Minitransat

Transatlantik-Traum in Gefahr!

Drei Tage nach dem Start ins 20. Minitransat muss der so beherzt ins Rennen gestartete Hamburger Dominik Lenk einen Reparaturstopp einlegen

Tatjana Pokorny am 22.09.2015
Minitransat 2015

Musste mit Elektronikproblemen A Coruña anlaufen: Dominik Lenk

Er ist mit dem drittältesten Boot in der Flotte der Protoypen ins Minitransat gestartet und hatte sich zunächst sogar in den Top Ten positionieren können. Doch drei Tage nach dem Start war Dominik Lenk immer weiter zurückgefallen. Zuletzt verzeichnete die Geschwindigkeitsanzeige für das Lenk-Boot nur noch null Knoten. Kein Wunder: Der junge Hamburger hatte den spanischen Hafen A Coruña anlaufen müssen. Dort will er versuchen, seine Elektronikprobleme in den Griff zu bekommen. Am Dienstagabend war noch nicht klar, ob Lenk diese erste Etappe fortsetzen kann. Er selbst hoffte, das Rennen nach eiliger Reparatur bereits am Mittwoch wieder aufnehmen zu können. Weitere Informationen lagen der Rennleitung am späten Dienstagabend noch nicht vor.

Minitransat 2015

So hoffnungsfroh wie dieser Solist war die gesamte Miniflotte ins Rennen gestartet, das für einige Skipper und ihre Boote nun schon frühzeitig beendet ist

Der in Hamburg als freier Grafiker für die Segelförderinitiative Sailing Team Germany arbeitende Lenk hat hart geschuftet und auf sehr vieles verzichtet, um sich seinen großen Traum von der Minitransat-Premiere zu erfüllen. Sein Prototyp wurde 2001 gebaut. Vom Rennen seines Lebens träumt Lenk seit seinem zwölften Lebensjahr. Sein Projekt hat er weitgehend selbst "gelenkt", die meisten Arbeiten am Boot aus Kostengründen selbst ausgeführt. Lenk ist erklärter Fan der kraftvollen Minis und steht nun vor der ersten großen Bewährungsprobe: Kann er sein betagtes Boot wieder auf Kurs bringen?

Minitransat 2015

So friedlich ging es am Starttag am vergangenen Wochenende zu. Inzwischen hat die Biskaya wieder einmal ihre Muskeln spielen lassen und mehrere Solosegler kalt erwischt

Das wankelmütige Wetter der ersten Tage – auf längere Flautenperioden folgten sehr frische Winde und eine garstige Biskaya-Welle – hat der Flotte bereits einigen Tribut abgefordert. Nicht nur Lenk musste zunächst einlenken. Der Franzose Gilles Avril vermeldete den ersten Mastbruch. Romain Moucel hat sich zwei Fingersehnen seiner rechten Hand gerissen und ist inzwischen in Lorient angekommen. Carlos Lizancos ist in Gijon eingelaufen und bemüht sich dort um eine Ruderreparatur. Der italienische Skipper Federico Cuciuc hat wie auch Maxime Eveillard Kurs auf A Coruña genommen. Florian Lakemen hat das Rennen aus Krankheitsgründen abgebrochen.

In Führung lag am Dienstagabend in der Flotte der insgesamt 46 Serienboote der Franzose Ian Lipinski aus Lorient. Der Münchner Chris Lükermann war auf Platz 28 zurückgefallen. Der Hamburger Unternehmer Jan Heinze hatte sich auf Platz 38 behauptet. Die Proto-Wertung führte der 30-jährige Franzose Davy Beaudart an.

Aktuelle Ergänzung, Mittwoch, 23. September, 10 Uhr: Dominik Lenk ist wieder im Rennen! Der Hamburger hat seine Elektronikprobleme offenbar vorerst beheben können. Da Lenk ohne Telefon in A Coruña auch von der Wettfahrtleitung nicht aktiv erreichbar war, liegen noch keine genauen Informationen zu seinen technischen Problemen und der über Nacht erfolgten Reparatur vor. Wir berichten, sobald die Rennleitung neue Kenntnisse erhält. Zum Hintergrund der dünnen Informationslage: Mini-Seglern ist der Kontakt zur Außenwelt nicht erlaubt. Die Boote sind nur mit Funk ausgestattet.

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Die Bedingungen wechselten in den ersten drei Tagen von flau zu ruppig

Tatjana Pokorny am 22.09.2015

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