Pornichet Select 2018

Starker zweiter Platz für Jörg Riechers und "Lilienthal"

Jörg Riechers bleibt eine Kraft, mit der Frankreichs dominierende Soloszene weiter zu rechnen hat: Beim 300-Seemeilen-Klassiker glänzte der Hamburger erneut

Tatjana Pokorny am 24.04.2018
Pornichet Select 2018
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Den Sieg beim Mini-Klassiker Pornichet Select 2018 sicherte sich zwar mit Erwan Le Mené und seinem Proto "Rousseau Clotures" ein Franzose, doch dann kreuzte schon Jörg Riechers mit seinem Proto "Lilienthal" die Ziellinie des 300-Seemeilen-Rennens von Pornichet bei St. Nazaire nach Les Sables d'Olonne und ließ dabei weitere 76 Starter hinter sich. Mit Platz zwei in der Gesamt- und in der Protowertung legte der Hamburger Segelprofi einen sehr guten Grundstein für sein Ziel, im Kampf um die französische Solomeisterschaft 2018 ein gewichtiges Wort mitzusprechen. Das Rennen bildete den Auftakt zur französischen Einhand-Meisterschaft 2018. "Erster wäre auch schön gewesen", sagte Riechers lächelnd, "aber dafür war der WInd im Schnitt zu leicht." Was der "Lilienthal" nicht ganz so sehr liegt, deren Potenzial sich eher ab 12 Knoten entfaltet. Platz drei in der Proto-Wertung ersegelte François Jambou auf "Offshore.fr".

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Pornichet Select 2018: Riechers segelt als Zweiter ins Ziel

Mit 2 Tagen, 5 Stunden, 5 Minuten und 45 Sekunden brauchte Riechers nur knapp zwei Stunden länger für den Kurs als Erwan Le Mené. Das Pornichet Select 2018 zählte zu den härtesten der insgesamt vier Rennen, in denen die Mini-Elite ihren Meister ermittelt. "Überall Fischer, Untiefen, tausend Riffe. Und vor der Loire-Mündung auch noch Cargos. Es ist ein kompliziertes Rennen", erklärt Riechers, der sich auf dieser anspruchsvollen Mittelstrecke nur dreimal 20 Minuten Schlaf erlaubt hatte.

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Faire Gratulation zwischen Sieger Erwan Le Mené und Jörg Riechers

Die Teilnahme an den französischen Einhand-Regatten bietet Riechers gleichzeitig hervorragende Vorbereitungsmöglichkeiten für den geplanten Vendée-Globe-Start in zwei Jahren. "Ich sehe es so", sagt der 49-jährige Steuermann, "je mehr man Regatten segelt, je mehr härtet man ab. Denn du segelst bei Regatten ja automatisch härter als im Training. Mini-Regatten können ätzend und brutal sein. Deswegen sind sie eine gute Vorbereitung auf die Vendée. Denn da geht viel übers Mentale. Diese Stärke brauchst du, wenn du die Vendée bestehen willst. Ich denke, dass einige Imoca-Segler nicht genügend an Regatten teilnehmen. Ich könnte das nicht. Aber das ist nur meine Herangehensweise. Ich komme schneller in den Regatta- und Kampfmodus, wenn ich regelmäßig Regatten segle."

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Jörg Riechers bereitet sich mit dem Offshore Team Germany auf den Vendée-Start 2020 vor. So wie auch der Hamburger Weltumsegler Boris Hermann mit seinem Team und der Yacht "Malizia". Wenn 2020 erstmals seit der Premiere 1989 auch die deutsche Flagge bei der härtesten Solo-Nonstop-Weltumsegelung weht, könnten also gleich zwei deutsche Skipper an der Startlinie aufkreuzen.

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Tatjana Pokorny am 24.04.2018

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