Rolex Sydney Hobart Race

Protest ungültig: "Wild Oats XI" bleibt die Siegerin

Der Protest der Wettfahrtleitung gegen die "Line Honors"-Gewinnerin ist ungültig. "Black Jack"-Eigner Peter Harburg hätte selbst protestieren müssen

Tatjana Pokorny am 29.12.2018
Rolex Sydney Hobart Race
Rolex/Studio Borlenghi

Der Super-Maxi "Wild Oats XI" der australischen Oatley-Familie darf die "Line Honors"-Krone der 74. Auflage des Rolex Sydney Hobart Race behalten. Ein Protest der Wettfahrtleitung hatte am Freitag zunächst für Ungewissheit gesorgt. Die Wettfahrtleitung war von der "Black Jack"-Konkurrenz darüber informiert worden, dass wohl das AIS der "Wild Oats XI" nicht über die gesamte Renndauer des 628-Seemeilen-Weihnachtsklassikers gesendet habe. Daraufhin hatte die Wettfahrtleitung den Fall selbst geprüft, Informationen gesammelt und ihren Protest gegen "Wild Oats XI" eingelegt. Den aber hätte – so die Entscheidung der Internationalen Jury, die am Samstag im Royal Yacht Club of Tasmania zusammenkam – die "Black Jack"-Crew selbst einlegen müssen. 

Rolex Sydney Hobart Race

Hätte den Protest selbst einlegen müssen: die Crew der im Kampf um die "Line Honors" zweitplatzierten "Black Jack" 

In der veröffentlichten Begründung der Jury-Entscheidung heißt es:

1. Die Untersuchung der Wettfahrtleitung und der folglich eingelegte Protest haben sich aus einem Bericht des Eigners der "Black Jack" ergeben, einem Wettbewerber im Rennen und deswegen einer Person mit einem Interessenskonflikt bezüglich der 'Racing Rules of Sailing' (RRS).

2. Die Untersuchung der Wettfahrtleitung war umsichtig, doch unter diesen Umständen hätte der Protest – um im Rahmen der 'Racing Rules of Sailing' gültig zu sein – von jenem Wettbewerber kommen müssen, der die Kenntnisse des möglichen Regelbruchs hat.

Geltende Regeln: RRS60.2 (a), Definitionen – Interessenskonflikt.

Entscheidung: Protest ungültig.

Anders als im vergangenen Jahr, als die "Wild Oats XI"-Crew ihre Krone infolge eines Protests und einer Bestrafung nach dem Rennen am Grünen Tisch verloren hatte, bleibt sie dieses Mal die Königin des Rolex Sydney Hobart Race 2018.

Ihre kleine Schwester "Wild Oats X" mit der Profi-Frauenmannschaft um Skipperin Stecey Jackson hat indessen die IRC-Gesamtsieg nach berechneter Zeit um eine Stunde und knapp 14 Minuten verpasst. Der 22 Meter langen Reichel/Pugh 66 "Alive" von Philip Turner mit Skipper Duncan Hine und dem niederländischen Navigator Wouter Verbraak sind der IRC-Triumph und der begehrte Tattersall Cup von den noch segelnden Booten kaum mehr zu nehmen. Die so knapp geschlagenen Frauen feierten aber auch ihren voraussichtlichen zweiten Platz ihrer 20 Meter langen "Wild Oats X" euphorisch. Stacey Jackson sagte nach dem packenden Spitzenduell mit der in Tasmanien beheimateten "Alive": "Ich denke, wir Frauen haben unseren Wert hier unter Beweis gestellt. Wir wollten um den Gesamtsieg kämpfen und haben das verdammt gut gemacht. Wir hoffen, dass wir zur Jubiläumsauflage im kommenden Jahr wieder dabei sein können und haben uns sehr gefreut, dass unsere großen Brüder auf 'Wild Oats XI' die Line Honors geholt haben."

Rolex Sydney Hobart Race 2018

Volvo-Ocean-Race-Siegerin und Weltseglerin des Jahres 2018: Carolijn Brouwer am Steuer der "Wild Oats X". Mit Skipperin Stacey Jackson und der Frauen-Profimannschaft segelte die Holländerin auf Platz zwei in der IRC-Gesamtwertung, verpasste den Sieg um nur eine Minute nach berechneter Zeit

Rolex Sydney Hobart Race

Für die Vorjahres-Sieger auf Matt Allens "Ichi Ban" reichte es in diesem Jahr in der IRC-Gesamtwertung "nur" zu Platz fünf

Tatjana Pokorny am 29.12.2018

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