TP52-Weltmeisterschaft

"Platoon" segelt zum WM-Titel: "Ein Traum wird wahr"

Der Hamburger Harm Müller-Spreer hat mit seiner "Platoon"-Crew zum ersten Mal die Rolex TP52 Weltmeisterschaft gewonnen.

Tatjana Pokorny am 21.05.2017
Rolex TP52 Weltmeisterschaft Scarlino 2017
Nico Martinez/Martinez Studio/Rolex TP52 Weltmeisterschaft Scarlino 2017

Im dritten Anlauf hat's geklappt: Harm Müller-Spreer und seine "Platoon"-Crew haben die Rolex-TP52-Weltmeisterschaft in toskanischen Gewässern vor Scarlino gewonnen. Der Hamburger und seine internationale Mannschaft konnten sich gegen ihre Dauer-Rivalen und Sparringspartner von Quantum Racing (USA) durchsetzen. Platz drei sicherte sich die Familie Roemmers mit der italienisch-argentinischen "Azzurra".

Rolex TP52 Weltmeisterschaft Scarlino 2017

Rolex-TP52-Weltmeisterschaft Scarlino 2017: der Jubel der "Platoon"-Crew

Die Schlüssel zum Triumph des Bootes unter deutscher Flagge blieben bis zum Ende Konstanz und das gut eingestellte schnelle Vrolijk-Design aus dem Jahr 2015. Zwar konnte die Mannschaft mit Steuermann Harm Müller-Spreer nicht eine der acht Wettfahrten gewinnen, belegte aber bis auf einen sechsten Rang ausschließlich Podiumsränge. Die Gegner hatten mehr Rückschläge wegzustecken. So konnte "Platoon" die Welttitelkämpfe schließlich mit sieben Punkten Vorsprung souverän für sich entscheiden.

Als Harm Müller-Spreer 2015 nach siebenjähriger Abwesenheit mit einer neuen "Platoon" aus der Design-Schmiede Judel/Vrolijk & Co. in die hochkarätigen Profiserie zurückgekehrt war, hatte er die ersten beiden Saisons jeweils mit Platz vier beendet. Das reichte ihm nicht. Mit umgestellter Mannschaft, Taktiker John Kostecki (Sieger mit der illbruck Challenge im Volvo Ocean Race 2001/2002, America's-Cup-Gewinner), Stratege Jordi Calafat, Großsegel-Trimmer Dirk de Ridder und weiteren namhaften Profis gelang nun der entscheidende Sprung an die Spitze.

Rolex TP52 Weltmeisterschaft Scarlino 2017

Gute Starts waren für Harm Müller-Spreers "Platoon"-Crew ein Schlüssel zum WM-Erfolg

"Ich bin glücklich. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", so Harm Müller-Spreer. "Ich segele seit 40 Jahren intensiv, und das hier ist ein großartiger Titelgewinn. Es ist die anspruchsvollste härteste Klasse mit olympischen Medaillengewinnern und America's-Cup-Siegern. Deshalb ist dieser Sieg sehr, sehr besonders. Am letzten Tag mussten wir cool bleiben, durften uns nicht ablenken lassen. Das ist uns gelungen." Der Titel ist auch eine Wiedergutmachung für den verpassten WM-Sieg 2008. Damals war "Platoon" mit Siegchancen in den Finaltag gestartet, hatte aber im Schlussspurt gepatzt und mit Platz drei auf dem Podium zufrieden sein müssen. 

Weltmeister Harm Müller-Spreer

Endlich Weltmeister: "Platoon"-Eigner und Steuermann Harm Müller-Spreer vom Norddeutschen Regatta Verein an der Hamburger Alster

Das alles ist nach dem ersten WM-Titel für eine deutsche TP52 Geschichte. Crew-Mitglied Victor Marinho brachte die Stimmung im Team nach dem Finale bei der Siegerehrung auf den Punkt: "Für uns ist ein Traum wahr geworden." Der geschlagene "Quantum"-Taktiker Terry Hutchinson sagte: "Platoon hat offensichtlich einen zusätzlichen Gang gefunden. Es war eindrucksvoll, das zu beobachten. Harm hat viel harte Arbeit in sein Programm investiert. Er hat viel Schweiß und reichlich Ressourcen in das Projekt gesteckt. Wenn wir also nicht Sieger sein können, dann bin ich froh, dass er es ist. Er hat den Erfolg verdient." Mit dem Titel übernahm die "Platoon"-Crew auch die Führung in der Saisonwertung vor "Azzurra" und "Quantum".

Hier geht es zu den Ergebnissen.

Tatjana Pokorny am 21.05.2017

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