DCNAC-Spezial

"UCA" schnellste Yacht, aber "Zaraffa" siegt

"Team 888" gesegelt und berechnet Zweiter

am 06.07.2003

Die "UCA" preschte mit 16 Knoten durch die Dunkelheit der Nordsee

Cuxhaven/Hamburg. Die Kieler "UCA" hat die Transatlantikregatta DaimlerChrysler North Atlantic Challenge 2003 (DCNAC) als schnellstes der 63 gestarteten Hochseesegelyachten beendet.

Der 26,50 Meter lange Maxiracer des ehemaligen Arbeitgeberpräsidenten Klaus Murmann absolvierte die 3.619 Seemeilen (rund 6.700 Kilometer) von Newport, Rhode Island/USA im Norden Großbritanniens herum nach Cuxhaven am Sonnabend früh nach 13 Tagen, sieben Stunden, 13 Minuten und fünf Sekunden. Der Gesamtsieg nach berechneter Zeit durch IRC-Handicapfaktor geht jedoch mit 461,9 Stunden an die kleinere "Zaraffa" aus den USA, die eine Woche zuvor nur acht Stunden länger gebraucht hatte, vor der "Team 888" aus England (480,5), die auch nach gesegelter Zeit Zweite wurde. Berechnet kommt die "UCA" auf 495,1 Stunden und ist damit auf Rang drei bestes deutsches Boot im Zwischenklassement. Die 26 am Sonntag Abend noch segelnden Booten hatten indes keine Chance mehr auf die vorderen Plätze.

Glücklich, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, aber etwas zerknirscht, weil er nicht direkt gegen die "Zaraffa" segeln konnte, die mit dem Hauptfeld von 57 der 63 Teilnehmer eine Woche frührer gestartet war, ließ sich "UCA"-Eigner und Skipper Klaus Murmann feiern. "Meine Mannschaft hat ganz hervorragende Arbeit geleistet", so der 70-Jährige, "leider hatten wir Pech mit dem Wetter und mussten lange Zeit hoch am Wind fahren, statt unter Spi mit den Stürmen zu ziehen." Der Erfolg sei dennoch auch ein Gewinn des deutschen Bootsbaus und der Designer. Die "UCA" war im Winter als größte jemals in Deutschland gebaute Hichtech-Regattayacht aus Kohlefaser nach den Plänen von Fietje Judel und Torsten Conradi des Bremerhavener Konstruktionsbüros Judel/Vrolijk in Rekordzeit auf der Kieler Knierim-Werft entstanden.

Während seine 18-Köpfige Crew zunächst das "Holsten"-Bier köpfte, dass Regattaveranstalter Norddeutscher Regatta Verein (NRV) allen Ankömmlingen sofort an Bord reichte, gönnte sich Murmann noch auf dem Steg in Cuxhaven ein Glas kühlen Weiswein zum Steak mit Pommes Frites aus der Pappschachtel. "Zweimal bin ich aus der Koje gefallen, als der Rumpf hart gegen die Wellen anbolzte", berichtete der Skipper. Nach den Prellungen habe er acht Tage nur auf einer Seite schlafen können. Besonders in der letzten Nacht auf der Nordsee war es bei starken bis stürmischen Nordwestwinden nochmals heftig zur Sache gegangen.

Mit 16 Knoten (fast 30 km/h) surfte die "UCA" im Morgengrauen über die Ziellinie. Insgesamt schaffte sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 11,33 Knoten, mehr als doppelt so schnell, wie die langsamsten Yachten des Felds, die am Sonntag Nachmittag noch mehr als 500 Seemeilen vor Fair Isle lagen, der Wendemarke im Norden Großbritanniens. Die letzten fünf, "Frisco " (Kanada), "Isola Bella" (Balve), "Brigantia" (Lindau) sowie "Salute" und "Leon de Mar" (beide aus Oldenburg) dürften die öffentliche Preisverleihung am Freitag, dem 11. Juli, ab 15 Uhr im Race Village auf der Kehrwiederspitze Hamburg wohl kaum noch schaffen. Auch für die "Polaris" aus Rostock, die "BO Glaswald" aus Dresden und die "Arcadia" (Hamburg/Kiel) wird es langsam eng, noch etwas von der Festwoche mitzubekommen, die bis Sonnabend auf dem Eventgelände gefeiert wird.

