Helga Cup 2018

"Total geflasht"

Der Helga Cup läuft. Trotz Flaute und extremer Winddreher wurde am ersten Wettfahrttag auf der Außenalster gesegelt – das Konzept geht auf

Kristina Müller am 02.06.2018
Helga Cup - Tag 1
YACHT / B. Scheurer

Bei schwierigen Bedingungen feierte der Helga Cup auf der Hamburger Außenalster gestern einen gelungenen Auftakt. "Ich bin total geflasht", sagte Initiator Sven Jürgensen vom Norddeutschen Regattaverein (NRV) bei der offiziellen Eröffnung am Abend, bezogen darauf, dass aus einer kleinen Idee aus dem Vorjahr nun eine derart große Veranstaltung entstanden war.

Helga Cup - Tag 1

Steuerfraubesprechung im NRV

Über 250 Seglerinnen aus Deutschland, Österreich und aus den USA sind derzeit im NRV, um in 62 Teams bei der ersten deutschen Frauenkielbootmeisterschaft zu starten. Die Bedingungen dafür waren am ersten Tag jedoch nicht optimal – Flaute und maximal ein laues Lüftchen waren für die Alster vorhergesagt. "Wir haben die Windprognose lange diskutiert und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir unter allen Umständen segeln wollen", sagte Gesamtwettfahrtleiter Klaus Lahme bei der Steuermann-, pardon Steuerfraubesprechung.

Ähnlich dem Segelbundesliga-Format segeln jeweils sechs Crews auf der Seascape-Bahn gegeneinander, acht Crews auf der J/70-Bahn. Nach zwei Wettfahrten erfolgt ein fliegender Crewwechsel am Steg, und die nächste Gruppe startet.

Helga Cup - Tag 1

Leichtwindsegeln auf der Außenalster auf kurzen Up-and-Down-Kursen

Gleich zu Beginn ging es für eine junge Crew des Deutschen Segler-Verbandes aufs Wasser, das Team "DSV Kader I" um Steuerfrau Laura Schewe, die sonst Laser Radial segelt und im German Sailing Team trainiert. "Wir gehen nicht davon aus, dass wir hier gewinnen", sagt Schewe, 17, und lacht. "Wir hatten nur wenig Zeit zum trainieren, da wir in unseren eigenen Jollenklassen so viel unterwegs sind. Aber es ist cool, mal im Team zu segeln."

Gleich drei Frauencrews hat der DSV für den Helga Cup zusammengestellt, neben zwei bestehend aus Leistungsseglerinnen auch die "DSV Rookie Crew". Keine der vier Fahrtenseglerinnen war je zuvor bei einer Regatta gestartet, in den vergangenen Monaten haben sie sich dafür intensiv auf Starts, Tonnenrundungen, Gennakersets und weitere Feinheiten des Regattasegelns vorbereitet. 

"Die ersten Rennen haben sind ganz gut gelaufen, auch wenn wir Anfängerfehler gemacht und Regeln missachtet haben – und auch prompt dafür bestraft wurden. Aber die Stimmung ist super", so Steuerfrau Marion Köhler am Ende des ersten Helga-Cup-Tages.

Helga Cup - Tag 1

Gesegelt wird auf J/70 und Seascape 24

Crews aus ganz Deutschland, von Berlin bis an den Bodensee und auch zahlreiche aus Norddeutschland sind vertreten, dazu zwei österreichische Teams. Die weiteste Anreise haben allerdings zwei Frauencrews aus den USA zu verbuchen, die eigens für die Regatta aus New York nach Hamburg gekommen sind.

"So ein Format gibt es selbst bei uns nicht", sagt Tracy McRoberts vom Seawanhaka Corinthian Yacht Club, die das Frauensegeln in ihrem Verein ausbauen will. Auf Einladung ihres Partnervereins NRV haben beide Teams den Weg an die Alster gefunden und vermissten bei guter Stimmung an Land und auf dem Wasser bis zum Ende des ersten Tages nichts – nur mitunter den Wind.

Helga Cup - Tag 1

Flaute vor dem Start. Seglerinnen gingen baden, der Spaß nicht verloren

Kristina Müller am 02.06.2018

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