Transat JV

Ohne Windinstrumente: "PRB" siegt

Zwei Titelverteidigungen in Folge: Nach den Multi-Gewinnern Le Roux und Pedote kamen mit Vincent Riou und Seb Col die Imoca-Sieger ins Ziel

Tatjana Pokorny am 11.11.2015

Zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal insgesamt hat Erwan Le Roux das Transat Jacques Vabre in der Multi-Klasse gewonnen. Den ersten Sieg hatte Le Roux 2011 mit Yves Escoffier gefeiert, den zweiten bei der letzten Auflage mit Yann Eliès. Dieses Mal war der Franzose mit dem italienischen Co-Skipper Giancarlo Pedote erfolgreich, erreichte Brasilien am Dienstagmorgen Ortszeit.

Transat Jacques Vabre 2015

Erwan Le Roux und Giancarlo Pedote siegen mit "FenetreA Prysmian" in der Multi-Klasse

Für Pedote wurde damit nach 14 Jahren als "Préparateur" in Diensten anderer Teilnehmer der Traum vom eigenen Rennen wahr. Entsprechend euphorisch sagte der Italiener in Itajaí: "Das ist magisch! Ich habe von diesem Rennen seit 2001 geträumt. Ich war Préparateur. Jede Nacht habe ich davon geträumt, den Hafen eines Tages zu verlassen und das Rennen selbst zu segeln. 14 Jahre später habe ich meinen Traum realisiert. Und obendrein habe ich gewonnen. Was für ein wunderbarer Moment." Dabei hatte das Rennen für den Italiener mit Seekrankheit denkbar schlecht begonnen. "Ich habe die ersten 48 Stunden nichts gegessen. Das war hart. Danach habe ich meine Energie zurückgewonnen und mich daran gewöhnt. Jetzt am Ende geht es mir genau anders herum. Ich bin so fit, dass ich kaum Müdigkeit verspüre."

Transat Jacques Vabre 2015

Transat Jacques Vabre 2015: Rio und Col gewannen in der Imoca-Klasse ohne Windinstrumente

Auch Vincent Riou gewann das Transat Jacques Vabre zum zweiten Mal in Folge. Der Vendée-Globe-Gewinner von 2004/2005 entschied mit Co-Skipper Seb Col die Imoca-Wertung für sich und erreichte den brasilianischen Zielhafen Itajaí am Dienstagnachmittag. Erst an Land erzählte Vincent Riou, dass die beiden Franzosen den gesamten 5400 Seemeilen langen Kurs von Le Havre nach Südamerika ohne funktionierende Windinstrumente absolviert haben. Es standen lediglich die GPS-Daten (Kurs über Grund, Geschwindigkeit über Grund) zur Verfügung.

Transat Jacques Vabre 2015

Schnelles Geschoss: Vincent Rious "PRB"

Riou schilderte, dass sie ohne die Angaben von Windstärken und Windrichtungen auf beinahe altmodische Weise mit Gefühl und Instinkt gesegelt seien. Der Systemfehler hatte die Co-Skipper schon in der ersten Nacht der Transatlantik-Klassikers überrascht. Damit war die Crew dennoch 4,45 Prozent schneller als noch vor zwei Jahren. Weil Riou im kommenden Jahr seinen zweiten Vendée-Globe-Sieg ansteuern will, hatte er sich zu Trainingszwecken America's-Cup-Steuermann Seb Col zum Co-Skipper gewählt. Dieser erzählte nach dem Zieldurchgang: "Am Ende war uns der Elektronikschaden eine gute Lehre. Wir sind als menschliche Wesen in der Lage, großartige Dinge mit Gefühl und Instinkt zu vollbringen. Und ich habe gelernt, was für ein kompletter Segler du sein musst, um eine Imoca zu segeln."

Transat Jacques Vabre 2015

Die Mischung macht's: Vendée-Globe-Sieger Riou und America's-Cup-Steuermann Col brachten "PRB" als erste Imoca ins Ziel

Tatjana Pokorny am 11.11.2015

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


    ANZEIGE

    Weitere News und Angebote

Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online