Regatta

Zwei Segler sterben in Australien – wieder ein Kielverlust

Bei Fremantle sind am Wochenende zwei Segler gestorben, nachdem ihre Yacht in Winden um 25 Knoten gekentert ist. Dem Unglück war ein Kielverlust vorausgegangen

Tatjana Pokorny am 26.02.2018
Finistere
privat

Die australische "Finistere" vom Typ Davidson 50 hatte nach übereinstimmenden australischen Medienberichten am Bunbury and Return Ocean Race teilgenommen, als sich das Unglück ereignete. Veranstalter der beliebten Lokalregatta, die ihren 70. Geburtstag feierte, ist der Royal Freshwater Yacht Club. Sechs Stunden vor der Kenterung war die Crew von Eigner Rob Thomas, Vize-Kommodore im Fremantle Sailing Club, vor Fremantle in das Rennen gestartet. Das hochseerprobte Boot hat laut "Sail-World" bereits dreimal am Sydney Hobart Race teilgenommen. Segel-Experten gehen davon aus, dass die Mannschaft aus sechs erfahrenen Seglern bestand, der Kenterung aber ein Kielverlust vorausgegangen war, in dessen Folge die Yacht kenterte.

Zwei Segler sterben bei australischer Regatta

Der australische Sender "7 News" hat vom Unglück berichtet. Hier ein Ausschnitt aus dem Report, der die "Finistere" beim Start zeigt

Finistere

Die gekenterte "Finistere"

Gegen Mitternacht Ortzeit hatte eines der Crew-Mitglieder offenbar ein Notsignal absetzen können. Das Boot war zu dem Zeitpunkt etwa 11 Seemeilen südwestlich von Mandurah positioniert. Gehört hat ihn die Australische Seenotrettungsbehörde in Canberra (AMSA), die umgehend versuchte, Kontakt zum Boot herzustellen. Als der Tracker der "Finistere" etwa eine Viertelstunde später keine Signale mehr sendete, hat die AMSA die Wasserschutzpolizei in Fremantle und einen Rettungshubschrauber kontaktiert, der zu der Zeit gerade ein Training im Unglücksrevier absolvierte und die Unfallstelle binnen 30 Minuten erreichte. Dort entdeckte die Helikopter-Besatzung die kieloben im Wasser treibende Yacht.

Zwei Segler sterben bei australischer Regatta

Der Kurs des Bunbury and Return Ocean Race, wie ihn die Website der Veranstalter zeigt, auf die der TV-Sender "7 News" in seiner Berichterstattung hinweist

Die beiden anderen Regattateilnehmer "Huckleberry" und "Fourth Dimension" waren bereits zur Unglücksstelle umgeleitet worden. Fünf der sechs Crew-Mitglieder der havarierten "Finistere" konnten an Bord der beiden Helfer-Yachten gezogen werden. Die australischen Medien berichten davon, dass eine Seglerin offenbar unter Deck eingeschlossen war, jedoch später gerettet werden konnte. Die vier überlebenden Segler seien weitgehend unverletzt. Einer der aus dem Wasser geborgenen Verunglückten war bereits tot. Das sechste Crew-Mitglied konnte nach einer Suchaktion aus der Luft erst am folgenden Tag tot gefunden werden. Eine offizielle Untersuchung ist eingeleitet.

Warum Kielverluste immer wieder auftreten und was der Weltseglerverband dagegen tun will, lesen Sie im Interview mit dem Zertifizierungsexperten Hasso Hoffmeister, welches im Downloadbereich zur Verfügung steht.

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Tatjana Pokorny am 26.02.2018

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