"Wir werden den Nachzüglern dennoch einen gebührenden Empfang in unserem Clubhaus bereiten", versprach NRV-Präsident Gunter Persiehl, der am Sonnabend an gleicher Stelle seinen 65. Geburtstag feierte. Aus dem Feiern kamen auch die Crews der 27 bis Sonntag Abend ins Ziel gelaufenen Yachten kaum noch heraus. Zehn Yachten hatten die Regatta aufgeben müssen. Bereits seit Donnerstag hielt die Hochstimmung bei der "Zukunft IV" und dem Kieler Yacht-Club, deren "Kuh" in der Gesamtwertung einen dankbaren vierten Platz belegt. "Wir sind in Cuxhaven und Hamburg so rauschend empfangen worden, dass sich die Ankunft in die unvergesslich schönen Erlebnisse der Regatta einreiht", so Skipper Ulli Münker.

Tränen der Freude vor allem des Wiedersehens mit den Liebsten gab es auf den drei Yachten des Hamburgischen Vereins Seefahrt (HVS), zu dessen 100. Geburtstag die DCNAC veranstaltet wird. Die "World of TUI Hamburg" war am Donnerstag das erste deutsche Schiff überhaupt im Ziel und musste ein ohrenbetäubendes Hupkonzert von Typhonen über sich ergehen lassen. "Ein atemberaubende Atmosphäre unter dem Applaus der vielen Fans", strahlte Skipper Björn Woge, der sein Schiff auf den letzten Metern selbst über die Ziellinie steuerte. Am Freitag Nachmittag hatte die sogenannte Baby-Crew der "Norddeutsche Vermögen Hamburg" unter Skipper Gero Brugmann den Hochseemarathon geschafft.

Die beste HVS-Crew saß jedoch auf dem Jubiläumsschiff, der kleineren "Haspa Hamburg". Sie liegt im zwischenzeitlichen Gesamtklassement auf Rang acht und erlaubte sich beim gemeinsamen Einlaufen am Sonnabend Vormittag in Hamburg, unter lautem Gejohle der großen "UCA" den Weg in den Citysporthafen abzuschneiden. "Wir hatten immer eine bombige Stimmung an Bord und sind über unser gutes Abschneiden überglücklich", so Skipper Georg Christiansen. HVS-Präsident Felix Scheder-Bischien ergänzte: "Schön, das die jungen Crews so erfolgreich sind. Denn das ist ja unser Vereinszweck."

Viel Lob erntete auch das Team der "King's Legend", die als Mitarbeiterboot des Titelsponsors DaimlerChrysler mit einer deutsch-amerikanischen Crew ins Rennen gegangen war. Die Swan 65 liegt im Zwischenklassement auf einen hervorragenden neunten Platz. Skipper Gijs van Liebergen aus den Niederlanden, der von den Strapazen der Atlantiküberquerung gezeichnet schien, meinte: "Wir waren ja noch nie in dieser Besetzung zusammen gesegelt. Die Crew ist vor dem Rennen komplett neu zusammen gesetzt worden. Die Kenntnisse waren natürlich entsprechend sehr unterschiedlich. Kaum einer hatte vorher Regattaerfahrung auf Yachten. Aber die Crew ist hervorragend zusammen gewachsen."

Während ihr Open 60 "Team 888" wegen Reparaturarbeiten für die nächste Regatta "Round Britain" in Cuxhaven blieb, startete auch die Sechsermannschaft gleich nach Hamburg durch. Currywürste schon eingangs des Race Village waren die Renner bei der ausgemergelten Mannschaft. "Wir mussten an Bord mit sechs Mann auf vier Quadratmetern auskommen", sagte Co-Skipper Johnny Malbon, "das war das härteste unterwegs." Die ehemalige "Kingfisher" wurde 2000 für Ellen MacArthur als Einhandboot für die Vendee Globe-Regatta konzipiert, bei der die Engländerin sensationell den zweiten Platz belegte. Das große Potential hat die Yacht nun wieder durch einen zweiten Platz und als schnellstes berechnetes Schiff des zweiten Starts der Großyachten auf der DaimlerChrysler North Atlantic Challenge eindrucksvoll unterstrichen.

