Segeln olympisch
Happy End für Finn-Segler Kasüske

Erst führte Phillip Kasüske im Finn Gold Cup sensationell, dann stürzte er binnen 24 Stunden auf Platz 11 ab. Das Happy End folgte im Finale

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 13.05.2016

Finn Gold Cup/Robert Deaves Der 4. WM-Titel für Giles Scott

Eine Achterbahnfahrt ist nichts gegen das, was Philipp Kasüske beim Finn Gold Cup in italienischen Gewässern vor Gaeta erlebt hat. Der Berliner Steuermann vom Verein Seglerhaus am Wannsee war mit dem Ziel nach Italien gereist, bei der Weltmeisterschaft der olympischen Einhandsegler einen Platz in den Top 25 zu erkämpfen. Nach vier von sechs Regattatagen und vier Rennen fand sich der 21-Jährige plötzlich an der Spitze des gesamten Klassements wieder. Hinter ihm lagen Segelgrößen wie der aktuelle Finn-Dominator, Ainslie-Thronfolger, Weltmeister und America's-Cup-Taktiker Giles Scott, der olympische Silbermedaillen-Gewinner Jonas Hogh-Christensen und eine Reihe weiterer Top-Leute.

Finn Gold Cup/Robert Deaves Im Kreis der Finn-Größen: Phillip Kasüske (3.v.r.) beim Fototermin vor dem Medaillenfinale

Kasüske hatte sich seine guten Ergebnisse und einen Tagessieg auf dem Weg an die Spitze in leichten Winden erkämpft, in denen er mit Trainer Baggøe und der jungen deutschen Finn-Trainingsgruppe in diesem Jahr häufig unterwegs war. Als der Wind am fünften Tag der Weltmeisterschaft, die in dieser Klasse traditionell den Titel Finn Gold Cup trägt, kräftig zugenommen hatte, konnte Kasüske den Erfahrenen im Feld aber nicht mehr Paroli bieten und rutschte an nur einem Tag mit drei zweistelligen Ergebnissen von Platz eins auf Platz elf zurück. Damit schien sogar die zuvor fast sichere Teilnahme am Medaillenrennen geplatzt zu sein. Doch aufgrund einer Disqualifikation eines Gegners rückte Kasüske nach und durfte doch ins Medaillenfinale einziehen, in dem er Neunter wurde.

Finn Gold Cup/Robert Deaves Traumkulisse, starke Gegner: Philipp Kasüske in seinem ersten Finale eines Finn Gold Cup

Seinen vierten WM-Titel sicherte sich Giles Scott vor Jonas Hogh-Christensen und dem Niederländer Pieter-Jan Postma. Phillip Kasüske beendete die Titelkämpfe als Zehnter und tankte damit jede Menge Motivation für die kommenden Jahre. "Ich hätte es mir nicht besser erträumen können", sagte Kasüske nach der Siegerehrung, "Mit Platz 10 bin ich megaglücklich, auch wenn es zwischendurch nicht so lief, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich hoffe, dass mein Erfolg nicht nur mir, sondern auch der Trainingsgruppe Auschwung gibt und wir in den nächsten Jahren weiter nach vorne kommen."

Die junge Trainingsgruppe, der Kasüske unter Regie von Coach Per Baggøe angehört, trainiert für die Olympischen Spiele 2020. Eine Nominierungschance für die Olympischen Spiele 2016 hat kein deutscher Finn-Steuermann, da in dieser Klasse der Nationenstartplatz nicht gesichert werden konnte. Der Kieler Max Kohlhoff segelte im Feld der 73 Finn-Dinghys auf Platz 31, Eike Martens auf Platz 34.

Finn Gold Cup/Robert Deaves Mit ihnen dürfte auch bei der olympischen Regatta im August zu rechnen sein: der alte und neue Weltmeister Giles Scott, WM-Silbermedaillengewinner Jonas Hogh-Christensen (r.) und Bronze-Mann Pieter-Jan Postma

Philipp Buhl: gelungener WM-Start mit kleinen Fehlern

Fast gleichzeitig mit dem Ende des Finn Gold Cups ist Philipp Buhl in Mexiko in die Laser-Weltmeisterschaft gestartet. Der Sonthofener Olympia-Hoffnungsträger der deutschen Segel-Nationalmannschaft hatte die Titelkämpfe am Donnerstag als Siebter solide eröffnet. Nach WM-Bronze 2013 und WM-Silber 2015 will der Aktivensprecher der Olympiasegler drei Monate vor den Olympischen Spielen eine weitere Medaille gewinnen. "Der Wind war zum Auftakt ziemlich cool, so zwischen 13 und 17 Knoten. Super schöner Wind, Seebrise, sehr heiß. Meine Leistungen waren zum Auftakt ganz gut mit einem dritten Rang im ersten Rennen und Rang eins an der Luvmarke im zweiten Rennen. Dann gab's eine kleine Protestsituation durch eine minimale Berührung. Das war ärgerlich. Danach habe ich noch eine gelbe Flagge.einkassiert und es wurde am Ende ein zwölfter Rang. Ich habe mir das Leben also zum Auftakt selbst ein bisschen schwer gemacht, aber sechs Tage kommen noch und das Wichtigste ist, dass ich gut starten kann und schnell bin. Das läuft!"

SailingEnergy/Pedro Martinez Ist mit kleinen Fehlern, aber sicher und schnell in die Laser-WM gestartet: Philipp Buhl


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Themen: Finn Gold CupItalienLaserPer BaggøePhilipp BuhlPhillip KasüskeWeltmeisterschaft

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