Barcelona World Race

"Neutrogena" passiert Gibraltar an Fünf

Boris Herrmann und Ryan Breymaier weiterhin stark – "Virbac-Paprec" kann sich etwas absetzen

Jochen Rieker am 04.01.2011

Erste im Atlantik: Jean Pierre Dick und oick Peyron auf Vorbac-Paprec 3

Fotostrecke: "Neutrogena" passiert Gibraltar an Fünf

Auf dem Race Tracker segelten der 29-jährige Deutsche und sein amerikanischer Co-Skipper um halb Fünf heute Früh in die falsche Richtung – wohl eine Folge des starken Stroms, der nach Ost setzt.

Sie büßten einen Platz ein, sind aber immer noch gut im Rennen. Denn Gibraltar haben sie bereits hinter sich gelassen, und sobald sie die Meerenge passiert haben, sollten sie mit weiterhin leichten, dann aber achterlichen Winden auch wieder mehr Fahrt aufnehmen können.

Wie Boris gestern per Video sagte, wird sich der Abstand zwischen der Spitzengruppe, die in der Alboransee die südlichere Route gewählt und davon stark profitiert hatte, auf die nördlicher segelnden Teams in den nächsten Tagen womöglich sogar noch vergrößern. Denn draußen auf dem Atlantik warten frischere Winde, vor der Straße von Gibraltar dagegen bleibt es flau.

Den besten Lauf hatte zuletzt Vorjahressieger Jean-Pierre Dick auf "Virbac-Paprec 3", der als erstes Boot das virtuelle Tor bei Gibraltar passierte und damit die erste Etappenwertung gewann. Diese bleibt freilich ohne Einfluss auf das Gesamtklassement.

Zweites Boot derzeit ist die lange führende "Foncia". Michel Desjoyeaux witzelte in einer E-Mail: "Tatsächlich sind wir gar nicht so schlecht weggekommen. Zumindest haben wir unsere Position gehalten und sind trotz des Gegenstroms und des chronischen Mangels an Wind nicht zurückgetrieben".

Jetzt hofft der Altmeister und zweifache Vendée-Sieger auf mehr Brise und mehr Speed. "Wir sind für drei Monate aufgebrochen, nicht für vier", meinte er in Anspielung auf den bisher sehr langsamen Regatta-Auftakt.

Langeweile kam zumindest auf der schweizerischen "Mirabaud" nicht auf (derzeit an Position 4). Das Boot von Dominique Wavre und Michele Paret wurde nachts überraschend von marokkanischen Zollfahndern aufgebracht.

Die Beamten forderten die Crew zum Beidrehen auf, ließen sich auch durch den Hinweis auf das laufende Rennen nicht beeindrucken und durchsuchten den ganzen Open 60. Dabei rissen sie die vakuumverpackten Lebensmittelrationen auf, nahmen das Werkzeug auseinander. Erst ein Anruf der Wettfahrtleitung bei der marokkanischen Sportbehörde beendete den Spuk.

Wenige Augenblicke zuvor sah sich Michele Paret schon hinter Gittern, als die Fahnder weißes Silika-Pulver entdeckten, das zum Andicken von Epoxy dient – aber verdächtig nach Koks aussieht.

Jochen Rieker am 04.01.2011

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

    ANZEIGE

    Das könnte Sie auch interessieren

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online