Rolex Sydney Hobart

"Wild Oats XI" knapp geschlagen

Zebra sticht Hafer: Die schwarz-weiß-gestreifte "Investec Loyal" überholt Seriensiegerin auf den letzten Meilen – und kassiert einen Protest

Jochen Rieker am 28.12.2011
Rolex Sydney Hobart Race

Drei Minuten Vorsprung: Sydney-Hobart-Siegerin "Investec Loyal"

Das Rolex Sydney Hobart Race ist entschieden. Nach einem Matchrace-artigen Rennverlauf zwischen den besten Super-Maxis im Feld holte sich die Yacht mit dem Zebra im Groß knapp den Sieg.

"Investec Loyal" kreuzte die Ziellinie in Hobart nach 2 Tagen 6 Minuten und 14 Sekunden, was einem Durchschnitt von 11,6 Knoten entspricht – gemessen an den Leichtwindbedingungen in der zweiten Rennhälfte und dem hohen Amwind-Anteil eine solide Leistung. 2010 war das Boot von Anthony Bell noch Zweite geworden.

Allerdings handelte sich die Crew kurz vor der Ziellinie einen Protest ein, der den Line-Honors-Sieg gefährden könnte. Weil sie einen TV-Hubschrauber angefunkt hatte, um die Besegelung der Dauerrivalin und Seriensiegerin "Wild Oats XI" zu erfahren, droht eine Strafe oder gar die Disqualifizierung wegen unerlaubter Hilfe von außen. Die Protestverhandlungen sind für morgen, Donnerstag angesetzt, hieß es in einer ersten Stellungnahme auf Twitter.

>> AKTUELL vom 29.12. 9 Uhr: Protest abgewehrt! "Investec Loyal" Sieger nach gesegelter Zeit <<

Fotostrecke: Foto-Finish beim Rolex Sydney Hobart Race 2011

Bob Oatley's "Wild Oats XI" mit Mark Richards als Skipper, die sich bis zum Schluss mehrfach mit der "Investec" in der Führung abgewechselt hatte, kam nur 3 Minuten später ein – gewissermaßen ein Foto-Finish dieses berühmten Langstreckenrennens und die knappste Entscheidung in 29 Jahren,

Der Durchbruch für die Sieger kam Mittwochmorgen um 7.30 Uhr Ortszeit. Kurz vor dem EIngang zur Storm Bay hing "Wild Oats XI" , zu der Zeit wieder einmal in Führung, in einem Flautenloch fest. "Investec Loyal" konnte, von ihnen kommend, die Schikane umsegeln und vorbeiziehen. Satz- und Spielball! Von da an galaoppierte das Zebra voraus.

Eigner und Skipper Anthony Bell zeigte sich im Ziel überschwänglich vor Freude, ungeachtet des Protests. “Es war eine der großartigsten Erfahrungen in meinem Leben", sagte er mit einem Strahlen im Gesicht. “Das ganze Ding, vom Start bis zum Ende, war aufregend. Ein wirklich hart ausgefochtenes Rennen. Wir sind so glücklich, als erste über die Linie gesegelt zu sein!"

Taktiker Michael Coxon meinte: "Es ist wie ein Märchen! Das Boot hat in diesem Jahr schon eine Million Dollar an Spendengeldern eingefahren. Es sollte wohl einfach so sein." Die "Investec" ist älter als "Wild Oats XI", die eigens fürs Rennen noch einmal umfassend optimiert wurde. Deshalb war der Triumph eine Frage der Taktik.

Coxon würdigte dabei besonders die Verdienste des amerikanischen Navigators an Bord: "Den Unterschied hat Stan Honey gemacht. Er ist eine absolute Legende, unfassbar! Sein Wissen um Wetter und Routing, die Informationen, die er mir geliefert hat – er ist einfach so gut!"

Tatsächlich gehört Honey, in diesem Jahr schon als Schöpfer der Übertragungs- und Virtualisierungstechnik bei der America's Cup World Series zu weltweitem Ruhm gekommen, zu einer ganzen Handvoll AC-Profis, die das Rolex Sydney Hobart Race bereichert haben. Darunter auch Regattaleiter Iain Murray auf der "Wild Oats".

Hinter den Erstplatzierten nach gesegelter Zeit ist Alex Thomson mit "Hugo Boss" auf den fünften Platz abgerutscht. Er parkte um die Mittagszeit (MEZ) mit 3 Knoten Fahrt in der Flaute, während die von achtern aufgekommene "Loki" bereits wieder frischen Wind hat.

Jessica Watson mit ihrer Youngster-Crew auf "Ella Baché" lag zur gleichen Zeit auf dem 40. Gesamtrang und hatte noch ein gutes Drittel der 620-Meilen-Strecke vor sich. 

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Jochen Rieker am 28.12.2011

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