2017 (1. Finaltag): Jurczok/Lorenz gewinnen Silber! Weltcup Hyères 2017 (1. Finaltag): Jurczok/Lorenz gewinnen Silber!

Lars Wehrmann/DSV Weltcup Hyères 2017 (1. Finaltag): Jurczok/Lorenz gewinnen Silber!

Die Konkurrenz war noch nicht so stark, und die Saison hat gerade erst begonnen: Dennoch haben Vicky Jurczok und Anika Lorenz vom Verein Seglerhaus am Wannsee mit ihrem Sieg beim spanischen Regatta-Klassiker Trofeo Princesa Sofía ihre Entschlossenheit klargemacht: Die zweite Olympia-Kampagne ist eingeläutet, der Auftakt kann sich sehen lassen. Mit acht Siegen in 17 Wettfahrten zeigten die Berlinerinnen der Konkurrenz ihr ganzes Können, spielten ihre Routine vor allem am letzten Tag aus, als im zweiten von drei geplanten Finalläufen der Wind auf 25 Knoten und mehr zunahm, sodass acht von zehn Booten das Ziel aufgrund von Kenterungen in Serie gar nicht erreichten. Nur die deutschen Spitzenreiterinnen mit ihrem 49erFX "Matilda" und eine italienische Crew kamen durch. Der dritte Finallauf musste aufgrund zu starker Winde sogar gestrichen werden.

Jesús Renedo/Trofeo Princesa Sofía Mit 25 Knoten und mehr wirbelte der Wind das Finalfeld der 49erFX-Flotte durcheinander. Nur die Berlinerinnen Jurczok/Lorenz und ein italienisches Team kamen durch

Jesús Renedo/Trofeo Princesa Sofía Bleiben ein starkes Team: Vicky Jurczok und Anika Lorenz auf Mallorca

Lars Wehrmann/DSV Wieder voll da und auf Kurs 2020: Victoria Jurczok/Anika Lorenz bei der Trofeo Princesa Sofia vor Palma de Mallorca

In der Endabrechnung hatten Jurczok/Lorenz bei 47 Zählern auf dem Konto 49 (!) Punkte Vorsprung vor den zweitplatzierten Norwegerinnen. "Viele namhafte Teams fehlten bei dieser Regatta noch, aber wir haben trotzdem einen guten Job gemacht", zog Steuerfrau Vicky Jurczok motiviert Bilanz. Das Team hat mit dem neuen britischen Coach Dave Evans und dem deutschen 49erFX-Team nach der Winterpause ein Trainingslager vor Mallorca absolviert. "Die längere Pause hat uns gutgetan. Das Training war sehr effektiv. Wir fühlen uns frisch", sagte Jurczok. Die VSaW-Crew setzt in diesem Jahr ihren Schwerpunkt auf viel Training am Olympia-Stützpunkt in Kiel. Dort können wir effektiv arbeiten, unser Gewichtsproblem (Red.: Die Mannschaft kämpft chronisch mit leichtem "Untergewicht", hat allerdings am Finaltag in starken Winden trotzdem Klasse bewiesen) in den Griff bekommen, das Gym nutzen und haben generell mehr Zeit als auf Reisen." Dazu wartet im Juni und im Juli eine doppelte Regatta-Herausforderung im Heimatrevier: Der Kieler Woche folgt die Europameisterschaft für die olympischen Klassen 49erFX, 49er und Nacra 17 mit vielversprechender deutscher Beteiligung in allen drei Disziplinen.

Ihre Möglichkeiten als neu formierte Nacra-17-Crew testeten vor Mallorca Jan Hauke Erichsen und Ann-Kristin Wedemeyer. Die Crew vom Flensburger Segel-Club segelte erstmals gemeinsam eine Regatta und hinterließ dabei mit einigen guten Einzelresultaten einen positiven Eindruck. Über eine gemeinsame Zukunft will die Mixed-Mannschaft in naher Zukunft entscheiden. Wann und in welchen voneinander getrennten Formationen die Olympia-13. Paul Kohlhoff und Carolina Werner in die Katamaran-Klasse Nacra 17 zurückkehren, ist weiterhin offen.

Lars Wehrmann/DSV "Zurückgekämpft": Philipp Buhl segelte im Schlussspurt bei der Trofeo Princesa Sofía auf Platz neun

Einen hervorragenden Eindruck hinterließen in spanischen Gefilden die 49er-Segler Tim Fischer und Fabian Graf (NRV/VSaW). Der 22-jährige Steuermann und sein 21-jähriger Vorschoter segelten vor Palma de Mallorca mit zehn Top-Ten-Platzierungen und einem Tagessieg auf einen beachtlichen siebten Platz, während die 470er-Crews bei den Männern und Frauen als jeweils Elfte knapp die Medaillenrennen verpassten. Vize-Weltmeister Philipp Buhl konnte sich im Laser nach einer Achterbahnfahrt durch die Ergebnisliste als Zehnter doch noch knapp für das Medaillenrennen qualifizieren, in dem er sich mit Rang fünf auf Platz neun vorarbeitete und die Regatta mit positiver Note beendete: "Ich habe mich in einer Regatta mit vorwiegend sehr leichten Winden zurückgekämpft. Das war gut. Ziehe ich den Frühstart ab, wäre Platz fünf drin gewesen. Alles in allem also ist die Bilanz vielversprechend – auch mit Blick auf die starken Einzelresultate von Theo und Nik und damit für unsere Trainingsgruppe." Alle Sieger und alle Ergebnisse hier .

Lars Wehrmann/DSV Versöhnlicher Abschluss nach "Achterbahnfahrt": Laser-Vizeweltmeister Philipp Buhl


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Themen: 49erFXLaserMallorcaPhilipp BuhlTrofeo Princesa SofiaVicky Jurczok/Anika Lorenz

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