48. Rolex Fastnet Race

Top-Ergebnis für "Outsider", "Wizard" auf Kurs Gesamtsieg

Noch sind nicht alle Boote im Ziel, aber Tilmar Hansens "Outsider"-Crew könnte die herausragende Top-Fünf-Platzierung im 48. Rolex Fastnet Race halten

Tatjana Pokorny am 06.08.2019
48. Rolex Fastnet Race
Rolex

48. Rolex Fastnet Race: Die amerikanische "Wizard" rast rund Fastnet-Felsen und zum immer wahrscheinlicher werdenden IRC-Gesamtsieg

Wetter und Wind waren bei dieser 48. Auflage des Rolex Fastnet Race für Boote in der Größe von Tilmar Hansens neuer TP52 aus der Designschmiede Judel/Vrolijk wie gemacht. Das nutzten "Outsider"-Skipper Bo Teichmann, der von allen Seiten hochgelobten Top-Navigator Robin Zinkmann und die internationale Crew auf dem Boot vom Kieler Yacht-Club für eine konzentrierte wie formidable Leistung. Drei Tage nach dem Start am vergangenen Samstag verteidigt die Mannschaft in der IRC-Gesamtwertung weiter Platz vier.

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"Wizard" vor der imposanten Kulisse von Fastnet Rock

Den 605 Seemeilen langen Kurs von Cowes rund Fastnet-Felsen und zurück nach Plymouth hat das Team mit den beiden Volvo-Ocean-Race-Profis Brad Jackson und Stu Bannatyne sowie einer Reihe erfahrener deutscher Segler, darunter North Sails Germany Geschäftsführer Stefan Matschuck, in 2 Tagen, 6 Stunden, 22 Minuten und 8 Sekunden abgesegelt. Die Ziellinie vor Plymouth hatte die Mannschaft am Dienstagabend um 21.22 Uhr deutscher Zeit gekreuzt. Bislang ist das nach berechneter Zeit die starke Platzierung in den Top Fünf wert, aber noch sind einige kleinere Yachten im Rennen. Definitive Ergebnisse gibt es voraussichtlich erst am Mittwoch.

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Tilmar Hansens neue TP52 "Outsider" aus der Designschmiede Judel/Vrolijk

Skipper Bo Teichmann, der seinen 36. Geburtstag auf See gefeiert hatte, sagte: "Ich hatte noch nie so einen ruhigen Geburtstag. Er begann mit Sonnenschein. Dann folgte die Wand mit 25 bis 30 Knoten Wind." Nur zwei Tage gemeinsamer Vorbereitungszeit war der Crew für die Fastnet-Premiere des stark umgebauten Racers geblieben, der erst vor drei Wochen zu Wasser gelassen worden war. "Wir haben nur den Kopf von einem älteren Gennaker abgerissen, hatten ansonsten keine größeren Probleme", berichtete Teichmann beglückt. "Gern hätten wir noch ‘Tala', die  Drittplatzierte, eingeholt, doch wir sind auch so super zufrieden mit der Leistung von Crew und Boot."

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Bei der Fastnet-Premiere rundete das Team Tutima mit Skipperin Kirsten Harmstorf-Schönwitz den Fastnet-Felsen am Dienstagvormittag und hielt den Moment mit einem glücklichen Gruppen-Selfie fest

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Nach der Fastnet-Rundung in den Top 100 auf dem Weg in den Zielhafen Plymouth: Sven Wackerhagens "Desna"

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Lag am Dienstagmittag kurz vor Zieldurchgang auf Platz 59 im IRC-Gesamtklassement: die "Broader View Hamburg"

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Lag am Dienstagmittag auf Platz 111 im IRC-Gesamtklassement: die "Bank von Bremen" am Fastnet-Felsen

