Middle Sea Race

Wieder ein Flautensieg für Schümann

Nach dem knappen Zieleinlauf bei der Barcolana gewinnt der 100-Fußer mit Skipper Schümann erneut – dieses Mal mit Robert Stanjek am Steuer

Lars Bolle am 22.10.2014
Rolex Middle Sea Race

"Esimit Europa 2" in bleierner Flaute vor dem rauchenden Stromboli

Nach drei Tagen, zehn Stunden, 42 Minuten und fünf Sekunden war die Crew der "Esimit Europa 2" um Skipper Jochen Schümann wieder einmal erstes Boot im Ziel. Es war nach dem Hattrick 2010 bis 2012 der vierte Sieg beim Rolex Middle Sea Race, was noch kein Boot zuvor in der 46-jährigen Geschichte der Regatta schaffte. Allerdings war der 100-Fußer auch das jeweils größte und schnellste Boot. Selbstverständlich machte dieser Vorteil das Siegen nach gesegelter Zeit dieses Mal jedoch nicht.

Robert Stanjek

Robert Stanjek

Vorausgegangen war ein nervenaufreibendes Flautenrennen über 608 Seemeilen auf einem Rundkurs durchs Mittelmeer, bei dem oft kaum Schrittgeschwindigkeit erreicht wurde. Der neue Steuermann, Starboot-Olympiateilnehmer Robert Stanjek aus Berlin, berichtete von einem "Geduldsspiel" unterwegs. "Wir hatten insgesamt bestimmt 30 Stunden lang keinen oder so gut wie keinen Wind", so der amtierende Starboot-Weltmeister, "das ging mental schon ans Limit." Oft setzte die Mannschaft den sogenannten Windseeker (Windsucher), ein besonders leichtes Vorsegel, das fast unabhängig von der Richtung schon auf den leisesten Hauch reagiert und das Boot wieder in Fahrt bringen kann. "Aber auch damit brauchten wir viel Geduld", sagte Stanjek. Die Verfolger seien mehrmals von hinten aufgekommen, bevor sich das größte Schiff im Feld wieder absetzen konnte.

"Die ganze Saison 2014 stand im Zeichen leichter Winde, die eine eigene, besondere Herausforderung für Segler darstellen", resümierte Jochen Schümann. Schon bei der 46. Barcolana vor dem Rolex Middle Sea Race hatte es einen Flautenpoker gegeben, den die "Esimit Europa 2" hauchdünn wenige Meter vor der RC44 "Illyteca" gewann.

Von den 122 Booten aus 24 Nationen, eine Rekordteilnehmerzahl, werden es trotz der für die zweite Wochenhälfte stark zunehmend vorausgesagten Winde nicht alle bis ins Ziel schaffen. Um Mitternacht war bereits eine Schlechtwetterfront an der Nordwestecke des Kurses eingetroffen und hatte schwere Sturmböen gebracht. Insgesamt 17 Teilnehmer hatten am Mittwochvormittag aufgegeben, rund zwölf Stunden, nachdem die "Esimit Europa 2" gezeitet worden war.
 

Fotostrecke: ROLEX Middle Sea Race 2014

Lars Bolle am 22.10.2014

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online