Kapstadt-Rio-Regatta

Tod nach Mastbruch im Südatlantik

Im Cape 2 Rio Race hat die Flotte mit stürmischen Winden gerungen. Auf der Yacht "Bille" gab es nach Mastbruch einen Toten und Verletzte

Tatjana Pokorny am 06.01.2014
"Bille" Cape2Rio 2014

Cape2Rio 2014: Auf "Bille" (Angola) starb ein Segler nach dem Mastbruch

Stürmische 40 bis 60 Knoten starke Winde, bis zu sechs Meter hohe Wellen, ein Mastbruch und ein Todesfall – die schlechten Nachrichten vom Cape 2 Rio Race 2014 überschlugen sich am Sonntagabend. Die Yacht "Bille" aus Angola hatte bereits am Sonntagvormittag Probleme mit dem Großsegel gemeldet und wollte zu Reparaturen nach Kapstadt zurücksegeln. Um 15 Uhr traf im Regattazentrum die Meldung ein, dass die Yacht ihr Rigg verloren habe und sich dabei mehrere Crew-Mitglieder schwere Verletzungen zugezogen hätten.

In einer Mitteilung der Veranstalter hieß es am Sonntagabend weiter: "Traurigerweise hat die Yacht den Tod eines Crew-Mitglieds gemeldet." Der Name des Opfers wurde zunächst nicht bekanntgegeben. In der Mitteilung hieß es außerdem, dass "das Maritime Coordination Rescue Center (MRCC) alle zur Verfügung stehenden Kräfte aktiviert habe" und die Veranstalter in dauerhaftem Kontakt mit der Yachten stünden. Außerdem sei die teilnehmende südafrikanische Yacht "Genevieve Too" an den Unglücksort entsandt worden und stünde "Bille" ganz in der Nähe zur weiteren Unterstützung zur Verfügung. Wettfahrtleiter Ray Matthews sprach der Familien des tödlich verunglückten Seglers und der Crew sein Beileid aus.

Black Cat im Cape2Rio 2014

"Black Cat": Nach Ruderbruch zurück in den Starthafen Kapstadt

Bis zum Abend hatten weitere Yachten Probleme gemeldet. Die südafrikanische 38-Fuß-Yacht "Black Cat" war mit gebrochenem Ruder auf dem Weg zurück nach Kapstadt, wo die Flotte der insgesamt 27 Yachten am Samstag gestartet war. Die südafrikanische "Peekay" hatte Segelprobleme und Kurs auf  Saldanha Bay genommen. Die ebenfalls unter südafrikanischer Flagge segelnde "Isla", von der "Peekay" zunächst glaubte, einen Notruf erhalten zu haben, meldete im Regattazentrum später, dass an Bord alles okay sei. In der Nacht auf Montag jedoch gab es weitere Facebook-Meldungen, nach denen an Bord der "Isla" ein Feuer ausgebrochen sei und die Yacht eine Mayday-Meldung abgesetzt habe.

Die südafrikanische "Ava" hatte am Morgen Batterieprobleme gemeldet. Um 16.18 Uhr war die Seenotbake (Epirb) der "Ava" ausgelöst worden. Seitdem, so heißt es in der Meldung der Veranstalter, habe man keinen Kontakt mehr zu der Yacht gehabt. Auch in diesem Fall hat das MRCC seine Einsatzkräfte mobilisiert, obwohl die Yacht laut Tracker weiterhin auf Kurs Rio segelte. Gegen 19.30 Uhr am Sonntag meldete die südafrikanische "DoDo" den Ausfall ihrer Steuerung und Motorprobleme. Die Crew war aber guter Hoffnung, den Schaden auf See reparieren zu können.

Die einzige deutsche Yacht "Iskareen" mit Skipper Sönke Bruhns und Christiane Dittmers aus Hamburg behauptete sich am Sonntagabend im Mittelfeld. Die Amateur-Crew der kleinen Archambault 34 mit Christian Halbig, einer südafrikanischen Seglerin, ihrem kanadischen Freund und einem Schweizer hatte vor dem Start auf ihrer Facebook-Seite geschrieben: "Wir freuen uns sehr auf den morgigen Start." Seit Aufnahme des Rennens hatte die Crew keine weiteren Nachrichten veröffentlicht, segelte jedoch laut Tracker auf Kurs Rio.

ISKAREEN

"Iskareen" (hier bei der Tour de France à la Voile) überstand die erste stürmische Nacht bravourös

Das ganze Ausmaß der Cape2Rio-Tragödie war am Sonntagabend noch nicht absehbar, weil die Nachrichtenlage zunächst unübersichtlich blieb und die Veranstalter die Ereignisse nur verzögert zur Kenntnis brachten.

In Führung lag die italienische Rekordjägerin "Maserati" mit Skipper Giovanni Soldini und dem Oldenburger Boris Herrmann. Herrmann hatte nach der ersten Nacht und vor Bekanntwerden der Unglücksfälle berichtet: "Wir hatten glücklicherweise nicht mehr als 40 Knoten Wind, haben nun schon wieder ein größeres Segel gesetzt und sind gut unterwegs mit Kurs Nordwest." Die italienische VO-70-Yacht ist im Vergleich zu vielen teilnehmenden Yachten deutlich größer. Allen Teilnehmern war die Sturmwarnung vor dem Start bekannt.

Boris Herrmann startet auf "Maserati" beim Transpac 2013

Boris Herrmann segelt das Cape 2 Rio auf "Maserati"

Tatjana Pokorny am 06.01.2014

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