Testregatta Rio
"Der Glücksfaktor ist höher als sonst"

Rio de Janeiros Windroulette strapaziert die Nerven auch der Besten. Am Mittwoch mussten erneut viele Wettfahrten bei Flaute abgesagt werden

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 20.08.2015

SailingEnergy/Pedro Martinez Vize-Weltmeister Philipp Buhl muss unter komplizierten Windbedingungen um seinen Platz im Medaillenrennen und den Anschluss an die Spitze kämpfen

Erst hatten sie Pech, und dann blieb der WInd aus: Der fünfte Tag der olympischen Testregatta vor Rio de Janeiro brachte der deutschen Mannschaft kein Glück im Übermaß. Doch auch andere renommierte Segelstars stolpern immer wieder in den komplizierten und teilweise unberechenbaren Wind- und Strombedingungen.

SailingEnergy/Pedro Martinez Schöne Studie von Laser-Steuermann Philipp Buhl

Hoffnungsträger Philipp Buhl liegt nach Rang acht in seinem einzigen Rennen des Tages auf Platz elf. Der Laser-Vizeweltmeister kämpft in den verbleibenden drei Rennen um einen Platz im Medaillenfinale der besten zehn Laser-Steuerleute und den Anschluss an die Spitze, die er in dieser Saison so oft selbst gebildet hatte. "Die Ergebnislisten aller Disziplinen zeigen, dass die Top-Favoriten hier nicht sicher vorn sind. Weder ein sonst kaum schlagbarer Giles Scott im Finn-Dinghy noch Olympiasieger und Weltmeister Mathew Belcher im 470er dominieren ihre Felder wie sonst. Der Glücksfaktor spielt im Olympiarevier von Rio schon eine höhere Rolle als sonst. So sieht es jedenfalls aus", sagte Philipp Buhl, der sich aber auf den Vorschlusstag seiner Laserklasse freut: "Wir können morgen noch drei Rennen auf dem Außenkurs Niteroi segeln. Wenn es Bedingungen gibt, die ich in Rio mag, dann werden es die von morgen sein. Es ist für unseren Kurs Niteroi ein guter Gradientwind vorhergesagt. Damit sind meine Chancen, wieder nach vorn zu segeln, am größten."

Sailing/Energy/Pedro Martinez Artistisch mit dem Nacra 17 im Einsatz: Paul Kohlhoff und Carolina Werner

Die Shooting-Stars Paul Kohlhoff und Carolina Werner fielen im Nacra 17 nach grandiosen Leistungen an den Vortagen im Wind-Poker am Mittwoch mit einem 13. und 10. Rang auf Platz drei zurück. Im 470er der Männer lagen die Europameister Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski in aussichtsreicher Position, als ihnen das Großfall aus dem Schloss sprang. Nach Rang acht im einzigen Rennen des Tages liegen der Münchner und sein Berliner Vorschoter nun auf Platz neun. Gerz sagte: "Heute wäre deutlich mehr gegangen. Und unser erster Tag war natürlich ein richtiger Mist. Aber es geht noch viel. Es sind noch fünf Wettfahrten plus Medaillenrennen."

Tina Lutz und Susann Beucke liegen nach Rang zehn in nur einem Tagesrennen der 49erFX-Flotte auf Platz 13. Ihre 470er-Teamkameradinnen Annika Bochmann und Marlene Steinherr sind nach fünf Wettfahrten 15., und RS:X-Surfer Toni Wilhelm brachte Rang sechs am Mittwoch Platz zehn im Gesamtklassement ein. Eine Zwangspause legten die 49er ein, die keines ihrer drei angesetzten Rennen fahren konnten. Weil es in Rio de Janeiro bereits um 17.30 Uhr Ortszeit dunkel wird, ist das Zeitfenster mit Starts ab 13 Uhr sehr klein und lässt den Wettfahrtleitungen bei schlechten Segelbedingungen kaum Luft für Verschiebungen. Zwei Tage bleiben, um die Ausfälle zu kompensieren. Allein am Donnerstag sollen 28 Wettfahrten stattfinden. Am Samstag stehen die Medaillenrennen in allen zehn olympischen Disziplinen auf dem Programm.

Hier geht es zu den Ergebnissen

SailingEnergy/Jesús Renedo Annika Bochmann und Marlene Steinherr im 470er


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Themen: LaserNacra 17Paul Kohlhoff/Carolina WernerPhilipp BuhlRio de JaneiroTestregatta

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