Nordseewoche
Mehr Raum in der Außenelbe

Die Fahrwasserführung in der Außenelbe wurde geändert. Davon profitieren auch Teilnehmer an den Zubringerregatten der Nordseewoche

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 14.05.2014

Hinrich Franck Die Nordseewoche-Flotte in der Außenelbe

Bisher kamen an der Elbmündung Berufsschiffe mit großem Tiefgang den einlaufenden Schiffen recht nahe und schufen Verwirrung bei Seglern, die die Seekarte nicht eingehend studiert hatten. Der Grund auf dem Lüchtergrund. Denn nördlich von Neuwerk wird das Fahrwasser der Elbe deutlich breiter, der grüne Tonnenstrich verläuft dicht an Scharhörn und dem Mittelgrund Richtung Kugelbake. Der nördliche rote Tonnenstrich machte einen großen Bogen dicht am Gelbsand und am Großen Vogelsand vorbei. Bis zu 1,5 Seemeilen lagen zwischen den Fahrwassertonnen. Viel Platz, scheinbar: Für große Berufsschiffe mit viel Tiefgang ist das keine befahrbare Rinne, denn dazwischen lag der Neue Lüchtergrund mit Wassertiefen unter zehn Metern. Nur Schiffe mit weniger großem Tiefgang konnten elbauswärts entlang der roten Tonnen durch die sogenannte Norderrinne und so, wie es sich gehört, auf der rechten Fahrwasserseite fahren. Berufsschifffahrt mit großem Tiefgang wurde – mit einer Ausnahmeregelung vom Rechtsfahrgebot – dicht südlich des Neuen Lüchtergrunds durch die "Mittelrinne" geschickt, also eigentlich auf der falschen Seite des Fahrwassers.

Peschke Verlag Fahrwasseränderung in der Außenelbe

Jetzt findet sich in der Bekanntmachung für Seefahrer 36/14 des WSA Cuxhaven eine für die Nordseewochen-Teilnehmer und jeden Cuxhaven-Helgoland Segler wichtige Änderung: "Aufweitung der Mittelrinne als normales Fahrwasser und Streichung der Norderrinne als ausgehendes Fahrwasser."

Winterstürme und der starke Tidenstrom der Elbe haben vom Südrand des Neuen Lüchtergrundes viel Sand abgetragen und im Bereich der Norderrinne angelagert. Damit musste ab dem 10. April die Norderrinne als betonnter Schifffahrtsweg aufgegeben werden; alle ausgehenden Schiffe laufen nun durch die Mittelrinne. Die ehemals an der Norderrinne positionierten roten Fahrwassertonnen werden auf Positionen südlich des Neuen Lüchtergrundes verlegt. Die Kardinaltonnen zur Abgrenzung der Mittelrinne vom Neuen Lüchtergrund entfallen.

Freuen können sich so die Nordseewoche-Teilnehmer des MINOX Cups Cuxhaven-Helgoland am Pfingstsonnabend morgens und die Racer auf der Sundowner-Regatta am Freitagabend zuvor. Denn das bedeutet, dass bei den Regatten von Cuxhaven nach Helgoland mehr Raum ohne nennenswerte Berufsschifffahrt zur Verfügung steht, und damit auch mehr taktische Optionen. Allerdings ist die Orientierung schwieriger geworden, da die Tonnen, die früher die Grenze zu den Sänden markierten, weniger geworden sind. Aktuelles Kartenmaterial ist daher wichtig, wie etwa der neu erschienene Kartensatz "DIE ELBE".

Einen Zusammenschnitt der vergangenen Nordseewoche können Sie sich hier anschauen:

Dieser Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung.


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Themen: AußenelbeFahrwasserLüchtergrundNordseewoche

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