DCNAC-Spezial

UCA holt den Titel "schnellste Yacht" nach gesegelter Zeit

Zieleinläufe jetzt Schlag auf Schlag

am 05.07.2003

Die "Uca" hatte die ersten Lichter von Cuxhaven nach 3600 Seemeilen direkt vorraus

Es war die Nacht der Zieleinläufe - Von Freitag auf Sonnabend liefen Schlag auf Schlag acht Schiffe in Cuxhaven ein. Die "Haspa Hamburg" kämpfte sich am Freitagabend bei grauem Himmel, Sturm und Regen, aber mit strahlenden Gesichtern in Cuxhaven über die Ziellinie.

Die junge Crew, unter der Führung von Skipper Georg Christiansen startete für den Hamburgischen Verein Seefahrt und schlug sich vortrefflich im Rennen um die berechneten Plätze. Zur Zeit rangiert die "Haspa Hamburg" vom Typ X 482 im Gesamtklassement auf Rang 6, in der IMS Rechnung sogar auf Platz 3. Genau um 19:28 Uhr und 11 Sekunden segelte die blaue Yacht dicht unter der Seebäderbrücke über die Ziellinie und war damit 19 Tage 23 Stunden 18 Minuten und 11 Sekunden unterwegs. Als nächste Yacht rauschte die Baltic 64 "Tanassa" an dem "Race Box" genannten Container des Race Office auf der Seebrücke vorbei und querte die Ziellinie um 00.01 Uhr und 31 Sekunden. Gefolgt von der "Haze" um 0.49 Uhr und 16 Sekunden. Die Stimmung auf der Seebrücke steigerte sich zunehmend und immer mehr Zuschauer tauchten in der Nacht auf um erst die "Peter von Danzig" begeistert zu empfangen (2.09 Uhr 18 Sekunden) und dann auf den Star der Nacht zu warten.

Nach der Ankunft gab es für die "UCA"-Crew eine Champagnerdusche

Die "Uca", die sich den Titel schnellste Yacht nach gesegelter Zeit erkämpfte, kam wie ein Phantom aus dem Dunkeln auf. Denn mit etwa 16 Knoten über Grund rauschte die Yacht von Klaus Murmann um 3.23.05 Uhr so schnell über die Linie, dass nicht einmal das Begleitboot mit den Scheinwerfern mitkam. Der kleine Sturmspinnaker war gesetzt und nach nur 13 Tagen, 7 Stunden, 13 Minuten und 5 Sekunden erreichte die beeindruckende 26-Meter Yacht den Zielhafen. Ein großer Empfangsbahnhof erwartete die Crew zum kurzen Stopover und der Champagner floss in Strömen.

Zur Begrüßung waren in der Nacht auch die Konstrukteure der schnellen Rennmaschine angereist. Fietje Judel und Torsten Conradi vom Designbüro Judel/Vrolijk ließen es sich nicht nehmen den brandneuen Maxi-Racer nach der Feuertaufe in Augenschein zu nehmen. Und alle Crewmitglieder berichteten einhellig: das Schiff ist super, alles ist heil geblieben und wir haben viel Spaß gehabt. Im ersten Dämmerlicht saßen die müden Krieger dann auf der Pier und futterten ihr erstes Steak nach zwei Wochen Knochenarbeit.

Eigner und Skipper Klaus Murmann berichtete: "Die Wetterbedingungen waren für uns denkbar schlecht. Bis Point Alpha mussten wir gegenan segeln und dann vor Fair Isle auch wieder. Nur in der Nordsee lief es jetzt zum Schluss richtig gut. Aber mit dem Schiff bin ich sehr zufrieden, wir sind sauber gesegelt. Die Crew hat hervorragende Leistung gezeigt. Der Wehrmutstropfen des zweiten Starts ist dennoch sehr groß. Wenn wir im ersten Start gefahren wären, hätten wir mehr erreichen können. Unser Ziel war neben der besten gesegelten Zeit auch der berechnete Sieg.

Timmy Kröger, Segelprofi aus Hamburg, segelte bereits zweimal im Round the World Race um den Globus. "Das Boot ist sehr groß und die Kräfte sind enorm, da muss die Crew ordentlich ackern und ein gutes Zusammenspiel ist besonders wichtig - aber das Schiff macht einfach Spaß. Es segelt sich natürlich ganz anders als die V60's, es ist viel größer und auch die Segelflächen sind viel größer, daher kostet jeder Segelwechsel sehr viel Kraft", so der Langstreckenspezialist.

Nach der "Uca" zog als nächstes die "Volksfürsorge" in die Elbmündung ein und querte bereits mit ausreichend Tageslicht um 5.24.52 Uhr die Ziellinie um die 3600 Meilen lange Regatta zu beenden. Das Schmuddelwetter ließ sich jedoch noch nicht abschütteln. Es pustete weiterhin mit etwa sechs Beaufort aus westlichen Richtungen, angereichert mit Schauern.

Kurz nacheinander kamen dann am Morgen die DaimlerChrysler-Mitarbeiteryacht "King's Legend" und der Open 60 "Team 888 " gegen die heftige Tide kämpfend ins Ziel. Die Stimmung der deutsch-amerikanisch gemischten Crew der "King's Legend" war kaum zu überbieten. Groß war die Freude über das gute Abschneiden. Derzeit liegt die Swan 65 berechnet auf Rang 7. " Das war ein harter Trip und wir mussten mehr am Wind segeln als uns lieb war, aber obwohl wir uns vorher alle nicht kannten und nur drei Tage Training hatten, ist die Crew mit der Zeit super zusammen gewachsen", erzählt Skipper Gijs van Liebergen. Paul Hulsey, von DaimlerChrysler in den USA war mit an Bord dabei. "Das war ein fantastisches Rennen und eine einmalige Erfahrung", berichtet er begeistert nach dem ersten Anlegerschluck.

Die Crew der britischen "Team 888" war ebenfalls vergnügt über das gute Abschneiden. Der Open 60, erlangte unter dem Namen "Kingfisher" Berühmtheit, als die junge Britin Ellen MacArthur damit Einhand um die Welt segelte und den zweiten Platz im Vendee Globe Challenge gewann. "Wir sind sehr zufrieden mit unserem Rennen, die Windbedingungen waren gut für uns und das Baby läuft klasse", sagte Jonny Malbron, Co-Skipper der sechsköpfigen Crew, die berechnet auf Platz 2 rangiert. "Auf einem Einhandboot mit sechs Mann zu segeln bedeutet, das nicht viel Platz unter Deck ist, wir aber dafür schnellere Manöver fahren können", so der Brite von der "Team 888", die als 20. Yacht einlief.

Das Race Comittee in Cuxhaven hat die Nacht durchwacht und erwartet heute noch die "Paula" (gegen16.00 Uhr) und die "Mamelie" (gegen 22. Uhr) im Ziel. Morgen gefolgt von Brinkmann, Cheri, Bank von Bremen und Sea Rose.

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