Ehrungen

Solisten-Gipfel beim German Offshore Award

Das Einhandsegeln stand bei der Segelsportschau im Hamburger Rathaus am Freitagabend im Mittelpunkt: Herrmann, Bruhns und die Silverrudder-Macher wurden geehrt

Tatjana Pokorny am 15.02.2019
German Offshore Award 2018
Jochen Rieker

Im Hamburger Rathaus mit dem German Offshore Award geehrt: Boris Herrmann (2. v. r.) mit Silbertablett in prominenter Runde auf der Bühne des Großen Festsaals. Ihn ehrten (v. l.): Friedrich Ludwig Hausmann, DSV-Präsidentin Mona Küppers, Sport-Staatsrat Christoph Holstein und Carl Friedrich Schott

Der German Offshore Award für die beste deutsche Hochseeyacht 2018 geht an Boris Herrmanns "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco"! Der Hamburger Solosegler und seine foilende Rennyacht hatten im November bei der Transatlantik-Einhandregatta Route du Rhum Platz fünf in der Imoca-Klasse erkämpft und dabei mehreren Stürmen erfolgreich getrotzt. Das Rennen hatte seine 123 Starter von Saint-Malo über rund 4000 Seemeilen nach Guadeloupe geführt. Rund ein Drittel der Teilnehmer in den insgesamt sechs Klassen hatten mit Bruch oder technischen Problemen aufgeben müssen. Boris Herrmann hat die Regatta als weiteren wichtigen Schritt in Richtung Vendée-Globe-Teilnahme genutzt. Der 37-Jährige will am 8. November 2020 als erster deutscher Einhand-Skipper an der Nonstop-Weltumsegelung teilnehmen und ihren französischen Dominatoren Paroli bieten.

German Offshore Award

Der German Offshore Award wurde am Freitagabend vor der historischen Kulisse des Großen Festsaals im Hamburger Rathaus gefeiert 

Route du Rhum 2018

Boris Herrmann gewinnt den German Offshore Award für die Leistungen mit seiner "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco"

"Boris Herrmann hat bei seiner Atlantik-Premiere allein an Bord der ‘Malizia' bewiesen, dass er einer der herausragenden deutschen Hochseesegler ist", sagt Andreas Völker, Vorsitzender des Hamburger Seglerverbands und der Jury des German Offshore Awards. "Sehr souverän ist es ihm gelungen, ohne Schäden den schwierigen Regattakurs durch die stürmische Biskaya und über den Atlantik zu meistern. Mit seiner Leistung hat er eindrucksvoll gezeigt, dass er zu Recht in den Kreis der Aspiranten für die kommende Auflage des Weltrennens Vendée Globe gehört."

Route du Rhum 2018

Die preisgekrönte Imoca soll Boris Herrmann ab 8. November 2020 in der Vendée Globe um die Welt tragen

Nominiert für den German Offshore Award 2018 waren neben "Malizia" auch die 72-Fuß-Maxiyacht "Momo" von Dietmar Schön für den Sieg in der Klasse IRC 1 beim Rolex Middle Sea Race, die Ker 56 "Varuna" von Jens Kellinghusen für den 3. Platz nach IRC beim RORC Caribbean 600 Race. Daneben Jörg Riechers Mini "Lilienthal"  für die erfolgreiche Teilnahme am Einhand-Rennen von Les Sables auf die Azoren und zurück, die Weltmeister-Rennyacht "Struntje light" von Dr. Wolfgang Schäfer und die Class 40 "Iskareen" von Arnt Bruhns.

Geehrt wurden im Hamburger Rathaus nach "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" auch die Organisatoren der populären Soloregatta Silverrudder, für die der charismatische "Chefdirigent" Ole Ingemann Nielsen den Preis entgegennahm. Der Däne und sein Team wurden für ihr Engagement bei der Heranführung von neuen Aktiven an das Einhand-Regattasegeln mit dem Wehring & Wolfes Youth Award ausgezeichnet. Ihr Rennen boomt, zuletzt waren die 450-Silverrudder-Startplätze schon kurz nach Öffnung des Meldeportals vergeben. "Diese Regatta markiert eindrucksvoll, welche Bedeutung das Segeln allein oder mit einer sehr kleinen Crew nicht nur beim professionellen Segeln, sondern im Regattasport allgemein inzwischen eingenommen hat", verdeutlicht Dr. Friedrich Hausmann, Vorsitzender der den Award veranstaltenden German Offshore Owners Association e.V. (GER-OO).

Der dritte Preis des Abends ging – angekündigt durch eine Laudatio des Award-Gewinners Boris Herrmann – an den Hamburger Skipper Arnt Bruhns, der als Amateur mit seiner "Iskareen" ebenfalls an der Route du Rhum teilgenommen und einen viel beachteten 17. Platz in der mit 53 Yachten am stärksten besetzten Klasse errungen hatte. Beeindruckt waren Fans, die Jury und auch die YACHT-Leser nicht nur von Bruhns seglerischer Leistung, sondern auch von seinem Reporter-Talent. Der Vater von vier Kindern hatte in seinem Bordberichten sowie in seiner ganz persönlichen Bilanz für die YACHT (Ausgabe 1/2019) überaus lebendig, offen und mitreißend von seinem Regatta-Abenteuer berichtet, wofür er den Lifetime-Award erhielt.

AAR 2018

"Iskareen"-Skipper Arnt Bruhns wurde mit dem Lifetime-Award für seinen gelungenen Route-du-Rhum-Einsatz und seine Reporter-Qualitäten belohnt

Vor den Laudationes auf die einzelnen Preisträger hatte DSV-Präsidentin Mona Küppers den Abend mit einer Begrüßung und der zum German Offshore Award passenden Erinnerung daran eingeläutet, dass auch der olympische Segelsport mit der für 2024 neu ins Programm aufgenommenen Disziplin "Mixed-Offshore" einen Schritt in Richtung Seesegeln unternommen hat. Gleichzeitig unterstrich Mona Küppers die Herausforderungen, die diese neue Olympia-Klasse mit sich bringt: Bislang sind weder ein Bootstyp noch ein Regattaformat festgelegt worden.

Für eine kleine Überraschung an diesem auffallend vom Einhandsegeln geprägten Abend sorgte mit einer Videobotschaft der Geschäftsführer des The Ocean Race (vormals Volvo Ocean Race). Richard Mason eröffnete seine kurze Fern-Ansprache an die rund 200 Gäste im Festsaal mit den Worten "Guten Abend, Hamburg!" und verlieh seiner Hoffnung auf ein deutsches Team bei der nächsten Auflage der bekanntesten Mannschafts-Regatta um die Welt Ausdruck. Sein Team sei bereits mit zwei bis drei deutschen Initiativen im Gespräch.

German Offshore Award

The-Ocean-Race-Geschäftsführer Richard Mason schickte aus der Ferne Grüße nach Hamburg und berichtete von den Plänen für die kommende Auflage des ehemaligen Volvo Ocean Race unter seinem neuen Namen

Tatjana Pokorny am 15.02.2019

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