Atlantic Anniversary Regatta

Zum Geburtstag: gleich zweimal über den Großen Teich

Zum Jubiläum des Norddeutschen Regatta Vereins geht es über den Atlantik: Ende November hin, im Juli 2018 zurück

Lars Bolle am 09.11.2017
Atlantic Anniversary Regatta
ROLEX/ K. Arrigo

Am 25. November fällt der Startschuss zur Jubiläumsregatta des Norddeutschen Regatta Vereins, und damit beginnt für die meisten Teilnehmer ein achtmonatiges transatlantisches Abenteuer. Anlässlich seines 150-jährigen Bestehens 2018 belebt der Verein in Kooperation mit dem Yacht Club Costa Smeralda (YCCS), der in diesem Jahr 50 geworden ist, den Mythos Atlantik.

Der erste Teil der AAR – auch AAR Westbound genannt – schließt das jährlich stattfindende "RORC Transatlantic Race" des Royal Ocean Racing Club aus England ein und führt die Crews der Jubiläumsregatta zunächst von Lanzarote über den Südatlantik bis Grenada in der Karibik. Ursprünglich war Virgin Gorda in den British Virgin Islands das Ziel, wo der YCCS ein eigenes Clubhaus besitzt. Dieses wurde jedoch durch die Hurrikanes so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass nach Grenada umdisponiert werden musste.

Über die Wintersaison haben die teilnehmenden Crews die Gelegenheit, an den verschiedenen Karibikregatten teilzunehmen, bevor es auf der Rückroute nach Hamburg geht.

Im Sommer 2018 beginnt mit dem Startschuss zur AAR Eastbound der Hauptteil der Regatta, welcher die Yachten von Bermuda über den Nordatlantik an Point Lizard (England) vorbei bis in die Elbmündung führt. Nach der DCNAC 2003 und dem HSH Nordbank Blue Race 2007 findet somit erneut eine vom NRV organisierte Atlantikregatta vor Cuxhaven ihr Ziel.

Atlantic Anniverary Regatta

Die Routen von Hin- und Rückregatta

Bis nach Hamburg hinein dürfen die Teilnehmer nicht regattieren, da einige Yachten als zu groß für das teils enge Fahrwasser der Elbe befunden wurden. So geht es in einer Geschwaderfahrt in die Hansestadt, wo die Flotte in der Hafencity unweit der Elbphilharmonie festmachen wird. Dort wird auch die Welcome-Party gefeiert.

Bunt gemischtes Teilnehmerfeld

Das Teilnehmerfeld der AAR ist mit derzeit 31 Yachten, dabei mehr als 20 deutsche Teams, nicht nur größer als zum HSH Nordbank Blue Race (22 Yachten), sondern auch besonders vielfältig. Größter Teilnehmer ist bislang der mit DSS-Board und Canting-Kiel ausgestattete Supermaxi "CQS" von Segellegende Ludde Ingvall. Mit beeindruckenden 98 Fuß ist "CQS" volle zehn Fuß länger als die nächstgrößte Yacht "Rambler 88". Letztgenannte dürfte im prestigereichen Rennen um den Titel "First Ship Home" jedoch ein Wörtchen mitzusprechen haben. "Rambler 88" ist deutlich jünger als "CQS", und es wäre nicht das erste Mal, dass die silbergraue Juan-K-Konstruktion einen 100-Fußer im Kielwasser lassen würde.

Malizia

Der Open 60 "Malizia"

Auch Boris Herrmann wird mit seinem Open 60 "Malizia" die Rückregatta bestreiten und dazu drei weitere Crewmitglieder aus Hamburg an Bord nehmen.: "Wir wollen gewinnen und als Erste in Hamburg festmachen", so der dreimalige Weltumsegler – in Anbetracht der größeren und schnelleren Konkurrenz ein ambitioniertes Ziel.

Unter den Teilnehmern ist ebenfalls die "Outsider"-Crew von Admiral's-Cup-Legende Tilmar Hansen. "Wir gehen inzwischen in die zwölfte Saison. Da stand zunächst einiges an Refit-Arbeit auf dem Programm", sagt Bootsmann Bo Teichmann. Die Crew sieht sich gut gerüstet und vertraut auf das Allround-Potenzial der Elliott-Canting-Kiel-Konstruktion. Für Hansen und seine "Outsider"-Crew ist die AAR bereits die dritte Atlantiküberquerung auf der "Outsider".

Ähnlich akribisch läuft die Vorbereitung im Team von NRV-Mitglied Jens Kellinghusens "Varuna VI". Die mattschwarze Yacht mit den markanten Daggerboards hatte der Eigner eigens für die Atlantic Anniversary Regatta bei Designer Jason Ker in Auftrag gegeben. Die Mannschaft auf "Varuna" zählt dabei zu den ambitioniertesten Crews der diesjährigen Auflage. Die Yacht befindet sich ebenso wie ihre Vorgängerinnen quasi auf einer Nonstop-Reise um den Globus, um weltweit an Hochseeregatten teilzunehmen. Transatlantik, Transpazifik, Rolex Sydney Hobart oder Rolex Fastnet Race – die "Varuna"-Crew ist buchstäblich mit allen Wassern gewaschen.

Atlantic Anniversary Regatta

Mathias Müller von Blumencron tritt mit seinem Class 40 "Red" und drei weiteren Crewmitgliedern an, hat sich schon seit einem halben Jahr auf die Hinregatta vorbereitet

Doch nicht nur kompromisslose Rennyachten nehmen an der AAR teil. Auch Familiencrews wie die Crew der "Lunatix" um Heinke und Friedrich Böhnert suchen das Abenteuer Transatlantik. Mit ihrer XP-50 wollen die Böhnerts die Hinregatta mitsegeln und sich dann im Rahmen der World ARC nach Australien aufmachen.

Die Gesamtwertung gewinnt die Crew mit der besten Platzierung aus Hin- und Rückregatta.

www.anniversary-regatta.com
 

Lars Bolle am 09.11.2017

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