77. Nordseewoche

Gut besuchtes Kultregatta-Wochenende

Fast 2.000 Segler trafen sich mit 160 Yachten auf Helgoland. Zum Abschluss startete gestern die Langstreckenregatta Helgoland–Edinburgh

Johannes Erdmann am 14.06.2011
"Xenia" (rechts) und "Vineta" beim Helgoland-Rund-Rennen

"Xenia" (rechts) und "Vineta" beim Helgoland-Rund-Rennen

Einer Invasion gleich überfielen vergangenes Wochenende traditionsgemäß zum 77. Mal unzählige Segler den roten Felsen in der Nordsee. Bereits am Freitagmorgen starteten von Hamburg aus 14 Schiffe zum Haspa Private Banking Cup und nahmen Kurs auf Cuxhaven. Von dort folgte noch am selben Abend die SE-Vibe Out Series Sundowner-Regatta hinüber auf die Insel. Samstagmorgen starteten dann mehrere weitere Zubringerregatten von Cuxhaven, Bremerhaven, Wilhelmshaven und der Hallig Hooge.

Tags darauf, am Sonntag, nahmen 102 Schiffe teil am BHF-Bank-Cup Rund Helgoland. Sieger in der Klasse ORCC 1 wurde "Amuse-Bouche" mit Skipper Klaus-Thomas Krüger. In der Gruppe ORCi 1 gewann der Neubau "Xenia", eine XP 44 von Ralf Lässig, in der ORC 3/4 die "ReläXX", eine X-332 von Jens Ralf Schade. Siegerin in der Gruppe ORCi2 wurde die Yacht "Patent 3" von Patentanwalt Jürgen Klinghardt aus Bremen. Bereits am Vortag hatte der amtierende Weltmeister der ORCi-2-Klasse und dreifache Deutsche Meister (2006, 2008 und 2009) den Gesamtsieg in der SE Vibe Out Series, einer Regatta-Serie für ambitionierte Crews, eingefahren.

Zwischen den Rennen blieb an den Abenden genügend Zeit, ins Gespräch mit den anderen Seglern zu kommen. Die Gemeinschaft und die Partys sind seit vielen Jahren fester, wichtiger Bestandteil der Veranstaltung. Den beschränkten Abmessungen der Insel ist es gedankt, dass man im Laufe der Regattatage jedem Segler zwangsläufig mehr als einmal über den Weg läuft.

Hoch am Wind

Hoch am Wind

Zum Abschluss der Regatten rund um die Insel fand am Montag die Inducon Cup Helgoländer Acht statt. Die Crews von immerhin 50 Yachten schafften es um 10.35 Uhr aus der (nach der Sonntagabend-Party) sicher sehr verlockenden Koje an die Startlinie. Zwischen der Nachbarinsel Düne und Helgoland segelte das Feld zunächst an der Kreuz nach Norden, um dann nach Westen zu steuern und die Insel gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden. Nach einem Haken zur Ostseite der Düne liefen die Schiffe einige Stunden später zwischen den Inseln ins Ziel. Sieger der ORCC 1 wurde "Leu" von Albert Schweizer, in der Gruppe ORCi 1 gewann erneut "Xenia". Auch "Patent 3" konnte in der Klasse ORCi 2 einen erneuten Sieg einfahren. Bei den ORC 3/4 war "Coyote" mit Jan Schwital erfolgreich.

Holger und Claudia Neugebauer gewannen mit drei Siegen auf ihrer X-332 "ReläXX" den Nordsee-Cup. Das Schiff wurde von Ralf Schade vom Wassersportverein Wulsdorf gesteuert. Sie siegten in den Regatten Bremerhaven–Helgoland, dem BHF-Bank Cup Rund Helgoland und dem Inducon Cup Helgoländer Acht.

Unter Spinnaker vorbei am Felsen

Unter Spinnaker vorbei am Felsen

Gegen 17.30 Uhr machten sich gestern Nachmittag schließlich 37 der 160 Schiffe der Nordseewoche auf den Weg beim Helgoland Edinburgh Race. Die Schiffe können auf dem Racetracker (hier klicken) verfolgt werden. Derzeit führt die "Haspa Hamburg", dicht gefolgt von der "Bank von Bremen". Sie werden das Ziel nach 420 Nordseemeilen voraussichtlich morgen Nachmittag erreichen.

Einige der Teilnehmer starten dann am 19. Juni erneut zur vom ASV Aachen ausgeschriebenen ASV Offshore Challenge. Nonstop segeln die Schiffe von Edinburgh rund Skagen nach Kiel.

Die Ergebnisse können hier eingesehen werden: www.nordseewoche.org

Johannes Erdmann am 14.06.2011

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