Regatta-News

Velux 5 Oceans: Alex Thomson und Mike Golding bald in Sicherheit

Mit einem abgebrochenen Mast segeln die beiden Briten an Bord der “Ecover” und werden am Freitag in Südafrika erwartet

Jan Plagmann am 29.11.2006

Regelbruch beim Einhandsegeln: Tea for Two an Bord der "Ecover"

Der Führende Bernard Stamm sitzt in einer Flaute und verliert über Nacht rund 100 seines nach wie vor komfortablen 850 Seemeilen-Vorsprungs zum Japaner Kojiriro Shiraishi, der mit Rekordgeschwindigkeit näher kommt.

In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse beim Velux-5-Oceans-Rennen überschlagen. Am Freitag gab der bis dahin auf dem zweiten Platz segelnde Alex Thomson seine “Hugo Boss” auf und kletterte 1000 Seemeilen südlich von Kapstadt in eine Rettungsinsel. Sein Landsmann Mike Golding kam zur Hilfe und barg ihn in der Nähe der Unglücksstelle. Kurz darauf brach der Mast der ”Ecover”.

Die segelt nun mit einem stark gerefftem Hauptsegel und einem kleinem Stagsegel auf Südafrika zu und macht dennoch neun Knoten Fahrt. Für die beiden Pechvögel ist das Rennen wohl vorbei. Einzige Chance für Golding das Rennen fortzusetzen, ist der Transport eines neuen Mastes nach Südafrika. Dies ist allerdings sehr teuer. Seine Mannschaft im Basislager diskutiert derzeit über die Möglichkeiten.

Währendessen geht das Rennen für die übrig gebliebenen fünf Segler weiter. Den in Führung liegenden Schweizer Bernard Stamm, der heute an Bord der “Cheminees Poujoulat” seinen 43. Geburtstag feiert, trennen noch 1761 Seemeilen von Freemantle/Australien. Momentan führt sein Kurs wieder weiter gen Süden, wo der Titelverteidiger einen Korridor mit guten Winden erwartet.

Mit 851 Seemeilen Abstand folgt ihm der Japaner Kojiro Shiraishi, der zur Zeit schneller segelt als sein Konkurrent. Aufgrund der Ausfälle von Golding und Thomson ist das schweizerisch-japanische Duo wie schon zu Beginn des Rennens wieder allein in Front. Schon kurz nach dem Start waren sie nämlich die einzigen Velux-5-Oceans-Segler, die den Biskaya Sturm ohne Schäden überstanden hatten.

Die übrigen drei Wettbewerber segeln nach wie vor im Südatlantik. Der schnellste dieses Trios ist der Oldie Sir Robin Knox-Johnston, den noch 5511 Seemeilen vom Etappenziel trennen. Heute erwartet der für seine seglerischen Leistungen geadelte Engländer seine Ankunft im Southern Ocean.

208 Seemeilen hinter ihm segelt der Neuseeländer Graham Dalton auf der “A Southern Man-AGD”. Er wäre in der vergangenen Nacht beinahe von einem großen Schiff gerammt worden. Achtern entdeckte er ein schnell näher kommendes und auf ihn zuhaltendes Frachtschiff. Jegliche Funkrufe und das Abschiessen einer Signalpistole reichten nicht, um das Schiff von seinem Kurs abzubringen. Erst nach einer deutlichen Meinungsmitteilung über Funk gegenüber dem Wachoffizier an Bord des Frachters und 400 Meter vor einer drohenden Kollision, wich das Schiff von seinem Kurs, berichtete Graham Dalton.

5961 Seemeilen vor dem Ziel bildet Unai Basurka das Schlusslicht des Feldes. Ihn plagen nach wie vor Probleme mit der Ruderanlage. Letzte Nacht geriet seine “PAKEA” dann auch noch in ein Fischernetz und der Spanier musste die Geschwindigkeit von Zehn auf Drei Knoten reduzieren. Nur mit einem Messer an einem langen Stab konnte er seine beschädigte Ruderanlage wieder von dem Netz befreien.

Ein Video von der Rettungsaktion mit Alex Thomson finden Sie hier

Zwischenstand im Klassement beim Velux 5 Oceans
Stand 29.11.2006 10:20 UTC

Bernard Stamm, “Cheminees Poujoulat” - Distanz zum Ziel in Seemeilen (DzZ): 1761
Kojiro Shiraishi, “Spirit of Yukoh” - DzZ: 2589
Mike Golding, “Ecover” - DzZ: 4359
Sir Robin Knox-Johnston, “SAGA Insurance” - DzZ: 5511
Graham Dalton, “A Southern Man-AGD” - DzZ: 5747
Unai Basurko, “PAKEA” - DzZ: 5961

Jan Plagmann am 29.11.2006

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


    ANZEIGE

    Weitere News und Angebote

Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online