Isaf-Weltsegler

Verneigung vor Ayton, Burling und Tuke

Gold-Darling und Extreme-Profi Sarah Ayton ist Weltseglerin des Jahres. Mit ihr gewannen die Überflieger-Kiwis Peter Burling und Blair Tuke

Tatjana Pokorny am 10.11.2015
ISAF Rolex Weltsegler des Jahres 2015

Weltseglerin Sarah Ayton (2.v.l.) und einige der Nominierten. Die neuen Weltsegler des Jahres, Peter Burling und Blair Tuke, fehlten, weil sie sich bereits in Argentinien auf die in der kommenden Woche startende 49er-WM vorbereiten

Sie hatten starke Konkurrenz wie selten zuvor. Dennoch setzten sich das britische "Golden Girl" Sarah Ayton und die Neuseeländer Peter Burling und Blair Tuke bei der Wahl zu den Weltseglern des Jahres durch. Die britische Doppel-Olympiasiegerin und Extreme-Taktikerin Sarah Ayton gewann die Wahl gegen ihre Landsfrau Sam Davies, die seit Ende August 2014 unbesiegte Kiterin Elena Kalinina aus Russland, Matchrace-Weltmeisterin Lotte Meldgaard Pedersen aus Dänemark und Frankreichs Top-Surferin Charline Picon. Noch stärker waren die Gegner der 49er-Überflieger und America's-Cup-Aufsteiger Peter Burling und Blair Tuke. Sie erhielten das Votum der Jury im Wettbewerb mit Hochsee-Ikone und America's-Cup-Segler Loïck Peyron, Ainslie-Nachfolger und Finn-Dominator Giles Scott, dem fünfmaligen Matchrace-Weltmeister Ian Williams und Volvo-Ocean-Race-Sieger Ian Walker. Von insgesamt zehn nominierten Einzelathleten oder Crews bei den Frauen und Männern kamen fünf aus Großbritannien.

Isaf-Präsident Carlo Croce sagte bei der Ehrung im chinesischen Sanya vor 500 Gästen aus aller Welt: "Dieser Preis ist eine echte Anerkennung für eine Einzelperson oder ein Segel-Paar, die in diesem Jahr herausragten. Es ist der Höhepunkt harter Arbeit und Bemühung, vielleicht noch mit ein bisschen Glück kombiniert. Die meisten Nominierten sind heute Abend hier. Wenn sie es nicht sind, dann tun sie gerade das, was sie am besten können: segeln!"

America's Cup

Peter Burling

Peter Burling und Blair Tuke taten genau das, bereiten sich in Argentinien auf die anstehende 49er-Weltmeisterschaft vor, in die mit Erik Heil und Thomas Plößel sowie Justus Schmidt und Max Boehme gleich vier deutsche Europameister starten. Ihre Konzentration gilt ab dem 16. November neben dem Kampf um die WM-Medaillen auch der laufenden nationalen Olympia-Qualifikation, in der die Kieler Schmidt/Boehme nach der ersten von drei Ausscheidungsregatten und dem Gewinn des EM-Titels führen. Als Top-Favoriten aber starten Burling und Tuke in die 49er-Weltmeisterschaft vor Buenos Aires. Zuvor hatten die neuseeländischen Überflieger gerade vor Bermuda mit dem Emirates Team New Zealand den Saisonsieg in der America's-Cup-Weltserie 2015 gesichert.

Louis Vuitton America's Cup Weltserie 2015

Peter Burling (2.v.r.) und Blair Tuke (1.v.l.) sind nicht nur die weltbesten 49er-Segler, sondern trugen auch zum Saisonsieg des Emirates Team New Zealand in der America's-Cup-Weltserie bei

ISAF Rolex Weltsegler des Jahres 2015

Gilt als äußerst faire und vorbildliche Leistungssportlerin: Sarah Ayton ist Weltseglerin des Jahres

Blair Tuke schickte Grüße des Teams aus Argentinien: "Wir arbeiten nicht für diese Ehrungen, aber sie sind eine schöne Auszeichnung für die harte Arbeit." An den sportlichen Zielen der Erfolgsmannschaft ließ Tuke keinen Zweifel: "Wir schauen nach vorn, treten weiter das Gaspedal durch in Richtung Olympische Spiele und wollen danach den America's Cup nach Hause bringen." Gemeint ist damit Neuseeland, wo der Cup zwischen 1995 und 2003 schon einmal daheim war.

Mit Sarah Ayton gewann eine der erfolgreichsten und vielseitigsten Seglerinnen ihrer Generation den Pokal als Weltseglerin des Jahres: Die in ihrer Heimat Großbritannien überaus beliebte Mutter zweier Kinder sagte: "Es bedeutet mir so viel, dass mir diese Ehrung zur Isaf-Rolex-Weltseglerin des Jahres zuteil wird. Ich bin wirklich gerührt und stolz. Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft eine Inspiration für Frauen, Kinder und alle Menschen sein kann, die den Sport genießen, den wir so lieben." Ayton hatte sich nach ihren Olympiasiegen 2004 und 2008 in der Profiserie einen Namen als Taktikerin in dem von Männern dominierten Feld der rasanten Katamarane gemacht. Aktuell liegt Aytons Team The Wave, Muscat mit Skipper Leigh McMillan, der gerade als zweiter Steuermann bei Sir Ben Ainslies America's-Cup-Team Land Rover BAR unterschrieben hat, in der Extreme Sailing Series eine Regatta vor Saisonende in Führung.

Jochen Schümann war 1996 zum Weltsegler des Jahres gewählt worden

Isaf-Weltsegler werden seit 1994 ausgezeichnet. Im ersten Jahr hatten der später von Piraten im Amazonas erschossene Weltumsegler und America's-Cup-Gewinner und neuseeländische Teamchef Sir Peter Blake gemeinsam mit dem Briten Robin Knox-Johnston und bei den Damen die spanische Olympiasiegerin Theresa Zabell gewonnen. Als einziger deutscher Segler war Jochen Schümann 1996 nach seinem dritten und letzten Olympiasieg zum Weltsegler des Jahres gewählt worden.

ISAF Rolex Weltsegler des Jahres 2015

Die historische Liste aller Weltsegler des Jahres

Tatjana Pokorny am 10.11.2015

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