Zwischenklassement von Sonntag, 15 Uhr:
Name Zieleinlauf/ETA sm zum Ziel Berechnete Zeit in Std.
1 ZARAFFA 28.6.03 09:17:28 461,9
2 TEAM 888 5.7.03 08:07:32 480,463
3 UCA 5.7.03 01:23:05 495,107
4 ZUKUNFT IV 3.7.03 18:00:15 519,199
5 DISCOVERER 3.7.03 18:30:35 521,6
6 MAMELIE 5.7.03 16:07:03 549,454
7 HASPA HAMBURG 4.7.03 17:28:11 550,24
8 ELAN 6.7.03 16:33 36,1298 550,621
9 KING'S LEGEND 5.7.03 07:48:12 551,392
10 HAZE 4.7.03 22:49:16 553,475
11 VARUNA 4.7.03 10:31:55 554,557
12 ISKAREEN 7.7.03 16:49 207,564 556,125
13 JULIE MARIE 3.7.03 19:37:15 557,637
14 P.V.SEESTERMÜHE 7.7.03 22:53 232,07 561,135
15 PETER V. DANZIG 5.7.03 00:09:18 562,774
16 WORLD OF TUI HH 3.7.03 17:54:32 563,297
17 HANSA 3.7.03 18:20:15 563,371
18 CHERI 6.7.03 04:18:28 563,499
19 ALBATROS 4.7.03 05:03:36 566,809
20 SNOW LION 3.7.03 13:14:33 567,002
21 BRINKMANN PA. 5.7.03 20:24:38 570,031
22 PAULA 5.7.03 13:19:33 570,04
23 VITA BELLA 3.7.03 18:06:54 572,215
24 ZWERVER 7.7.03 18:00 201,894 573,924
25 VOLKSFÜRSORGEII 5.7.03 03:24:52 574,866
26 NV HAMBURG 4.7.03 12:40:19 580,32
27 TEMPEST 3.7.03 17:38:06 582,544
28 ANNE BONNY 7.7.03 08:05 139,146 582,63
29 TORTUGA 8.7.03 00:04 235,393 584,71
30 WALROSS III 7.7.03 10:40 575,31 591,516
31 TANASSA 4.7.03 22:01:31 599,017
32 BANK V. BREMEN 6.7.03 12:06:40 601,28
33 SEA ROSE 6.7.03 13:36 12,4204 602,324
34 RAROTONGA 7.7.03 20:15 935,783 605,285
35 GR.FREIHEIT 8.7.03 08:56 292,13 617,309
36 AQUIS GRANUS 10.7.03 09:08 551,826 618,023
37 JOLLY CELESTE 11.7.03 15:34 1364,84 626,294
38 GUNDEL.G. 9.7.03 18:30 476,656 635,223
39 HEBE III 9.7.03 22:39 500,673 637,789
40 TOM´s KAHN 10.7.03 07:41 544,549 638,718
41 CHARISMA 10.7.03 08:30 548,705 640,175
42 WINDROSE 8.7.03 21:29 507,452 640,43
43 NANI 10.7.03 10:01 558,394 651,029
44 MAIDEN 8.7.03 02:45 255,358 660,811
45 ASTA 10.7.03 19:18 601,975 662,095
46 ARCADIA 13.7.03 04:56 859,612 667
47 POLARIS 12.7.03 14:06 797,96 676,619
48 BO GLASWALD 12.7.03 06:56 767,248 680,627
49 FRISCO 15.7.03 01:42 1030,04 699,795
50 LEON DE MAR 14.7.03 22:05 1017,07 726,09
51 SALUTE 15.7.03 05:37 1043,96 731,439
52 BRIGANTIA 15.7.03 11:03 1063,04 742,049
53 ISOLA BELLA 13.7.03 18:49 915,973 757,428
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