Silverrudder 2019

Rennen handig, Überführung kernig für Silverrudder-Skipper

Es sieht so aus, als würde die größte Einhand-Regatta der Welt an diesem Wochenende ein schöner Saisonabschluss. Doch der Weg dahin ist äußerst selektiv

Jochen Rieker am 18.09.2019
Silverrudder 2016 MSt_7585
YACHT/Morten Strauch

Auch wenn immer wieder neue Yachten vom Svendborgsund in den Stadthafen einbiegen und sich die Stege langsam füllen: Der erwartete Massenandrang der 423 gemeldeten Soloskipper blieb bisher aus. Eine Starkwindfront mit über 40 Knoten Wind aus Nordwest hat in den vergangenen Tagen vielen die Überführung erschwert oder unmöglich gemacht. So lagen am Mittwochnachmittag, an dem in den Vorjahren sonst schon 5er-Päckchen das Bild prägten, noch keine 100 Boote bereit. Später am Abend waren es dann allerdings schon 148, wie Silverrudder-Sprecher Philip Cossen gegenüber YACHT online mitteilte.

„Wir erwarten wegen des Wetters die Mehrzahl der Segler erst morgen im Verlauf des Nachmittags und späten Abends“, erklärte er. Um möglichst allen die Teilnahme zu ermöglichen, wurde die Anmeldefrist von Donnerstag, 16 Uhr auf Freitagfrüh verlegt. Das Wettfahrtbüro wird in der Nacht von Donnerstag auf Freitag sogar rund um die Uhr besetzt sein. 

Während die Kommunikation in den Vorjahren eher spärlich funktionierte, senden die Organisatoren um Wettfahrtleiter Ole Ingemann diesmal fast im Zweistundentakt neue Informationen über die Silverrudder-Seite auf Facebook und über die Homepage. Das und die Flexibilität bei der Anmeldung kommt bei den Teilnehmern gut an. Denn noch hängen viele in ihren Heimat- oder in Etappenhäfen fest und warten darauf, dass der Wind nachlässt.

Mehrfachstarter Stefan Knabe, der auch beim Sturmrennen im Vorjahr dabei war und sich nichts mehr beweisen muss, wollte ursprünglich heute von Heiligenhafen aus Richtung Marstal kreuzen. Er hat es auch versucht – nur um nach gut einer Stunde brutalem Gegenan-Gebolze wieder abzudrehen und den Rest des Tages in seiner Box zu verbringen.

„Ich konnte nicht mal Flüggesand anliegen. Das wehte mit 24, 25 Knoten, ’ne volle Sechs“, sagte er. „Und dazu knackige Böen. Das muss ich nicht haben. Nachher geht noch was kaputt.“ Nun will Knabe morgen früh auf seiner J/39 die rund 50 Seemeilen bis Svendborg erneut angehen – „im ersten Büchsenlicht“.   

Silverrudder 2016 MSt_9838

Sonnabend könnte es für die Teilnehmer golden aussehen: Backstagsbrise und wärmende Sonnenstrahlen 

Die Mühsal der Anreise wird sich lohnen. Denn Freitag soll es nur noch moderat aus West bis Nordwest wehen. Zwar wird der Tag grau, und es kann zum Start auch etwas Regen fallen, doch zu Sonnabend heitert es mehr und mehr auf. Der Sonntag verspricht dann sogar feinstes Spätsommerwetter mit viel Sonne und Temperaturen von bis zu 20 Grad – ein Geschenk für die Rücküberführung und jene, die dann noch auf dem 134 Seemeilen langen Kurs rund Fünen sein sollten.

Wie viele Solisten Freitagfrüh ab 10 Uhr an den Start gehen werden, ist derzeit schwer zu sagen. Philip Cossen rechnet mit deutlich weniger als 400, was den Status des Silverrudder als weltgrößter Einhand-Regatta freilich nicht gefährdet. Das Rennen ist auch so einmalig. Nach wie vor trifft sich in Svendborg eine bunte Menge von Segelverrückten. Die Boote könnten unterschiedlicher kaum sein: von einem vier Tonnen schweren Kleinkreuzer über einen Binnen-Racer mit Foils bis hin zur X-55, der in diesem Jahr größten Yacht im Feld.    

Sowohl das Skipper-Briefing als auch der Start wird über Youtube und die Silverrudder-Homepage live übertragen. Eine Kamera an Land und eine Drohne liefern Bilder von der Linie. Auch im weiteren Verlauf der Wettfahrt soll es Übertragungen vom Kurs und Interviews über Funk mit einzelnen Teilnehmern geben. Das Rennen lässt sich aber auch über den Race-Tracker verfolgen.

Hier die Direkt-Links für die Youtube-Übertragungen

Facebook-Seite des Silverrudder

Race-Track

Jochen Rieker am 18.09.2019

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