48. Rolex Fastnet Race

Rekordflotte zum Fastnet Race: erst Gottesdienst, dann Start

Mit der 48. Auflage der populären Langstrecke nahen auch traurige Gedenktage: Vor 40 Jahren starben 19 Segler und Regatta-Begleiter in einem verheerenden Sturm

Tatjana Pokorny am 01.08.2019
Fastnet Race 2017
Rolex/Kurt Arrigo

Das berühmt-berüchtigte Wahrzeichen der bekanntesten Langstrecke der Welt: der Fastnet-Felsen in der Irischen See

Die Regatta ist Seglern rund um die Welt bekannt, ihr Wahrzeichen ragt 54 Meter aus der Irischen See in den Himmel: Seit 1925 wird im Rolex Fastnet Race um den berühmt-berüchtigten Fastnet-Felsen gesegelt. Der wehrhafte stumme Zeuge der rundenden Yachten wurde in seiner heutigen Version 1904 errichtet und hat seitdem furiose Rekordeinsätze und stolze Mannschaften, aber auch Stürme und das verheerendste Kapitel des Rennens über 605 Seemeilen markiert.

Fastnet Race

So schön kann die Annäherung an den Fastnet-Felsen sein: das holländische Team Brunel vor der Rundung

Wenn am 3. August in Südengland ab 13.30 Uhr deutscher Zeit die Startschüsse zum 48. Fastnet Race seit 1925 fallen, dann wird das nicht ohne Gänsehaut und Gedanken an die todbringende Auflage von 1979 geschehen. Es wird niemanden unter den rund 3000 Teilnehmern geben, der 40 Jahre nach der größten Katastrophe des internationalen Segelsports nicht an sie denkt. Damals hatten in einem mörderischen Sturm 15 Segler und vier Regatta-Begleiter in der Irischen See ihr Leben verloren. Fünf Yachten waren gesunken, 24 wurden von ihren Crews mit teilweise fatalen Folgen verlassen. Dutzende Boote waren gekentert. Am dritten und vierten Tag des am 11. August gestarteten Rennens lief die historisch größte Rettungs- und Bergungsaktion zu Friedenszeiten. Rund 4000 Helfer und Mitarbeiter der irischen Marine, der Seenotrettung sowie der Berufsschifffahrt waren am 13. und 14. August im Einsatz.

Es werden viele Segler am 2. August dabei sein, wenn in der Holy Trinity Church von Cowes auf der südenglischen Isle of Wight der Gottesdienst im Gedenken an die Opfer von einst stattfindet. Einen Tag später werden sie selbst auf den Kurs von Cowes rund Fastnet-Felsen in der Irischen See und zurück nach Plymouth starten. Die Aussichten sind gut, dass sich ein Unglück wie damals nicht wiederholt. 

Was die Rekordflotte von mehr als 400 Booten bei der 48. Auflage des britischen Langstrecken-Klassikers erwartet

"Heute sind die Wetterprognosen besser und verlässlicher geworden, die Regeln sicherer. Die Sicherheitskenntnisse der Teilnehmer sind gestiegen. Das navigatorische Können auch", erklärt Chris Stone. Der Australier wird die Königin der internationalen Offshore-Regatten in seiner Funktion als Regatta-Manager des Royal Ocean Racing Clubs (RORC) erstmals verantwortlich leiten. Seinen Job beschreibt er so: "Wir fühlen uns wie die Küche des internationalen Yachtsports, in der es schon Monate vor dem Start brodelt." Das Rennen ist nicht nur für Stone eine "monumentale Herausforderung".

Trotzdem oder gerade deshalb waren die ausgeschriebenen 340 Startplätze am 7. Januar binnen vier Minuten und 37 Sekunden nach Öffnung des Meldeportals vergeben. Inzwischen haben die Veranstalter mehr als 400 Boote aus 26 Ländern zugelassen – ein neuer Rekord. 20 Boote starten unter deutscher Flagge, darunter die "Tutima" mit Skipperin Kirsten Harmstorf-Schönwitz, Robert Stanjek und seine Crew auf der Imoca "Einstein", Tilmar Hansens TP52 "Outsider", die "Haspa Hamburg" (Hamburgischer Verein Seefahrt), die "Bank von Bremen" (SKWB) und viele mehr.

48. Rolex Fastnet Race

Lokalkenntnisse gefragt: drei "Tutima"-Seglerinnen beim Revier- und Strategie-Briefing mit Mike Broughton

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Boris Herrmann

Auch der Wahl-Hamburger Boris Herrmann ist dabei. Der 38-Jährige bestreitet das Rennen mit dem Briten Will Harris auf seiner Imoca-Yacht "Malizia 2", bringt im Anschluss die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg von England zum UN-Klimagipfel nach New York und will im kommenden Jahr als erster deutscher Solist die Nonstop-Weltumsegelung Vendée Globe bestreiten.

Die Faszination Fastnet Race bleibt ungebrochen, zieht Profisegler wie Amateure an. Stone nennt den "ikonischen Fastnet-Felsen", die immer wieder spektakulären Bilder seiner Rundung und die segelsportlich "höchst anspruchsvollen Aufgaben" im Tiden- und Stromrevier als Gründe für die Anziehungskraft des britischen Segelklassikers, der größten Offshore-Regatta der Welt.

Die Live-Übertragung der Veranstalter zum Start, die hier via Homepage zu verfolgen ist, beginnt am Samstag um 11 Uhr deutscher Zeit. Und hier die Startzeiten für die verschiedenen Gruppen (ebenfalls nach deutscher Zeit!):

  • Multihulls: 13.30 Uhr
  • Imoca 60 & Class 40: 13.45 Uhr
  • IRC 4: 14 Uhr
  • IRC 3: 14.15 Uhr
  • IRC 2: 14.30 Uhr
  • IRC 1: 14.45 Uhr
  • IRC Z & VO 65: 15 Uhr
47. Rolex Fastnet Race 2017

Das wunderschöne Bild von Fotograf Kurt Arrigo entstand im 47. Rolex Fastnet Race 2017 für Regatta-Partner Rolex

Tatjana Pokorny am 01.08.2019

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