Vendée Globe

Rasen, bis die Zahnfee kommt

Die Jagd durchs Eismeer fordert ihren Tribut: Während Le Cléac'h und Gabart sich gegenseitig pushen, fehlt Stamm bereits ein halber Zahn

Bendix Hügelmann am 12.12.2012
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"Das tut jetzt nur ganz kurz weh..." - Zahnbehandlung im Southern Ocean

Für den Schweizer Bernard Stamm heißt es derzeit bei der Vendée Globe, im wahrsten Sinne des Wortes die Zähne zusammenzubeißen: "Ich habe mir ein Stück aus einem Backenzahn herausgebrochen. Die Bruchstelle liegt offen, ich muss mich unmittelbar darum kümmern", so der Schweizer Skipper gegenüber den Vendée-Globe-Ärzten kurz nach dem Zwischenfall am Montagnachmittag.

Dicke Backe bei 19 Knoten

Stamm lag mit seiner "Cheminées Poujoulat" an vierter Stelle, als sich bei 19 Knoten Boatspeed eine Füllung aus dem betroffenen Backenzahn löste und sich Stamm dabei ein weiteres Stück aus dem Zahn herausbrach. Um einer drohenden Infektion im Mundraum vorzubeugen, galt es sofortige Maßnahmen zu ergreifen. Stamms Zahnarzt stand seinem Offshore-Patienten via Irdium bei und gab Anweisungen, wie in dieser Situation mit dem spärlich bestückten Erste-Hilfe-Dentalkasten umzugehen sei. Stamm hatte dabei Glück im Unglück: Der betroffene Zahn ist dank einer vergangenen Wurzelbehandlung weniger anfällig für Schmerzen.

An der Spitze alles offen

Während Bernard Stamm noch auf die Zahnfee wartet, zeichnet sich knapp 140 Meilen weiter östlich die Wiederaufnahme eines brettharten Kopf-an-Kopf-Rennens ab. Zwar liegt der Franzose François Gabart mit "Macif" derzeit in führender Position, sein Vorsprung vor Armel Le Cléac'h ist dabei mit 16,4 Meilen jedoch denkbar gering. Zuletzt hatte Le Cléac'h seinem 29-jährigen Landsmann gut zwei Meilen in einer knappen Stunde abgenommen. Das Geschwindigkeitspotenzial der beiden Yachten scheint identisch, beide Imocas kommen aus dem Hause VPLP-Verdier und tragen dieselben Gene in sich. Jean-Pierre Dick (Virbac Paprec) liegt unterdes auf Rang drei, sein Rückstand beträgt 70 Meilen. Abschreiben sollte man den Routinier jedoch keinesfalls, es bleibt abzuwarten, was im Duell zwischen den beiden Führenden zuerst nachgeben wird: die Nerven des einen oder das Boot des anderen. 

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Gabart und Le Cléac'h ganz im Osten, gefolgt von Dick und Stamm. Alex Thomson steht deutlich weiter im Norden

Bendix Hügelmann am 12.12.2012

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