Route du Rhum

Zum schnellen Kurbeln treten

Yann Guichard will mit dem Mega-Trimaran "Spindrift 2" die Einhandregatta Route du Rhum gewinnen – indem er sich aufs Fahrrad setzt

Dieter Loibner am 12.03.2014
Spindrift 2 auf dem Weg zum Rhum

"Spindrift 2" beim Fastnet Race. Jetzt wird der Trimaran für den Einhandbetrieb umgerüstet

Wer wie Guichard den schnellsten Offshore-Multihull der Welt allein im Renntempo über Ozeane prügeln will, hat alle Hände voll zu tun. Die Idee, die meist unter großer Last stehenden Winschen dabei mittels Pedalen anstatt mit herkömmlichen Kurbeln zu bewegen, liegt nahe, denn im menschlichen Körper verfügen die Beine über die stärkste Muskulatur. Damit soll das Trimmen beziehungsweise das Setzen oder Reffen von großen Segeln schneller und kraftsparender möglich sein. Treffender könnte eine Symbiose zweier Sportarten für die rad- und segelbegeisterten Franzosen kaum sein. 

Spindrift 2 Modifikation

Fahrradschrauber Touchard bei der Modifikation von "Spindrift 2"

Für die Route du Rhum wird auf der 40 Meter langen "Spindrift 2" (ehemals „Banque Populaire V") derzeit an Deck ein stationäres Rennrad installiert, das über ein Getriebe die „manuellen" Winden des Trimarans antreiben soll. Damit sollen die Kräfte des Skippers geschont werden, wenn er die bis zu 1060 Quadratmeter Segelfläche (Groß und Gennaker) des Bootes bedienen muss. Ausgedacht hat sich dieses System der Ingenieur Édouard Touchard, der einen Vorläufer dieses Pedalantriebs schon für Franck Cammas  entwickelte, der mit der 31,5 Meter langen "Groupama 3" die Route du Rhum 2010 gewinnen konnte.

Das Konzept des Pedalantriebs für die Winschen auf "Spindrift 2"

Tretmaschine Rothschilds

Fahrradgenerator an Deck der "Plastiki"

Die Idee datiert allerdings schon auf einen früheren Zeitpunkt: Schon auf dem schwedischen Zwölfer „Sverige" (später in Deutschland auch als „Blaupunkt Blue Magic" bekannt), den Pelle Petterson für den America's Cup 1977 entworfen hatte, durften die Grinder ebenfalls treten statt kurbeln. Und auf dem aus wiederverwerteten Plastikflaschen zusammengebauten Katamaran „Plastiki", den der britische Abenteurer David de Rothschild von San Francisco nach Australien segelte, wurde die Stromerzeugung an Bord ebenfalls durch Pedalkraft unterstützt.

Fotostrecke: "Spindrift 2" auf dem Weg zum Rhum

Dieter Loibner am 12.03.2014

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