Seesegeln

Schwacher Wind und starke Nerven

IDM Inshore vor Warnemünde: "Sporthotel" und "Halbtrocken" neue deutsche Meister, "Silva Hispaniola" gewinnt Bestenermittlung

Bendix Hügelmann am 08.07.2013
IDM_Inshore_2013

Durchsetzungsstark: Die First 36.7 "Halbtrocken" sicherte sich den Titel Deutscher Meister in ORCi-Klasse 3/4

Drei Tage, drei Klassen und zwei neue Deutsche Meister. Die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) im Seesegeln vor Warnemünde forderte bei flauen Winden und hohen Temperaturen vor allem viel Geduld von den teilnehmenden Crews. Insgesamt 38 Yachten gingen bei der IDM Inshore an den Start, ein "starker Wert" nach den Worten von Hauptwettfahrtleiter Uli Finckh. Besonders in den Gruppen ORCi 2 und ORCi 3/4 bewiesen Teilnehmerzahlen jenseits von 15 Yachten eine gesunde Klassenstärke und garantierten damit spannende Rennen im Rahmen der IDM.

Bestenermittlung in ORCi 1

Bei den großen, nach ORCi-vermessenen Yachten herrschte vielerorts jedoch Kopfzerbrechen: Wie bereits im Vorjahr waren nicht genug Schiffe an der Startlinie erschienen, um gemäß der Meisterschaftsordnung des DSVs eine ordentliche Meisterschaft aussegeln zu können. So blieb es in Klasse ORCi 1 bei einer Bestenermittlung, die souverän von Dennis Gehrleins Juniorencrew auf "Silva Hispaniola" gewonnen wurde. Im Feld der sieben Yachten bewies die Crew der Evento 42 nach anfänglichen Startschwierigkeiten, dass die zuvor erkämpfte Qualifikation für den Royal Ocean Cup kein Zufall gewesen war. Vier Punkte trennte die "Silva Hispaniola" nach sechs Rennen von der Zweitplatzierten GP 42 "Imagine" von Holger Streckenbach, die mit einer starken Leistung lange in Schlagdistanz auf den Gesamtsieg gelegen hatte. An Position drei folgte die Crew der DK46 "Tutima" unter Skipperin Kirsten Harmstorf, die sich durch perfekte Manöver und eine souveräne Performance gegen die starke J/V 45 "Leu" behaupten konnte.  

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Rechtzeitig die Kurve gekriegt: "Silva Hispaniola" nach Startschwierigkeiten siegreich in Klasse ORCi 1

"Sporthotel" Deutscher Meister in ORCi 2

Eine gelungene Leistung legte die Crew der taufrischen Dehler 38 "Sporthotel" hin: Die Besatzung um Steuermann Karl Dehler war aus vielen Ecken der Republik zusammengekommen, um den jüngsten Hoffnungsträger der einstigen Freienohler Traditionswerft so schnell wie möglich über den Parcours zu bringen. Die Konkurrenz war dabei mit insgesamt 17 Schiffen an der Startlinie dicht besetzt. Dennoch machte sich die Abwesenheit von Klassenprimus "Veolia" (XP-38) deutlich bemerkbar. Acht Punkte Vorsprung für "Sporthotel" vor der Zweitplatzierten Summit 35 "Hoppetosse" sprechen nach sechs Rennen eine deutliche Sprache. Bronze ersegelte sich mit der "Toesen" (Maxfun 35) von Henning Uck ein reines Jugendboot, neben "Rubix" und "Silva Hispaniola" Indikator für den florierenden Nachwuchs bei den Seeschiffen.  

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Alle Teams an einem Steg. Erfreulicher Austausch unter den Seeseglern durch separate Liegeplätze

Starke Klasse in ORCi 3/4

In Klasse ORCi 3/4 boten sich insgesamt 14 Yachten die Stirn und demonstrierten den Reiz des Vergütungssegelns in engen Feldern. Bis auf wenige Ausnahmen lagen die Rennwerte der Yachten sehr dicht beieinander, was den Crews intensive und spannende Begegnungen auf dem Wasser bescherte. Gemäß des beim Vergütungssegeln obligatorischen Leitsatzes "every second counts" war die Konkurrenz ungeahnt eng. Allein fünf Yachten vom Typ X-332 gingen an die Startlinie, darunter mit "RubiX" der bis dato amtierende Deutsche Meister in ORCi 3/4. Namen wie "Chinook" und "Patent3" gehören in dieser Klasse unlängst zum Inventar, wohingegen auch Neuzugänge wie "Sportsfreund" oder die J 97 "Ratz Fatz" für Aufsehen sorgen können. Letztere gewann jüngst Klasse ORCi 3/4 bei der Kieler Woche. Am Ende hatte Knut Freudenbergs First 36.7 "Halbtrocken" die Nase vorn, sie siegte mit zwei Punkten Vorsprung vor "Rubix" unter Max Gurgel auf Platz zwei und der "Patent 3" (Jens Tschentscher) auf Rang drei.

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Platz zwei in Klasse ORCi 3/4 für die Jugendcrew der "RubiX"

IDM Offshore während "Rund Bornholm"

Mit dem Ende der IDM Inshore am gestrigen Sonntag geht es für die Offshore-Segler ab heute Mittag ums Ganze: Der Startschuss zur Regatta Hanseboot Rund Bornholm fällt um 13 Uhr. Die teilnehmenden Yachten der IDM-Offshore segeln dabei in zwei Gruppen (ORCi A und B) entlang einer vorgeschriebenen Route gegen den Uhrzeigersinn um die Insel Bornholm herum; der Kurs wird dabei in zwei Wertungshälften unterteilt. Mit der Integration der IDM Offshore in das Langstreckenrennen Hanseboot Rund Bornholm wird damit erstmals der Versuch unternommen, eine Deutsche Hochseemeisterschaft in entsprechendem Umfeld auszusegeln. 

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Vertrau' pink: Die "Tutima" segelte souverän auf Platz drei in Klasse ORCi 1 und startet heute bei der IDM Offshore zur Hanseboot Rund Bornholm

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Bendix Hügelmann am 08.07.2013

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