SailGP

SailGP in Sydney: die gefährliche Premiere

Am Freitag und Samstag startet das neue Format von Russell Coutts und Larry Ellison in Sydney durch. Alle Infos für die Fans im Überblick

Tatjana Pokorny am 13.02.2019
SailGP 2019
Beau Outteridge / SailGP

Im Training vor der Premieren-Regatta im Sydney Harbour: die SailGP-Teams aus China, Frankreich und Australien

Böse Zungen behaupten, der fünfmalige America's-Cup-Sieger Russell Coutts und Finanzier Larry Ellison hätten den SailGP nur erfunden, um dem America's Cup, den ihr Team 2017 vor Bermuda spektakulär an Neuseeland verloren hat, sportlich Konkurrenz zu machen. Fans dagegen überschlagen sich vor Begeisterung über das neue Grand-Prix-Format auf rasend schnellen Katamaranen und mit einem Preisgeld von einer Million Dollar für den Saisonsieger. So oder so: Am Freitag und am Samstag steigt die SailGP-Premiere im Sydney Harbour. Mit von der Partie sind sechs Teams aus ebenso vielen Ländern und ihre prominenten Steuerleute wie Top-Favorit, Laser-Olympiasieger und America's-Cup-Gewinner Tom Slingsby (Australia SailGP Team) und sein ebenso bekannter Landsmann und 49er-Olympiasieger Nathan Outteridge (Japan SailGP Team).

Alle Fakten im Video-Überblick

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Auch diese Szene aus dem SailGP-Training erinnert an den America's Cup, in dem das Duell zwischen den USA und Australien einst zu den heißesten zählte

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Für das japanische SailGP-Team steuert 49er-Olympiasieger Nathan Outteridge mit kleinem Heimvorteil und viel Katamaran-Erfahrung aus dem letzten America's Cup

Dass dieses erste Gipfeltreffen auch erste Aufschlüsse darüber geben wird, wie gefährlich die Segelschlacht auf den modifizierten, angeblich bis zu 53 Knoten schnellen Zweirumpfern tatsächlich werden könnte, ist den Beteiligten so klar wie den Beobachtern. Nicht nur Slingsby sagte inzwischen mehrfach: "Wir werden alles tun, um die Risiken zu minimieren, aber wir segeln auf extremen Booten. Das sind fliegende Hightech-Geschosse aus Kohlefaser. Es ist wie in der Formel 1 oder ähnlich. Wir wollen keine Kollisionen, aber sie werden Teil unseres Sports sein." Die umgerüsteten und optimierten F50-Katamarane gleiten noch schneller über das Wasser als ihre Ursprungsversionen, die 2017 um den America's Cup segelten. Schon damals hatte es einige haarsträubende Situationen gegeben. Insbesondere an der ersten Wendemarke nach dem Start war es in den Cup-Duellen zu brenzligen Szenen gekommen. Auch die Kenterung des neuseeländischen Katamarans ist vielen Zuschauern noch in dramatischer Erinnerung. Nun also sollen im SailGP gleich sechs, noch schnellere Boote in Rennen miteinander um die besten Positionen wetteifern. Raum für verpatzte Manöver wird es kaum geben.

Olympiasieger und America's-Cup-Gewinner Tom Slingsby würde das australische Team beim Auftakt im Heimatrevier nur zu gern zum Sieg führen

49er-Olympiasieger Nathan Outteridge, im letzten America's Cup für das schwedische Team Artemis am Steuer, segelt den SailGP unter Japans Flagge

Alle Rennen werden in Zusammenarbeit zwischen den SailGP-Organisatoren und Whisper Films live übertragen. Mit Drohnen, der patentierten LiveLineFx-Technologie und Bildschirmgrafiken werden die Zuschauer ins Bild gesetzt. Das vollmundige Versprechen der Veranstalter: Es soll "die beeindruckendsten Übertragungen werden, die der Sport je erlebt hat". Im deutschen Fernsehen ist die Regatta im Gegensatz zu vielen anderen Ländern nicht zu sehen, weil keine Rechte erworben wurden. Hier aber geht es zur SailGP-App, die auch deutschen Fans das Live-Vergnügen ermöglicht. Nach aktuellen Informationen ist die SailGP-App zunächst nur im Apple Store erhältlich, die Android-Version soll erst im Verlauf der Saison dazukommen. Die SailGP-App gewährt Zugang zur weltweiten Live-Übertragung, den Zusammenfassungen der Höhepunkte und Wiederholungen. Gesegelt werden am Freitag zwischen 16 und 18 Uhr Ortszeit (6 bis 8 Uhr morgens deutscher Zeit) zunächst drei Fleetraces mit allen Teams. Am Samstag wird die Regatta zwischen 15 und 17 Uhr Ortszeit (5 bis 7 Uhr morgens deutscher Zeit) fortgesetzt und beendet.

Bereits vor einer knappen Woche trafen sich erstmals alle Teams zum Training im Sydney Harbour

Tatjana Pokorny am 13.02.2019

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