Match Race Germany

Williams Triumph in der Hitzeschlacht

Der viermalige Weltmeister Ian Williams hat seinen Titel verteidigt und das 17. Match Race Germany gewonnen. Der Weg dahin war hart und heiß

Tatjana Pokorny am 09.06.2014
Match Race Germany 2014

Die Sieger lassen sich feiern: Ian Williams britisches Team GAC Pindar hat das 17. Match Race Germany gewonnen, Keith Swintons australisches Team Alpari FX im Finale mit 1:0 besiegt. Platz drei sicherten sich Mathieu Richards französische LunaJets

Match Race Germany 2014

Der "Durchhaltepreis" ging an Rudi Magg (r.) und sein Team für die unbeirrbare Wettfahrtleitung

Der heimliche Sieger im 17. Match Race Germany heißt Rudi Magg. Der Wettfahrtleiter vom Yacht-Club Langenargen muss Nerven aus Stahl haben, denn sonst hätte er die fünftägige Hitzeschlacht mit hohem Flautenanteil mit seinem Team und den acht internationalen Schiedsrichtern nicht so sauber über den Kurs bringen können. Soviel Durchhaltevermögen nötigte auch Sieger Ian Williams einigen Respekt ab: "Ich muss Rudi und seinem Team gratulieren. Sie haben das großartig gemacht. Ich bin nicht sicher, ob irgendeine andere Wettfahrtleitung irgendwo auf der Welt diese Regatta so sauber hätte zu Ende bringen können."

Match Race Germany 2014

Down-Under-Duell: Keith Swintons australisches Team Alpari FX segelte Phil Robertsons neuseeländischem Team WAKA Racing in Halbfinale mit 2:0 davon

Sommerhoch Wolfgang hatte Deutschlands Duellsegelklassiker fünf Tage lang fest im Griff und lockerte diesen nur selten. Dennoch gelang es der Wettfahrtleitung, in kurzen Zeitfenstern mit Winden um vier bis sechs Knoten immer wieder faire Rennen über die Bodensee-Bühne zu bringen. Das bestätigten alle zwölf teilnehmenden Teams aus elf Ländern.

Am Ende hatte der Top-Favorit nach einem letzten heißen Sommertag mit Temperaturen von 35 Grad Celsius bei kaum einem kühlenden Lüftchen die Bugspitze vorn. Der viermalige Weltmeister Ian Williams (YACHT online berichtete) und sein britisches Team GAC Pindar verteidigten am heißesten Bodensee-Pfingstwochenende seit mehr als 50 Jahren ihren 2013 vor Langenargen gewonnenen Titel auch in den schwierigen Windbedingungen souverän, verloren nur in der Vorrunde ein einziges ihrer insgesamt 14 Duelle, gewannen ihr Halbfinale gegen Mathieu Richards französisches Team LunaJets mit 2:0 und setzten sich im verkürzten Finale mit 1:0 gegen Herausforderer Keith Swinton und sein australisches Team Alpari FX durch.

Match Race Germany 2014

Mathieur Richards französische LunaJets führen in diesem Duell

"Es war ein hartes Stück Arbeit, am Ende aber der perfekte Auftakt zur Alpari World Match Racing 2014", sagte der ehemalige Anwalt und Steuermann Williams aus Lymington, "die insgesamt sieben Tour-Regatten sind alle sehr unterschiedlich. Auf dem Weg zum Titel gilt es jedes Mal aufs Neue, den magischen Schlüssel zum Sieg zu finden. Hier auf dem Bodensee war es in diesem Jahr die Kunst, das Boot in den extrem leichten Winden immer in Bewegung zu halten. Das ist uns ganz gut gelungen." Insgesamt wurden bei der 17. Auflage des Match Race Germany 79 Duelle ausgetragen. Die meisten absolvierten der Neuseeländer Phil Robertson und sein Team WAKA Racing, die nach 16 Matches Platz vier erreicht hatten.

Ian Williams möchte in dieser Tour-Saison Altmeister und America's-Cup-Gewinner Peter Gilmour mit seinem fünften WM-Sieg vom Thron schubsen, auf dem der Brite und der Australier derzeit mit jeweils vier WM-Titeln im Matchracing noch gemeinsam sitzen. Peter Gilmour, der zu den Gründervätern der Alpari World Match Racing Tour zählt und das Match Race Germany in den Jahren 2004, 2005 und 2006 dreimal hintereinander gewinnen konnte, ist inzwischen zurückgetreten. Für den gelungenen Auftakt zu diesem Ziel wurde Williams in Langenargen mit der britischen Nationalhymne, dem Siegerscheck über 8000 Euro, wertvollen Punkten für die Tour-Wertung und Champagnerfontänen belohnt. In drei Wochen besucht die Tour die schwedische Bilderbuchinsel Marstrand, wo die zweite der insgesamt sieben Tour-Regatten ausgetragen wird. Die neuen Weltmeister werden zum Saisonfinale beim Monsoon Cup in Malaysia gekürt.

Match Race Germany 2014

Nach dem Finale bei 35 Grad eine Erfrischung verdient: Die britischen Sieger um Steuermann Ian Williams (r.)

Das ideale Schlusswort für die führende deutsche Matchrace-Regatta fand Veranstalter Harald Thierer, der das Match Race Germany zusammen mit Eberhard Magg vom Match Center Germany organisiert: "Wenn Begeisterung und Interesse Mutter und Vater des Wetters wären, dann hätten wir zum Match Race Germany fünf Tage lang Sturm auf dem Bodensee erlebt." Eine Stunde nach Regattaende wurden dann tatsächlich die Sturmwarnlichter am Bodenseeufer eingeschaltet. Schnell bauten sich bis zum Abend 20 Knoten Wind auf. Unfassbar nach dem fünftägigen Flautenpoker in glühender Hitze, der mehr als 30.000 Menschen ins Regattadorf im Langenargener Gondelhafen gelockt hatte.

Gesamtergebnis Match Race Germany 2014

1. Ian Williams, GAC Pindar (GBR)

2. Keith Swinton, Alpari FX (NZL)

3. Mathieu Richard, LunaJets (FRA)

4. Phil Robertson, WAKA Racing (NZL)

5. Björn Hansen, Hansen Sailing Team (SWE)

6. David Gilmour, Team Gilmour (AUS)

7. Taylor Canfield, USone (ISV)

8. Eric Monnin, Team Sailbox (SUI)

9. Francesco Bruni, Luna Rossa (ITA)

10. Karol Jablonski, Jablonski Sailing Team (POL)

11. Carsten Kemmling, Segelreporter Matchrace Team (Hamburg)

12. Nicolai Sehested, TRE-FOR Matchracing Team (DEN)

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Abschiedsstimmung im Langenargener Gondelhafen

Tatjana Pokorny am 09.06.2014

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