Maior

Starker Saisonauftakt: "Tricky, drehig, teilweise verrückt"

Die Maior-Regatta forderte ihre Teilnehmer in diesem Jahr mit allen Wettern. 61 Crews erlebten Flaute, Nebel, Sturm und Sonne aber in bester Frühjahrslaune

Tatjana Pokorny am 02.05.2018
Maior 2018
www.segel-bilder.de

Maior 2018: "Sydbank" siegt

Die Sailing City Kiel und ihre Kieler Bucht zeigten sich zum Regattaauftakt der Seesegler vor allem vielseitig. Den 61 teilnehmenden Yachten wurde von Flaute und Nebel bis Sturm und Sonnenschein alles geboten, was den Sport ausmacht. Nach dem Auftakt in flauen Winden hatte Nebel die Szenerie am zweiten Tag verhüllt und hohe Ansprüche an die Crews gestellt. Am Montag waren die Segler in starken und drehenden Winden gefordert, bevor am Tag der Arbeit 40 Knoten Wind intensiv zu selbiger aufforderten.

Der Saison-Auftakt begann an Tag eins mit einer einzelnen Wettfahrt für die ORC-Klassen und endete mit einer Absage für die Einheitsklassen und ROC 1 + 2 am Abschlusstag. Die Einheitsklassen J/70 und J/80 durften am Feiertag gleich im Hafen bleiben, die ORC-1/ORC-2-Flotte verweigerte dann am 1. Mai auch die Arbeit. Dennoch absolvierten die Einheitsklassen sieben bis acht Wettfahrten, die 13 ORC-1-/ORC-2-Yachten acht Rennen und zumindest sechs der 19 ORC-3-Yachten zehn Wettfahrten.

Szenen vom Saisonauftakt bei der Maior-Regatta

Den Gesamtsieg in ORC 1/2 sicherten sich Skipper Torsten Bastiansen aus Flensburg und seine "Sydbank"-Crew vor der einzigen ORC-1-Yacht "Tutima" mit Kirsten Harmstorf-Schönwitz (Hamburg) am Steuer und der Kieler "X-Day" mit dem Hamburger Skipper Max Gurgel, der in zwei Wochen beim Bodensee-Duellsegel-Klassiker Match Race Germany als Einziger unter deutscher Flagge starten wird. Die Serie hatte zunächst Harmstorfs Frauen-Crew auf der "Tutima" mit zwei Siegen eröffnet, bevor die "Sydbank"-Mannschaft das Kommando übernahm. "Wir hatten eine richtig gute Regatta, sogar besser als erwartet, nachdem wir die Crew umgestellt haben und im Training noch viel Luft nach oben war", zog Harmstorf positiv Bilanz, obwohl ihre Mannschaft aufgrund von Problemen mit dem Genua-Einfädler das siebte Rennen nicht hatte beenden können. "Das hat uns den Sieg gekostet", weiß die erfahrene Seeseglerin, nahm es aber in der tollen Stimmung, die bei dieser Regatta herrschte, nicht schwer. Das "Tutima"-Team hat in diesem Sommer mit Teilnahmen an der Kieler Woche, der Weltmeisterschaft in Holland und der Cowes Week noch viele weitere Gelegenheiten zu glänzen.

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Die Siegerteams (und nicht nur sie) waren in Bestlaune beim Saisonauftakt vor Kiel

Maior 2018

Anspruchsvolle Bedingungen fordern Vorschiffsmann und Crew

Im Duell der Italia-9.98-Yachten in der Klasse ORC 3 verwies Gordon Nickel aus Bremen mit der "One Spirit" die KYC-Yacht "Immac Fram" von Kai Mares auf Platz zwei. Der Verzicht der "Patent 4" (Tebbe/Klinghardt) auf die letzte Sturmwettfahrt verhinderte den dreifachen Italia-Triumph. So nutzte Michael Mollmann mit seiner "Hansen" (X-37) das Fernbleiben der "Patent 4" und errang Platz drei. "Das war tricky, schön drehig – Stollergrund bei Leichtwind at its best", resümierte Bertil Balser, Vorsitzender der Klassenvereinigung RVS (Regattavereinigung Seesegeln). Die "Sportsfreund", zu deren Crew Balser zählt, macht ein halbes Jahr Pause, daher segelte der North-Sails-Mann nach langer Zeit wieder einmal in der Klasse ORC 3 mit. "So bin ich wieder da, wo ich herkomme", sagte Balser.

In der J/80 führt auch weiter kein Weg an Klassenkönig Martin Menzner vorbei. Der Kieler beherrscht die Klasse mit seiner "Pike" unangefochten. Sieben Siege in acht Wettfahrten und ein dritter Platz als Streicher bezeugen die Dominanz. "Wir haben sehr viel Erfahrung und sind eine eingespielte Crew", sagt Menzner. Der Kieler wünscht sich "mehr Konkurrenz, damit die Spannung wieder da ist". Ähnlich unangefochten wurde Torsten Voss aus Flensburg mit seiner "Frida" und sechs zweiten Plätzen Zweiter. Rang drei sicherte sich Lukas Heyde aus Laboe.

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Martin Menzner und sein Team bleiben mit ihrer J/80 auch zum Auftakt der neuen Saison das Maß der Dinge

In der Bundesliga-Klasse J/70 setzte sich die Bremer Crew um Björn Beilken durch. "Es waren teilweise verrückte Verhältnisse", so der Skipper der "Procedes Diva". "Erst auflandig mit viel Welle, dann weniger und um 180 Grad gedreht, Welle von hinten auf dem Amwind-Kurs – da war alles dabei." Die Crew der Segelkameradschaft Das Wappen von Bremen zeigte ihr Geschick bei den unterschiedlichsten Bedingungen und schob sich mit einem Sieg in der letzten Wettfahrt auf Rang eins. "Wir haben uns durch kluge Entscheidungen nach vorn gekämpft. Na gut, vielleicht war auch etwas Glück dabei", bilanzierte Beilken, der den Erfolg auf die Konstanz seines Team zurückführt. "Wir haben viel trainiert, sind ein gut eingestelltes Team und segeln seit fast zehn Jahren gemeinsam", erklärt der Bremer, der bereits in Richtung Kieler Woche blickt und auch in der Segel-Bundesliga antreten wird.

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Auch Vater Berend Beilken segelte schon auf Booten namens "Diva". Hier segeln Björn Beilken und seine Crew zum Maior-Sieg in der Liga-Klasse J/70

Der zweitplatzierte Gerd Knospe nutzte die Maior-Regatten als Vorbereitung für die europäischen Titelkämpfe im Juni in Spanien. "Die Rennen waren anspruchsvoll zu segeln, es gab viele Winddreher, der Spaß an Bord war aber hervorragend. Für die Europameisterschaft war die Maior ein perfekter Auftakt, eine super Vorbereitung. Seglerisch war alles dabei", so der Berliner. Auf Rang drei segelte der Strander Peter Kohlhoff auf der "Greta", der die "Grün Software AG" (Daniel Nauck) dank zweier erster Plätze punktgleich auf Rang vier verwies.

Hier geht es zu Manage2Sail und den Ergebnissen.

Tatjana Pokorny am 02.05.2018

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