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Zusammengerauft

Am Samstag tragen die Volvo-Ocean-Racer ihr drittes Inport-Rennen aus

Mathias Müller am 03.02.2006

Schaffen es alle sieben Teams des Volvo Ocean Race morgen pünktlich an die Startlinie in der Port Phillip Bay bei Melbourne? Oder wird die Wettfahrt ein weiteres Kapitel des Rennens werden, welches ein unvollständiges sein wird?

Es sieht fast so aus, als würden es allen Teams gelingen, ihre Boote rechtzeitig fertig zu bekommen, soll heißen, sie repariert zu haben. Denn Schäden, wenn auf den Amro-Schiffen "One" und "Two" auch nur kleinere, gab es während der Etappe von Kapstadt nach Melbourne auf jeder Yacht.

Die härteste beziehungsweise abenteuerlichste Reise nach Melbourne hat wohl "Brasil 1" hinter sich. Nachdem auf dem Schiff bei moderaten Winden irgendwo weit südlich von Fremantle der Mast in drei Teile gebrochen war, rettete sich die Mannschaft unter Notrigg an die australische Westküste. Von dort aus wurde das 70 Fuß lange Rennvehikel dann per Truck 4000 Kilometer durch die Wüsten des fünften Kontinents gefahren – mit 80 km/h pro Stunde. Weiter entfernt als in diesen Tagen konnte der Racer von seiner eigentlichen Bestimmung wohl kaum sein. Aber, gerade rechtzeitig, trudelte das Schiff gestern in Melbourne ein. Und bis morgen soll der neue, eingeflogene Mast schon gestellt sein. "Das Boot wird sicher nicht genauso sein, wie wir es gern hätten", gab Skipper Torben Grael zu bedenken. Aber immerhin, Dabeisein ist ja auch schon was.

Das spanische Team Movistar hat unterdessen aus den ewigen Kiel- und Hydraulikproblemen gelernt. Bruchgefährdete Titanstücke wurden aus der Apparatur des Neigekiels entfernt und durch Stahlteile ersetzt. Das dadurch entstandene Mehr an Gewicht musste das Team bei der Kielbombe einsparen.

Team Ericsson, dessen Schiff nach Kielhydraulikproblemen Melbourne ebenfalls nicht auf dem Wasserweg, sondern als Deckslast eines Frachtschiffes erreicht hat, hofft, nachdem der gebrochene Hydraulikstempel am Neigekielsystem wieder repariert ist, dass John Kostecki, der extra als Taktiker für die Inport-Rennen engagiert wurde, dem Team am morgigen Samstag Erfolg bringt.

Derweil sind die Wetterprognosen für das Rennen nicht eindeutig. Die Meteorologen prognostieren Wind zwischen 10 und 17 Knoten Stärke. Am oberen Ende dieser Vorhersagen würden sich sicherlich die zwei Amro-Schiffe wohl fühlen. Zeigt doch der bisherige Rennverlauf, dass sie ihre Vorteile bei stärkeren Winden ausspielen können.

Auf der Homepage des Volvo Ocean Race (www.volvooceanrace.org) können Interessierte am Samstag mithören, wie britische und spanische Kommentatoren über die Wettfahrt live berichten.

Wie immer das Rennen vor Melbourne morgen auch ausgeht, am 12. Februar wird es für die Teams wieder ernster, wenn sie erneut auf offene See müssen. Allerdings ist die dritte eine sehr kurze Etappe. Gerade einmal 1450 Seemeilen sind es bis zum neuseeländischen Wellington.

Mathias Müller am 03.02.2006

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