10 Jahre RORC Caribbean 600

Starke deutsche Ergebnisse und ein packendes Duell

Die deutschen Boote haben sich beim Karibik-Klassiker gut in Szene setzen können: "Varuna" segelte auf IRC-Gesamtplatz 4, "Iskareen" gewann das Duell mit "Red"

Tatjana Pokorny am 22.02.2018
10. Auflage RORC Caribbean 600
Tim Wright / RORC / photoaction.com

Jens Kellinghusens "Varuna" und Tilmar Hansens "Outsider" haben die Podiumsplätze beim Karibik-Klassiker nur ganz knapp verpasst und werden die rund 650 Seemeilen lange RORC Caribbean 600 nach berechneter Zeit voraussichtlich auf den Plätzen vier und fünf abschließen. Stefan Jentzsch' "Black Pearl" lag nach dem Zieldurchgang zunächst auf Platz 7. Sicher sind die Resultate erst, wenn auch die kleineren Boote ins Ziel gekommen sind.

10. Auflage RORC Caribbean 600

Tilmar Hansens "Outsider" pflügte schnell über den Kurs der RORC Caribbean 600

Im Verlauf des Rennens hatte "Varuna" in der IRC-Gesamtwertung zwischendurch sogar die Bugspitze für eine Weile ganz vorn, am Ende jedoch reichte es nach berechneter Zeit in der Gesamtwertung nicht ganz für die Top drei. Kellinghusens Crew errang aber in der "Line Honors"-Wertung nach gesegelter Zeit Platz 3 und kam auf diesem Wege aufs Treppchen. Dabei hatte die "Varuna"-Crew 654 Seemeilen in 2 Tagen, 40 Minuten und 53 Sekunden zurückgelegt. "Outsider" kam etwas mehr als vier Stunden später als fünfter Einrumpfer ins Ziel – eine insgesamt starke Leistung der Crews auf den beiden Booten aus Norddeutschland. 

RORC Caribbean 600

Die "Iskareen"-Crew nach dem Rennen im Zielhafen von Antigua (v.l.): Pippa und Scott Cavanough, Max Droege und Skipper Arnt Bruhns. Es fehlt Tobias Brinkmann

"Iskareen" besiegt "Red" nach spannendem Duell

Arnt Bruhns

Arnt Bruhns

Ein packendes Duell lieferten sich die beiden deutschen Class-40-Yachten "Iskareen" und "Red", die am Donnerstagnachmittag deutscher Zeit ins Ziel kamen. Während die "Iskareen" mit fünfköpfiger Crew um Skipper Arnt Bruhns in die Regatta durch die traumhaft schöne Inselwelt der Karibik startete, die sich zum Jubiläum jedoch ungewöhnlich grau präsentierte, ging Mathias Müller von Blumencrons "Red" mit vierköpfiger Crew ins Rennen. Das Ziel erreichte "Iskareen" bei der Caribbean-600-Premiere von Skipper Bruhns mit einer guten halben Stunde Vorsprung vor "Red", die in diesem spannenden Duell zuvor lange Zeit in Führung gelegen hatte. Arnt Bruhns berichtete: "Es war schon vor dem Rennen klar, dass wir uns sehr freundschaftlich batteln würden. Doch nachdem wir die Startkreuz versemmelt und Probleme mit dem Backstag hatten, haben wir sehr lange gebraucht, um die 'Red' wieder einzuholen." Erschwerend hinzu kam auf dem ersten langen Reachkurs, auf dem "Iskareen" der enteilten "Red" schon wieder nähergekommen war, eine Patenthalse der Bruhns-Crew in 16 Knoten Wind. Dabei büßten sie ihren A6-Gennaker ein, setzten aber ihre Aufholjagd unvermindert fort. 

Class 40 "Iskareen"

Scott Cavanough an der Pinne der Class 40 "Iskareen"

Wie sich das Segeln in den ungewöhnlich harschen Bedingungen anfühlte, hatte Mathias Müller von Blumencron auf der Facebook-Seite seines Teams bereits am Dienstag beschrieben: "Wir haben die ganze Nacht gelitten, als wir von Saba nach St. Barth bei 23 bis 28 Knoten Wind 30 Seemeilen am Wind segeln mussten. Nur die Sternschnuppen haben uns zum Lächeln gebracht, bevor der nächste Knall uns bis ins Mark erschüttert hat. Es hat so oft geknallt, und wir dachten jedes Mal wieder: Das ist der letzte, den das Boot vertragen kann. Aber es steckte noch mehr weg, ist ein verdammt stabiles Biest. Dieses Rennen wird eines der erschöpfendsten sein, an denen wir jemals teilgenommen haben. Die Prognose sagt uns konstante Winde zwischen 22 bis 26 Knoten für den gesamten Kurs vorher. Keine Gnade…"

Die Entscheidung im Duell zwischen "Iskareen" und "Red" fiel erst am letzten Tag. Bruhns erzählt: "Heute morgen ist es Max (Redaktion: Max Droege) gelungen, die entscheidenden Meilen auf die 'Red' gutzumachen. Die Distanz verkürzte sich erst auf eine Meile. Dann erschien das Schiff neben uns. Von da ab haben wir intensiv und kräftezehrend gegeneinander gesegelt." Seine Eindrücke von der ersten Teilnahme an der Traumregatta in karibischen Gefilden schilderte Bruhns im Zielhafen von Antigua auch mit Blick auf die anspruchsvollen Wetterbedingungen: "Wir hatten sehr viel Wind und zum Teil vier bis fünf Meter hohe Wellen, die vom Atlantik kommend zwischen den Inseln unangenehm steil werden können. Dazu immer wieder tropische Wolkenbrüche. Noch kurz vor dem Ziel waren wir Sturmböen, Hagel und Starkregen ausgesetzt." Die Segelerfahrung auf der Class 40 hat Bruhns begeistert: "Das Boot ist extrem schnell, segelt sich spektakulär und ist hart im Nehmen. Reachkurse über einen langen Zeitraum mit 16 Knoten Speed sind problemlos möglich. Man fühlt sich dann aber auch, als würde man beständig mit einem Feuerwehrschlauch mit Salzwasser bespritzt werden." In der Klassenwertung führte das hochklassige Duell "Iskareen" und "Red" auf die Plätze 3 und 4. Den Class-40-Klassensieg sicherte sich Skipperin Catherine Pourre mit ihrem Team auf "Eärendil".

Class 40 "Iskareen"

Steuermann Max Droege bringt die "Iskareen" am Finaltag wieder in Schlagdistanz zur "Red"

Tatjana Pokorny am 22.02.2018

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online