Rolex Sydney Hobart

Schwarzer Ozean-Express im Ziel

Jens Kellinghusens "Varuna" hat Hobart als zehnte von 94 Yachten erreicht. Das reichte sogar zur vorläufigen Führung in der IRC-Division 1

Tatjana Pokorny am 29.12.2013
Rolex Sydney Hobart Race 2013

Auf dem Weg zum Ziel, die deutsche Teilnehmerin Varuna

So manch ein Experte hatte Jens Kellinghusens Ker 51 "Varuna" vor dem Startschuss zur 69. Auflage des Rolex Sydney Hobart Race zum erweiterten Favoritenkreis im Kampf um den begehrten Tattersall's Cup für die schnellste Yacht nach berechneter Zeit gezählt. Kellinghusen selbst aber sah es etwas anders: "Wir träumen nicht vom Sieg. Wir sind einfach nur begeistert, dass wir im Rolex Sydney Hobart dabei sein werden, weil es die Spitze der Pyramide ist. Es ist das Top-Rennen der Welt, und es war immer unser Traum."

Diesen Traum haben sie nun gelebt und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 9,3 Knoten ein sehr gutes Ergebnis erkämpft. Als Zehnte im Feld der insgesamt 94 Starter haben der Hamburger Kaufmann und seine deutsch-internationale Crew mit dem spanischen Weltumsegler und Navigator Guillermo Altadill die Ziellinie vor Hobart auf Tasmanien erreicht und damit vorerst sogar die Führung in der IRC-Division 1 übernommen. "Es war ein wunderbares Rennen", sagte Jens Kellinghusen YACHT online nach dem Zieldurchgang. "Alle haben hart gearbeitet bis zum Ende und das Schiff in sämtlichen Bedingungen am Limit gesegelt. Jetzt heißt es warten, bis die Konkurrenz kommt."

2 Tage, 19 Stunden, 30 Minuten und 1 Sekunde hat der Traum für Jens Kellinghusen und seine Männer auf der bei Knierim Yachtbau in Kiel entstandenen 15 Meter langen schwarzen Kohlefaseryacht angehalten – etwa 13 Stunden länger als der flotte Ritt der australischen "Line-Honor"-Königin "Wild Oats XI", die zum siebten Mal die Ziellinie als Erste kreuzte. Ihr folgten gut drei Stunden später Anthony Bells "Perpetual Loyal", auf der neben viel Segelprominenz auch Laserweltmeister und America's-Cup-Gewinner Tom Slingsby im Einsatz war. Weitere rund eineinhalb Stunden später erreichte die "Ragamuffin" von Australien Segellegende Syd Fisher ihr Ziel.

Varuna Crew

Hart gearbeitet, glücklich im Ziel: Die Crew der "Varuna" in Hobart

Rolex Sydney Hobart Race 2913

"Wild Oats XI" war auch 2013 nicht zu schlagen

Rolex Sydney Hobart Race 2913

Rolex Sydney Hobart Race 2013: "Perpetual Loyal" auf dem Weg ins Ziel

Rolex Sydney Hobart Race 2913

"First Ship Home": "Wild Oats XI" machte erneut das Rennen

Von Bord der "Varuna" hatte die Crew am zweiten Regattatag berichtet: "Die Jungs pushen hart, um vor den kleineren Booten zu bleiben, die mit frischen Winden von hinten aufkommen. Die Mission lautet immer noch, weiter südlich zu segeln, um die Amwind-Bedingungen vor der Küste Tasmaniens zu meiden. Alles klar an Bord des schwarzen Ozean-Express."

Damit bleibt der Sieg der "Raptor" aus dem Jahr 1994 vorerst auch weiterhin der einzige deutsche Gesamt-Triumph in der Geschichte des Rolex Sydney Hobart Race. Die unwiderstehliche Fahrt der Bashford/Howison 41 von Andreas Eichenauer mit dem Team um den inzwischen verstorbenen Skipper Ian Bashford sorgte damals für Aufsehen, denn 1994 war zum 50. Geburtstag des Klassikers eine Rekordflotte von 371 (!) Booten in die Langstrecke gestartet – die größte Flotte, die das Rennen bis heute erlebt hat. Seit der Premiere des Rolex Sydney Hobart Race im Jahr 1945 mit neun Teilnehmern haben nur neunmal nicht-australische Boote den Tattersall's Cup für die schnellste Yacht der gesamten Flotte nach berechneter Zeit gewinnen können.

Tatjana Pokorny am 29.12.2013

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