Pech hatte das Team in Sachen Bilddokumentation seiner Fastnet-Rundung: Die fand gegen 3 Uhr morgens statt. Und so verpassten die Fastnet-Fotografen den neuen deutschen Racer hier und später auch im Ziel, weil sie selbst noch am Felsen im Einsatz waren. Auch Teichmann schmunzelte und sagte: "Eigentlich wollten wir an meinem Geburtstag das Triple schaffen: Land's End, Lizard und Fastnet Rock an einem Tag sehen. Mit dem Felsen hat es nicht mehr ganz geklappt…"

Auf Kurs IRC-Gesamtsieg liegt weiterhin der im Klassement führende amerikanische Volvo Open 70 "Wizard" von David und Peter Askew. Skipper Charlie Enright und seine Crew brachten den Racer in 1 Tag, 21 Stunden, 37 Minuten und 7 Sekunden über den Kurs.

Hier geht es zum Tracking, den gesegelten und den nach IRC berechneten Zeiten sowie den Zwischenständen.

Boris Herrmann und Will Harris haben ihr erstes gemeinsamen Fastnet auf "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" mit Platz acht in der Imoca-Wertung abgeschlossen. Damit ist das deutsch-britische Duo nicht ganz zufrieden, wäre gern etwas deutlicher auf Tuchfühlung zur Spitze gesegelt. "Wir wollten schon weiter vorn in Podiumsnähe landen", sagte der 38-jährige Skipper Boris Herrmann aus Hamburg. "Wir haben an zwei, drei Stellen Pech mit unserer Taktik gehabt und falsch gelegen." Vor allem am ersten Abend des Rennens, als das gesamte Feld in eine Flautenzone segelte, sei unklar gewesen, wo der vorhergesagte Südwestwind zuerst einsetzen würde. Auf dem von Herrmann und Harris gewählten südlicheren Kurs kam er später, während die Konkurrenz im Norden in Küstennähe offenbar von der nördlichen Strömung profitierte.

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Hatten sich ein bisschen mehr als Platz 8 in der Imoca-Flotte erhofft: "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco"-Skipper Boris Herrmann und sein britischer Co-Pilot Will Harris

Das Duo Herrmann/Harris hatte die Ziellinie der Langstrecke mit seiner Imoca als insgesamt 13. Einrumpfyacht unter den insgesamt 388 gestarteten Booten am Montagnachmittag um 16.57 Uhr deutscher Zeit nach 2 Tagen, 3 Stunden, 12 Minuten und 24 Sekunden auf See erreicht. Das Rennen markierte einen weiteren Meilenstein in der Vorbereitung Herrmanns auf seinen Start bei der Vendée Globe 2020/21. Vor den nächsten Regatten folgt nun ein ganz anderes Engagement: Boris Herrmann und sein Co-Skipper Pierre Casirgahi werden noch im August die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg, ihren Vater und einen Filmemacher an Bord von "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" über den Atlantik zum UN-Klimagipfel segeln. Bei den IMOCAs gewann die favorisierte "Charal" mit Jérémie Beyou und Christopher Pratt in 2 Tagen, 1 Stunde, 17 Minuten und 28 Sekunden.

George Davids "Rambler 88" (USA) war zum dritten Mal in Folge als schnellste Einrumpfyacht im Ziel, verfehlte nach 1 Tag und knapp 20 Stunden jedoch den Streckenrekord um eine gute Viertelstunde. Dagegen hatte der französische Trimaran "Maxi Edmond de Rothschild" mit den Volvo-Ocean-Race-Gewinnern Franck Cammas und Charles Caudrelier mit 1 Tag, 4 Stunden, 2 Minuten und 26 Sekunden eine neue Bestzeit für das Fastnet Race aufgestellt und dem Begriff "Langstrecke" damit eine neue Dimension gegeben.

Am neuen Fastnet-Rekord segelte die Crew von George David um eine gute Viertelstunde vorbei, doch das Ziel erreichte die US-Yacht als einer Monohull

Tatjana Pokorny am 06.08.2019

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