Atlantic Anniversary Regatta

Transatlantik-Regatta zum NRV-Jubiläum gestartet!

16 Boote und rund 150 Seglerinnen und Segler sind seit Sonntagnachmittag unterwegs. Die Mehrheit wird in der letzten Juli-Woche in Hamburg eintreffen

Tatjana Pokorny am 08.07.2018
Atlantic Anniversary Regatta
Anna Budel / AAR

AAR 2018: Start vor Bermuda

Am späten Sonntagnachmittag deutscher Zeit ist der Startschuss zur Atlantic Anniversary Regatta gefallen. Nicht ganz so pünktlich wie geplant, denn das Kreuzfahrtschiff "Norwegian Dawn" mit seinen imposanten Ausmaßen von fast 300 mal gut 38 Metern hatte die Gewässer vor Bermuda später als gedacht erreicht und dafür gesorgt, dass die "Narrows" – der Kanal nach Bermuda hinein – zeitweise gesperrt werden musste. Dadurch ergab sich eine Startverschiebung von 35 Minuten, um allen Teilnehmern die faire Chance auf entspanntes Einchecken und Einsegeln zu geben.

Atlantic Anniversary Regatta

Abschied von Bermuda: die Flotte auf dem Sprung über den großen Teich

Die Startlinie kreuzten gegen 12.40 Uhr Ortszeit (17.40 Uhr deutscher Zeit) 16 und nicht – wie geplant – 17 Boote mit rund 150 Seglern aus 14 Nationen. Wettfahrtleiter Stefan Kunstmann berichtete: "Die 'Toothface 2' hat sich in Bermuda leider nicht materialisiert, ohne dass wir trotz mehrfacher Anfragen Informationen erhalten haben. Alle anderen Yachten, darunter 'Rambler 88', 'Varuna' und 'Malizia – Yacht Club Monaco', waren wie geplant in Bermuda und haben erfolgreich am AAR-Start teilgenommen."

Atlantic Anniversary Regatta 2018

Die klare "Line Honors"-Favoritin der AAR 2018: George Davids "Rambler 88"

Die Stimmung zum Start beschrieb Kunstmann als "spannend". Er berichtete, dass über Nacht diverse Gewitterwolken durchgezogen waren. Noch am Samstag war die Rede davon gewesen, dass es den Starttag über gewittern sollte. Doch entgegen der ursprünglichen Prognose waren die Startbedingungen mit 15 Knoten Wind aus Südost gut, weil die Gewitterwolken nach Nordost abgezogen waren. Die Sonne ließ das Revier türkisfarben funkeln und schenkte den Seglern und den Zuschauern auf dem Wasser und an Land ein prächtiges Segelerlebnis. Wie stark sich Aufregung und Lampenfieber durch die Flotte zogen, bewiesen zwei Frühstarts: Die "Teasing Machine" kreuzte die Linie satte sieben Sekunden zu früh, konnte sich aber erst nach Abzug der Flotte bereinigen. Auch Mathias Müller von Blumencrons Class 40 "Red" war mit ihrem Bugspriet und einem Viertel der Bootslänge beim Schuss 2,5 Sekunden zu früh über der Linie, fuhr zurück und holte dann aber eindrucksvoll auf.

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Die Startzone für den Auftakt zur Atlantic Anniversary Regatta von Bermuda nach Hamburg

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Mathias Müller von Blumencrons "Red": erst Frühstart, dann gelungene Aufholjagd

Boris Herrmanns "Malizia" dagegen kam mit ihrer vierköpfigen Crew gut von der Linie weg. Der Imoca-Skipper berichtete nach dem Start kurz von Bord: "Wir haben aufgrund der langen Anfahrt recht früh abgelegt. Dann in absolut glasklarem, türkisfarbenem Wasser entlang im Great Sound, dem Innengewässer von Bermuda. Der Start war für uns nicht so einfach wie für ein Boot mit voller Mannschaftsstärke. Etwas schwieriger, mit so einer Imoca enge Manöver zu machen, aber alles lief wie am Schnürchen und wie erwartet. Wir mussten kurz durchatmen nach dem Start und sind etwas mit unserem schon angeschlagenen Code 0 weitergesegelt. Das Boot beschleunigt damit fantastisch, aber wir waren etwas zu hoch, sodass wir nach der kleinen Pause zum Wetterchecken – in dem Moment war gerade das neue GFS-Modell da – auf den großen Spi umgebaut haben. Die Aktion hat gute vier Meilen auf Varuna gekostet. Jetzt sollten wir aber im Schnitt wieder schneller sein. Leider sind sie auf dem AIS nicht mehr zu sehen. Die Stimmung ist gut, der Wachrhythmus gestartet, und ein bisschen freue ich mich, irgendwann mal nicht mehr im Boot so höllisch zu schwitzen. Bestimmt werde ich dann die Wärme vermissen… Eine kleine Ein-Meter-Welle bremst uns. Wäre die See spiegelglatt, wären wir 1 bis 2 Knoten schneller."

Atlantic Anniversary Regatta 2018

Die "Haspa Hamburg" auf dem Weg in ihren Heimathafen

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Der Start erfolgte im strahlenden Sonnenschein

Zum Auftakt der 3500-Seemeilen-Herausforderung wird die Flotte weitgehend angenehme Vorwind-Bedingungen erleben. Gleichzeitig erinnerte "Bank von Bremen"-Skipperin Melanie Alburg vor dem Startschuss aber auch an die bevorstehenden Herausforderungen: "Wir müssen auch in Richtung Westen schauen, wo ein tropisches Tief in Sicht ist, das uns einige schwierige Entscheidungen bescheren wird. Am Ende aber, wenn wir den Englischen Kanal erreichen, wird eine Art Neustart des Rennens stattfinden. Und dann sind wir auch beinahe schon da…" Die Top-Boote werden keine eineinhalb Wochen bis in den deutschen Zielhafen benötigen. Die Mehrheit der Flotte wird in der letzten Juli-Woche in Hamburg erwartet.

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Die "Rockall V"-Crew mit Skipper Christopher Opielok

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Die "Bank von Bremen" mit Skipperin Melanie Alburg

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Tatjana Pokorny am 08.07.2018

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