Maxi-Trimaran

Thomas Covilles neuer Monster-Tri

"Sodebo Ultim 3" soll für 45 bis 50 Knoten Top-Speed gut sein. Spannendste Neuerung des Bootes ist das weit vor den Mast gerückte Cockpit, ein Novum der Klasse

Andreas Fritsch am 15.03.2019
Sodebo
Frederic Morin Team Sodebo

Der 32-Meter-Tri ist für die Ultim Class gebaut, in der letztlich 2020 sechs bis acht Boote quasi eine Mehrrumpf-Auflage der Vendée Globe mit den riesigen Multihulls segeln sollen. Coville ist einer der Top-Favoriten für dieses Rennen, auch wenn ihm Gegner Francois Gabart 2018 den Rekord für die schnellste Einhand- Weltumsegelung entriss - Coville hatte mit 49 Tagen einen Rekord aufgestellt, den Gabart auf unglaubliche 42 Tage und 16 Stunden verbesserte.

Das Video vom Roll-Out in Vannes bei der Multiplast-Werft.

Seine zuletzt etwas in die Jahre gekommene "Sodebo Ultim 2", ein Nigel-Irens-Cabaret-Design, wurde nun gegen eine State-of-the-Art Version ausgetauscht. Gebaut wurde sie in der Multiplast-Werft in Vannes, Teile hat auch die italienische Edelschmiede Persico geliefert.

Damit gibt es drei Boote der letzten Generation: François Gabarts "Macif", die "Maxi Edmond de Rothschild" des Gitana-Teams, das gerade Sébastien Josse als Skipper geschasst hat, und Covilles "Sodebo Ultim 3". Das vierte Boot, Armel Le Cléac'hs "Banque Populaire", war bei der Route du Rhum 2018 im Sturm zerbrochen und verloren gegangen. An einem Neubau wird aber schon fieberhaft gearbeitet.

Die übrigen drei Boote sind allesamt Foiler aus der Feder des Designbüros VPLP in Zusammenarbeit mit den Designern der Teams. Coville nutzt für die Foils zusätzlich das Knowhow von America’s-Cup-Designer Martin Fisher und peilt nach eigenen Angaben 45 bis 50 Knoten Topspeed an. Der Tri hat zudem einen ganz anderen, innovativen Bau-Ansatz als die drei Konkurrenten: Das Cockpit ist weit nach vorn gewandert, duckt sich direkt hinter den vorderen Beam. "Wir konzentrieren den Masse-Schwerpunkt des Bootes so sehr zentral. Das verbessert die Manövrierfähigkeit enorm, und das Boot ist aero- und hydrodynamisch effizienter", so Thomas Coville. Auch die Bewegungen sollen für den Skipper angenehmer werden. Nicht ganz unwichtig, wenn die Boote einhand unterwegs sind. Sébastian Jossse, bis vor kurzem noch Skipper des Gitana-Teams, hatte immer wieder durchblicken lassen, wie körperlich und psychisch anstrengend es ist, solche extremen Boote bei diesen Speeds allein zu segeln.

Beim Entwurf hätten sie sich am Design von Flugzeug-Cockpits orientiert – vielleicht nicht das Schlechteste für ein fliegendes Boot, so Thomas Coville. Tatsächlich steht der Mast weit achtern, der Platz dahinter bis zum zentralen T-Ruder ist mit einer aerodynamischen Verkleidung geschützt.

Coville wird mit dem Boot im Herbst diesen Jahres beim Transat Jacques Vabre starten, das er 2017 gewann. Für die Ultim-Regatta um die Welt hoffen die Veranstalter 2020 auf sechs bis acht Starter. Bislang ist klar, dass die vier Neubauten ins Rennen gehen wollen, möglich wäre auch, dass Francis Joyon mit seiner alten "Idec Sport" noch einmal dabei ist und Yves le Blevec mit Thomas Covilles Ex "Sodebo", jetzt "Actual Ultim". 

Andreas Fritsch am 15.03.2019

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online