Jules Verne Trophy

Zum Neujahr über den Äquator

"Idec Sport" kehrt heute auf die Nordhalbkugel zurück. Die Uhr tickt unerbittlich, und das Azorenhoch macht den Weg nach Hause kompliziert

Andreas Fritsch am 01.01.2016
Jules Verne Trophy

Stand des Rennens heute Mittag

Endlich wieder vernünftiger Speed: 655 Seemeilen in 24 Stunden, ein Durchschnitt von über 27 Knoten – das sorgt für erleichterte Mienen bei Boris Herrmann und seinen Mitstreitern an Bord des roten Tris. Die Crew von Francis Joyon hat die nordöstlichen Passatwinde erreicht und macht viel Boden auf die verlorenen Meilen der letzten Woche gut. Von über 1200 Seemeilen Rückstand sind nun noch 760 geblieben. 

Neujahrsgruß Idec Sport

Jules Verne Trophy

Neujahrsgruß der "Spindrift 2"-Crew

"Spindrift 2" segelt fast 400 Meilen weiter vorn mit einem soliden Vorsprung, aber auch noch einem deutlichen Rückstand auf den bestehenden Rekord von Loïck Peyron aus dem Jahr 2012. Und für beide Boote wird der Heimweg zur Ziellinie vor Ushant, wie die Engländer sagen, oder der Ile d’Ouessant, wie sie französisch heißt, ziemlich kompliziert. Ein kräftiges Azorenhoch liegt wie ein breiter Riegel im Weg, dürfte die Boote morgen oder übermorgen ziemlich einbremsen. Und dahinter toben dann vor der Biskaya und der bretonischen Küste heftigste Winterstürme, die mit Winden über 40 oder 50 Knoten seit Tagen das Meer aufpeitschen. Die letzten Meilen könnten also für die müden Boote und ausgezehrten Crews noch einmal richtig fordernd werden. 

Jules Verne Trophy

Stand des Rennens heute Mittag

Knapp fünf Tage bleiben noch, um unter der Rekordzeit von rund 45 Tagen zu bleiben. Für "Idec Sport" wird es sehr eng, "Spindrift 2" hat die deutlich besseren Karten. Team-Meteorologe Jean-Yves Bernot sagt zur Situation: "Es erwarten uns zwei Tage schnelles Segeln am Wind im Nordostpassat, dann können wir hoffentlich den Blinker rechts setzen und auf die Zielgerade mit den kräftigen Tiefs abbiegen. Wir können auf starke Raumschots-Bedingungen und hohe Geschwindigkeiten hoffen." Ein neuer Rekord ist noch machbar, es wird knapp, aber nichts anderes haben die Crews erwartet.

Vor Silvester haderte "Spindrift 2"-Skipper Yann Guichard noch etwas mit dem Pech, das die Crew mit dem Wetter seit der Passage des Kap Hoorns hatten: Flauten, Gegenwind, grobe See. Nachdem sie mit über einem halben Tag Vorsprung am Kap waren, hatten sie sich für die Passage des Äquators mehr erhofft als einen ganzen Tag Rückstand. Die Crew zeigte Nerven angesichts der schlagenden Segel, unkomfortabler Bedingungen, zur Neige gehender Vorräte und allgemeiner Erschöpfung. Aber vielleicht geht der Plan doch noch auf.

Andreas Fritsch am 01.01.2016

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