Rolex Sydney Hobart

Wiedersehen mit Fräulein Watson

Rekord oder nicht? Kann Jessica abermals aufzeigen? Wird's schlimm mit dem Wetter? Alles Fragen, die Sydney Hobart beantworten muss

Dieter Loibner am 23.12.2011
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Es hat nicht gereicht: „Wild Oats XI" gewann 2010 zwar nach gesegelter Zeit, der eigene Streckenrekord blieb jedoch unangetastet

Die Meldeliste für diesen 630-Meilen-Sprint umfasst heuer 88 Schiffe. Die Wettervorhersage verspricht am Anfang Bagstagbrise aus Nordost, die zum Gennaker-Brettern genutzt werden wird, zumindest von den Großen und Schnellen. Dann verheißt der Wettermann dickes Gebläse aus Süden, also genau auf die Nase, das die Flotte auf der Bass Strait erwischen und aufmischen dürfte. Zumindest die Kleineren und Langsameren.

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Pink bleibt Mode: Jessica Watsons Sydney 38 „Ella Bache" wird Fotomagnet

Unter denen wird sich auch die mittlerweile 18-jährige Jessica Watson befinden, die derzeit jüngste Solo- und Nonstop-Weltumseglerin, die ihr Versprechen wahr macht und bei diesem Klassiker antritt. Sie wird eigentlich fast selbstverständlich als jüngste Sydney-Hobart-Skipperin aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Befehligen wird sie die rosafarbene Sydney 38 „Ella Bache", auf der junge Segler die Crew stellen, die im Schnitt nicht mehr als 19 Jahre alt sind. Ihr Ziel: der Klassensieg. Mit dabei auch Mike Perham, der Brite, dem Watson den Titel des jüngsten Solo-Weltumseglers abgejagt hatte. 

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Der IRC-Renner „Tevake" vor den Orgelpfeifen von Tasman Island

Sollten es die Bedingungen nur irgendwie zulassen, so hoffen die Veranstalter wohl auch aus Vermarktungsgründen, könnte der schon leicht angegraute 100-Fuß-Super-Maxi „Wild Oats XI", der mit Eigner Bob Oatley im Vorjahr die Linehonors holte, den eigenen Rekord aus dem Jahr 2005 (1 Tag, 18 Std.) verbessern. Seit 1975 wurde besagter Streckenrekord, den auch der deutsche Softwareunternehmer Hasso Plattner mit „Morning Glory" von 1996 bis 1999 gehalten hatte, „nur" um 20 Stunden verbessert.

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Die Streckenrekorde seit 1945

„Wild Oats"-Navigatorin Adrienne Cahalan äußert sich gegenüber "ABC News" allerdings weniger optimistisch: „Ich fürchte, das wird nichts mit einem neuen Rekord, dazu ist zu viel Süd in der Prognose." Sie glaubt, die mittleren Schiffe, wie die TP 52, könnten es am besten treffen und um den Sieg nach berechneter Zeit mitspielen. Mit ihrer 20. Teilnahme am Sydney Hobart ist Cahalan das weibliche Gegenstück zu Watson: Keine Seglerin war öfter dabei.

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Die berüchtigte Wolkenwalze über der Bass Strait verheißt nichts Gutes. Auch dieses Jahr soll’s wieder kräftig blasen

Sicherheit steht jedenfalls hoch im Kurs, denn das Desaster von 1998, bei dem sechs Segler starben, und der Kielverlust des US-Super-Maxis „Rambler" beim Fastnet Race letzten Sommer sind noch in bester Erinnerung. „Wild Oats", so melden die Veranstalter, habe im Hafen von Sydney vorsichtshalber schon mal die Abbergung der Crew per Hubschrauber geübt. 

Der Startschuss fällt am Montag, den 26. Dezember um 13 Uhr Ortszeit.

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Jessica-Darling: gereift, aber ehrgeizig wie eh und jeh. Sie peilt den Klassensieg an

Mehr auf der Veranstalterseite und auf Jessica Watsons Seite  

Dieter Loibner am 23.12.2011

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