Extreme Sailing

Zwei Mastbrüche: "zu hart gepusht"

Vor Istanbul haben zwei Teams die Belastungsgrenzen ihrer Katamarane überschritten. Menschen kamen dabei glücklicherweise nicht zu Schaden

Tatjana Pokorny am 12.09.2014
Extreme Sailing Series 2014, Act 6, Istanbul

Muskelschau vor Istanbul: Die Teams gingen an die Belastungsgrenzen ihrer Boote. Zwei überschritten sie

Wie viel ist zu viel? Die Extreme Sailing Series machte zum Auftakt der Regatta vor Istanbul ihrem Namen einmal mehr fragwürdige Ehre: Gleich zwei Mannschaften mussten nach Mastbrüchen eine Nachtschicht einlegen. Beide haben ihre Riggs nicht aufgrund von Fremdeinwirkung, sondern durch eigene Überreizung der Belastungsgrenzen verloren. Segler kamen dabei glücklicherweise nicht zu Schaden. Alinghi und das Groupama Sailing Team liegen deshalb nach dem ersten Wettfahrttag und sieben Rennen nur auf den Plätzen acht und elf in der Flotte der zwölf teilnehmenden Teams.

Extreme Sailing Series 2014, Act 6, Istanbul

Im letzten Rennen des ersten Tages verlor Alinghi das Rigg

In den aggressiv gesegelten Auftaktrennen brach in herausragenden Segelbedingungen um 20 Knoten Wind zunächst  der französische Mast, als das Groupama Sailing Team in der vierten Wettfahrt mit zu viel Druck auf dem Rigg auf die Luv-Bahnmarke zusegelte. Im siebten und letzten Rennen des Tages teilte Alinghis Crew das Schicksal. Beide Boote wurden nach den Vorfällen aus dem Wasser geholt und sollten über Nacht repariert werden.

Extreme Sailing Series 2014, Act 6, Istanbul

Schon in der vierten Wettfahrt war der Segeltag nach Mastbruch für das französische Groupama Sailing Team beendet

Alinghis Steuermann Morgan Larson erklärte: "Im letzten Rennen lagen wir an der Bahnmarke vorn. Wir rollten den Gennaker aus, fielen ab, und dann brach der Mast in zwei Teile. Wir haben in einer Bö etwas zu viel Gas gegeben, und schon war es geschehen. Es war das erste Mal, dass ich auf einem solchen Boot einen Mastbruch erlitten habe. Ich denke, ich habe daraus gelernt. Es gibt eine Grenze, und die haben wir heute kennengelernt." 

Mannschaft des Tages war das Emirates Team New Zealand. Die Kiwis starteten mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit (11,80 Knoten am Wind, 16,27 Knoten vor dem Wind) exzellent in die Regatta und teilten sich nach Tag eins die Führung mit den Vorjahressiegern auf "The Wave, Muscat". Der neuseeländische Steuermann Dean Barker kommentierte die Leistung seine Crew mit gewohntem Understatement: "Wir haben noch viele Rennen vor uns, aber Tag eins war solide." Was mit Blick auf die Bruchserie einmal mehr der Schlüssel zum Erfolg sein dürfte.

Extreme Sailing Series 2014, Act 6, Istanbul

Starker Auftakt: Das SAP Extreme Sailing Team liegt nach den ersten sieben Wettfahrten auf Platz drei

Nur einen Punkt hinter den beiden Top-Teams segelte sich das SAP Extreme Sailing Team unter dem dänischen Kommando von Jes Gram-Hansen und Taktiker Rasmus Køstner zum Auftakt mit zwei Tagessiegen auf Platz drei. Die Crew kommt in ihrem dritten Teilnahmejahr immer besser in Fahrt und hat bereits ein Auge auf den ersten Podiumsplatz der Saison geworfen.

Extreme Sailing Series 2014, Act 6, Istanbul

Das Interesse der Medien war am ersten Tag in Istanbul riesig

Tatjana Pokorny am 12.09.2014

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