Der Kampf um die 10. Olympia-Medaille
Die Mixed-Offshore-Alternativen: drei Vorschläge im Rennen

Auf der Suche nach einem vom IOC gewünschten Alternativ-Vorschlag für Mixed-Offshore bei Olympia 2024 werden drei von 15 Vorschlägen genauer beleuchtet

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 01.05.2021
Die seit Kurzem für Olympia 2020 im Jahr 2021 qualifizierten 470er-Seglerinnen Luise Wanser und Anastasiya Winkel könnten auch von der bevorstehenden Entscheidung betroffen sein, falls im 470er doch weiter wie bisher getrennt in Männer- und Frauen-Teams gesegelt wird Die seit Kurzem für Olympia 2020 im Jahr 2021 qualifizierten 470er-Seglerinnen Luise Wanser und Anastasiya Winkel könnten auch von der bevorstehenden Entscheidung betroffen sein, falls im 470er doch weiter wie bisher getrennt in Männer- und Frauen-Teams gesegelt wird Die seit Kurzem für Olympia 2020 im Jahr 2021 qualifizierten 470er-Seglerinnen Luise Wanser und Anastasiya Winkel könnten auch von der bevorstehenden Entscheidung betroffen sein, falls im 470er doch weiter wie bisher getrennt in Männer- und Frauen-Teams gesegelt wird

World Sailing/Uros Keks Kleva Die seit Kurzem für Olympia 2020 im Jahr 2021 qualifizierten 470er-Seglerinnen Luise Wanser und Anastasiya Winkel könnten auch von der bevorstehenden Entscheidung betroffen sein, falls im 470er doch weiter wie bisher getrennt in Männer- und Frauen-Teams gesegelt wird

Der Kampf um die zehnte Olympia-Medaille für 2024 geht in die vorentscheidende Phase: Nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) bei anhaltender Prüfung der vom Weltseglerverband ursprünglich vorgeschlagenen Segel-Disziplin Mixed-Offshore um Alternativ-Vorschlägen gebeten hat, ist die erste Vorbereitungsrunde auf der Suche nach passenden Alternativen unter Weltseglerverbandsdach abgeschlossen.

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15 Vorschläge haben den Weltseglerverband nach dessen Aufruf erreicht, viele davon mehrfach. Nationale Mitgliedsverbände, Klassenvereinigungen, Komitee-Vorsitzende und der Vorstand selbst waren aufgefordert, ihre Ideen einzureichen. Die vollständige Liste aller 15 Vorschläge ist auf der World-Sailing-Homepage (www.sailing.org) hier veröffentlicht. Daraus ist nach Vorab-Analyse des World-Sailing-Vorstands und in Abgleich mit den anspruchsvollen IOC-Anforderungen eine Kurzliste von drei Vorschlägen geworden. Keiner der anderen zwölf Vorschläge, darunter beispielsweise Starboot-Mixed oder Mixed-Matchracing mit zwei Personen auf einem Kielboot, erschien World Sailings Vorstand stark genug, die anspruchsvollen IOC-Anforderungen erfüllen zu können.

Jesus Renedo / Sailing Energy / World Sailing Gibt es für die Kiter 2024 zwei Wettbewerbe statt einem? Das ist einer der Vorschläge, über dessen Vorlage beim IOC der Weltseglerverband noch vor Ende Mai zu entscheiden hat

Welche Idee also hat das Potenzial, die vom IOC offenbar wenig goutierte Neu-Disziplin Mixed-Offshore noch vor der geplanten Premiere 2024 zu ersetzen? Während die seit mehr als einem Jahr weltweit trainierenden Mixed-Offshore-Segler bangen, hoffen andere auf ihre Last-Minute-Chance. Zugelassen zur näheren Untersuchung durch die relevanten World-Sailing-Komitees und für die finale Abstimmung im Council wurden die folgenden drei Alternativ-Vorschläge:

  1. AUS EINER KITE-DISZIPLIN WERDEN ZWEI: Der Vorschlag sieht die Aufteilung des bislang für 2024 vorgesehenen Kite-Mixed-Events in einen Frauen- und einen Männer-Wettbewerb vor. Mit diesem Schritt bliebe die zehnte Medaille bei sogar sinkender Athletenzahl (im Abgleich zum Rechenmodell mit Mixed-Offshore) am leichtesten gesichert. Der Boot-Segelsport gäbe eine weitere Medaille an den Board-Segelsport ab.
  2. IM 470ER ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT: Vorgeschlagen ist die Beibehaltung der aktuellen Aufteilung von jeweils einer Frauen- und einer Männer-Diziplin im 470er statt der für 2024 geplanten und von Athleten längst betriebenen Mixed-Variante. Ein vordergründig leichter Schritt, der jedoch auf dem Rücken jener ausgetragen würde, die seit 2020 Mixed-Teams formiert haben und längst intensiv trainieren.
  3. EINE EINHANDJOLLE FÜR EIN MIXED-EVENT: Die Einführung eines neuen Mixed-Wettbewerbs im Laser Radial, der als Bootsklasse dann sogar zweimal repräsentiert wäre, weil er als Frauen-Einhand-Disziplin bleibt. Die Idee: Jeweils zwei Boote einer Nation, besetzt mit einer Frau und einem Mann, segeln gegen zwei Boote eines anderes Landes. Das Team mit dem letzten Boot im Ziel verliert das Rennen. Vorgesehen wären eine "Round-Robin-Runde" (jedes Team gegen jedes andere), Viertel- und Halbfinale sowie ein Duell um Gold und Silber und ein kleines Finale um Bronze.

Die World-Sailing-Komitees werden diese drei Vorschläge am 10. und 11. Mai während des Halbjahres-Meetings des Weltseglerverbandes beleuchten, diskutieren und dem World-Sailing-Board anschließend ihre Vorschläge unterbreiten. Die endgültige Entscheidung darüber, welche Alternativ-Vorschläge dem IOC für die dort offenbar kaum durchsetzbare Disziplin Mixed-Offshore unterbreitet werden sollen, fällt am 14. Mai nach Abstimmung im World-Sailing-Council. Geplant ist, dem IOC anschließend noch vor der gesetzten Deadline am 26. Mai zwei Alternativ-Vorschläge in der präferierten Reihenfolge zu unterbreiten.


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