Segel-Weltmeisterschaft
Aarhus prüft die WM-Flotte zum Auftakt mit flauen Winden

Es waren nicht die Wunschbedingungen der DSV-Flotte, in denen die Segel-WM in der Bucht von Aarhus eröffnet wurde. Auch bei den Ergebnissen ist "Luft nach oben"

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 02.08.2018
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Sailing Energy/World Sailing Tag 1

Die Nationalflaggen der 85 teilnehmenden Nationen hingen im neuen modernen Hafenviertel Aarhus Ø zum Auftakt der Segelweltmeisterschaft für Olympioniken und Kiter zunächst einmal schlaff an den Masten. Das spiegelglatte Wasser kräuselte sich zu Füßen des neuen Internationalen Segel-Zentrums von Aarhus nur langsam. Die Segler waren bereit, das Wetter nicht: Nach vielen Wochen mit erstklassigen Segelbedingungen in der Bucht von Aarhus fehlte ausgerechnet am ersten Tag der mit Spannung erwarteten Welttitelkämpfe für alle zehn olympischen Segeldisziplinen und die Kiter der Wind. Erst mit zweistündiger Verspätung konnten am Donnerstag die ersten Wettfahrten der Klassen Finn, 470er Männer und Frauen bei teilweise extrem flauen Bedingungen nach und nach ausgetragen werden. Für das German Sailing Team war es kein Auftakt nach Wunsch, obwohl einzelne Segler erste Akzente setzen konnten.

Sailing Energy/World Sailing Dänemarks olympische Bronzemedaillen-Gewinnerin Anne Marie Rindom trägt die Flagge für die Gastgeber und strahlt

Wie in Dänemark der Auftakt zur Segel-Weltmeisterschaft der Olympioniken und Kiter gefeiert wurde

tati War an Tag 1 der WM noch nicht gefordert: 49er-Vorschoter Max Boehme arbeitete mit seinem Steuermann Justus Schmidt am 49er der Crew aus Kiel. Der Blick auf Boehmes Rücken zeigt, dass im Hafen reichlich Marienkäfer unterwegs sind. Vielleicht bringen sie ja Glück…

Vor allem die gerade erst bei der Europameisterschaft mit Silber und Bronze erfolgreichen 470er-Seglerinnen Frederike Loewe/Anna Markfort (Verein Seglerhaus am Wannsee) und Nadine Boehm/Ann-Christin Goliaß (Deutscher Touring Yacht-Club) mussten sich zunächst auf den Plätzen 21 (19, 25) und 24 (13, 33) einreihen. "Das war nicht der Auftakt, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Wir wussten, dass es schwierig wird. Aber es ist auch noch lange nicht vorbei. Da ist noch Luft nach oben", sagte Anna Markfort kämpferisch. Malte Winkel und Matti Cipra (Schwerin) liegen als bestes deutsches 470er-Team nach nur einem Rennen mit Rang 9 in ihrer Gruppe auf Platz 18 im Zwischenklassement.

Sailing Energy/World Sailing Phillip Kasüske kreuzte die Ziellinie zum WM-Auftakt in seiner Gruppe als Siebter

Im Finn-Dinghy dagegen konnten sich Phillip Kasüske (Berlin) und Simon Gorgels (Schwabach) in ihren Gruppen mit siebten Rängen jeweils gut in Szene setzen. Ihre Serie setzen sie im Feld der 90 Finn-Steuerleute aus 41 Nationen am Freitag von den Plätzen 13 und 14 fort. Dass die nervenzerrenden Bedingungen dennoch keine reine Lotterie ergaben, bewiesen die Spitzenreiter in allen drei Disziplinen.

Während die Worte "glücklich", "drehend" und "trickreich" am Abend schneller durchs Hafenvorfeld flogen als in einem Kasino, zeigten die Ranglisten, dass viele Top-Athleten in ihren Klassen auch mit den komplizierten Bedingungen zurechtkamen: Das einzige 470er-Rennen des Tages bei den Männern gewannen die schwedischen Europameister Anton Dahlberg und Frederik Bergström vor den griechischen Rio-Bronzemedaillen-Gewinnern Panagiotis Mantis und Pavlos Kagialis und den australischen Olympiasiegern Matt Belcher und Will Ryan. Bei den 470er-Frauen konnte sich die Rio-Bronzemedaillen-Gewinnerin Camille Lecointre mit ihrer neuen Vorschoterin Alois Retornaz an die Spitze setzen. Weniger gut zurecht kamen die britische Olympiasiegerin Hannah Mills und ihe neue Vorschoterin Eilidh McIntyre, die als Achte in ihren zweiten Tag starten werden. Im Finn-Dinghy liegt Top-Favorit Jorge Zarif nach dem einzigen Rennen des Tages in Führung. Sowohl Doppel-Olympiasieger Torben Greal als auch Laser-Legende Robert Scheidt waren vor Ort, um ihrem erst 25 Jahre alten Landsmann und Finn-Steuermann den Rücken zu stärken und ihm Glück zu wünschen.

Sailing Energy/World Sailing Kaum zurück vom Volvo Ocean Race, das sie mit Simeon Tienponts Team AkzoNobel bestritten hat, schwingt 49erFX-Olympiasiegerin Martine Grael schon wieder die brasilianische Flagge bei der Weltmeisterschaft und will ab Samstag erneut im FX angreifen

Am Freitag steigen auch die Laser-Radial-Seglerinnen und Hoffnungsträger Philipp Buhl mit seinen Laser-Teamkameraden in die Serie ein. Der Allgäuer Lasersegler führte das German Sailing Team bei der Eröffnungsfeier am Donnerstagabend als Fahnenträger an und will um den WM-Titel kämpfen: "Es kann losgehen. Ich bin bereit und freue mich."

Sailing Energy/World Sailing Ließ bei der Eröffnungsfeier die deutsche Flagge wehen: Laser-Steuermann Philipp Buhl steigt am Freitag in die Welttitelkämpfe ein


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Themen: AarhusBrehm/GoliassLoewe/MarkfortPhillip KasüskeSegel-WeltmeisterschaftSimon GorgelsWinkel/Cipra

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