Warnemünder Woche

Rekord Rund Bornholm unterboten; Ruderbruch überstanden

Der ehemalige Volvo 60 "Ospa" hat bei der Langstreckenregatta Rund Bornholm seinen eigenen Rekord von 2017 gebrochen

Lars Bolle am 09.07.2019
Rund Bornholm
Pepe Hartmann

Die "Ospa" auf dem Weg zum Rekord vor Warnemünde

Die Crew der Segelyacht "Ospa" hat ihren eigenen Rund-Bornholm-Streckenrekord von 2017 unterboten. Gestern um 17:05:23 Uhr ging der ehemalige Volvo Ocean Racer vom Rostocker Team Speedsailing unter Vollzeug über die Ziellinie vor der Warnemünder Mittelmole. Die neue Rekordzeit für die 270 Seemeilen beträgt 24 Stunden, 54 Minuten und 23 Sekunden. Damit wurde der alte Rekord um unglaubliche 3 Stunden, 40 Minuten und 7 Sekunden unterboten.

Skipper Otto Timm nach dem Zieldurchgang: "Es war ein geiles Rennen. Wir sind alle wohlauf, und es hat allen Mega-Spaß gemacht! Wir haben bis zum Schluss Gas gegeben!"

Bei stürmischem Wind waren 20 Starter am Sonntag um 16:11 Uhr auf den Kurs gegangen. "Wir haben uns vor dem Start lange mit dem Wetter beschäftigt. Beim Start sind wir dann aber gerefft los, weil wir kein Risiko eingehen wollten. Dass wir Bornholm südlich passieren und an Backbord lassen wollten, haben wir uns schon am Tag vorher überlegt", sagte Otto Timm über die taktischen Überlegungen. Diese Entscheidung stellte sich als richtig heraus. "Vor Bornholm haben wir dann noch einen günstigen Winddreher erwischt." Spätestens bei der Rundung der Insel hatte sich abgezeichnet, dass es einen neuen Rund-Bornholm-Rekord geben könnte.

Rund Bornholm

Die "Ospa" überquert die Ziellinie mit neuem Rekord

Peter Ramcke, Sportdirektor der Warnemünder Woche, freute sich über den Rekord: "Schon der Hinweg nach Bornholm war rekordverdächtig! Wie auf Straßenbahnschienen, mit Wind von achtern nach Bornholm. Die 'Ospa' ist einfach performancemäßig über sich selbst hinausgewachsen."

Die "Ospa" ist ein Volvo Ocean 60, der unter dem Namen "SEB" bereits an der Ausgabe des Volvo Ocean Race von 2001/02 teilgenommen hat. Sie ist 19,50 Meter lang, bei einer Breite von 5,25 Metern und einem Tiefgang von 3,75 Metern. Sie verdrängt 13,5 Tonnen und kann bis zu 450 Quadratmeter Segelfläche tragen.

Die Rekorde Rund Bornholm:
2019    "Ospa"          24 Stunden, 54 Minuten, 23 Sekunden
2017    "Ospa"          28 Stunden, 34 Minuten, 30 Sekunden
2001    "Uca"            28 Stunden, 37 Minuten, 00 Sekunden

Deutlich anders verlief die Regatta für die Yacht "Herzblut". Die Crew musste in der Nacht nach einem Ruderschaden die Regatta abbrechen. Die L30 lief mit 16 Knoten durch die Nacht. Der Gennaker war gesetzt, und die Logge zeigte eine Geschwindigkeit von 16 Knoten. Die "Herzblut" fuhr auf Steuerbordbug und lag gut auf dem Ruder. Die aufgewühlte Ostsee machte keine großen Probleme. "Nördlich des Windparks Baltic 1 hatten wir plötzlich kaum noch Druck auf dem Ruder, dann war gar keiner mehr zu spüren," sagt Eigner Andreas Brandtner. Schnell war die Ursache geklärt: Der Schaft des Steuerbord-Ruders war gebrochen. Da die L30 über eine Doppelruderanlage verfügt, stand jedoch immer noch das Backbordruder zur Verfügung. Also Kursänderung auf Backbordbug, um den Schaden inspizieren zu können.

Rund Bornholm

Das abgerissene Steuerbordruder der L30 "Herzblut"

Nun zeigte sich, dass das Ruder inzwischen gänzlich abgerissen war. Das Boot nahm leicht Wasser. Leckstopfen wurden hervorgeholt und das Leck damit verschlossen. Somit war keine unmittelbare Gefahr mehr gegeben. Die Entscheidung, Rund Bornholm abzubrechen, war trotzdem schnell getroffen.

Rund Bornholm

Die Aufhängung ist komplett aus dem Spiegel gerissen

Nun lag noch der Rückweg nach Warnemünde von etwa 30 Seemeilen vor Andreas Brandtner und seiner Crew. Um die Steuerfähigkeit des 30 Fuß langen Boots zu erhalten, musste das Pinnengestänge notdürftig repariert werden: Tape und Tampen taten ihren Zweck. Beim Klarieren hob jedoch eine große Welle das Boot an, wodurch Skipper Brandtner das Gleichgewicht im Cockpit verlor und sich am Bein verletzte. Abgesehen davon verlief die Rückfahrt problemlos. Gegen 2 Uhr am Montagmorgen lief die "Herzblut" wieder in den Yachthafen Hohe Düne ein.
 

Lars Bolle am 09.07.2019

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